Unter Strom Mirko Borsche testet eine spezielle Armbanduhr

© Lofelt
ZEITmagazin Nr. 11/2017

Neulich war ich mal wieder auf einem Konzert. Durch die elektronische Musik des Münchner DJ-Duos Schlachthofbronx zog sich ein so unglaublich intensiver Bass, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ein Bass kann ja etwas Euphorisierendes haben, wenn er durch den ganzen Körper fährt, wie ein kleines Erdbeben schüttelte er mich von innen heraus durch.

Natürlich braucht man, um das zu spüren, nicht nur eine gewisse Lautstärke, sondern auch gute Lautsprecher und am besten noch einen Subwoofer. Alles Dinge, die man, wenn man aus dem Haus geht, eher nicht dabeihat. Deshalb hat jetzt ein Berliner Start-up eine ganz interessante Idee gehabt: Dort haben sie ein Armband entwickelt, an dem eine Art mobiler Subwoofer befestigt ist. Es sieht ein bisschen aus wie eine Uhr; ein schwarzer, rechteckiger Kasten, der über Bluetooth mit einem Sender verbunden ist, den man zwischen Smartphone und Kopfhörer schaltet. Und hört man dann Musik mit ordentlich Bass, vibriert der Kasten. Je basslastiger die Musik, desto intensiver die Vibration. Die Idee des Geräts, das Basslet heißt, verstehe ich sofort: die Musik körperlich spürbar zu machen.

Ich fand aber das Gefühl unangenehm, es war ein bisschen so, als wäre meine Hand eingeschlafen. Und normalerweise spürt man den Bass ja am ganzen Körper, ausgehend vom Bauch, und nicht nur an einer isolierten Körperstelle. Ich habe das Basslet danach Kollegen zum Probieren gegeben, weil ich dachte, dass ich vielleicht zu empfindlich bin, aber denen ging es genauso. Mir reicht der Bass, den meine Kopfhörer übertragen. Und wenn nicht, dann gehe ich eben mal wieder auf ein Konzert.

Technische Daten:

Größe: 40 x 35 x 9 mm; Bassfrequenzen; 10–250 Hz; Akkulaufzeit: 6 Stunden; Preis: 199 Euro

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