Deutschlandkarte Hotel Mama

ZEITmagazin
© Laura Edelbacher

Karte: Anteil der 25- bis 29-jährigen, die im Haushalt der Eltern leben – in Prozent, nach Kreisen und kreisfreien Städten. Genannt sind die Kreise mit dem höchsten Anteil.

Was haben junge Männer, Gläubige und Arbeitslose gemeinsam? Viele von ihnen logieren besonders lange im "Hotel Mama". In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen wohnen rund 13 Prozent der Frauen und doppelt so viele Männer noch (oder wieder) im elterlichen Haushalt. Vor allem in ländlichen Gegenden ist der Anteil der Nesthocker groß, speziell in Thüringen und im katholisch geprägten Bayern. Tatsächlich ist es so, dass gläubige Eltern es eher befürworten, wenn der Nachwuchs länger im eigenen Heim bleibt, als weniger gläubige – das haben Sozialwissenschaftler für die groß angelegte Studie European Social Survey ermittelt. Auch Geld spielt eine Rolle: Wer als junger Erwachsener keine Arbeit hat, ist mitunter auf Kost und Logis im Elternhaus angewiesen. Und warum gibt es mehr männliche Nesthocker? Weil junge Frauen eher vom Land in die Stadt ziehen. Außerdem werden wissenschaftlichen Erhebungen zufolge Töchter stärker kontrolliert als Söhne, von ihnen wird etwa mehr Einsatz im Haushalt gefordert. Frauen gewinnen durch einen Auszug also mehr Freiheit als Männer.

Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde, Nationalatlas aktuell, T.Leibert; Zensus 2011 und Eurostat 2016

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