Unter Strom Mirko Borsche erinnert sich an den magischen Polaroid-Moment

© Polaroid
ZEITmagazin Nr. 15/2017

Als kleiner Junge habe ich manchmal meinem Vater bei der Arbeit assistiert. Er war Fotograf, und um zu schauen, ob Bildausschnitt und Licht stimmen, machte er ab und an Testbilder mit einer Polaroidkamera. Wenn die Bilder Sekunden später aus der Kamera surrten, gab er sie mir. Ich hielt sie in der Hand und wartete, bis sie fertig waren. Das war für mich immer ein kleines Wunder: zu sehen, wie sich das Bild langsam materialisiert. Vor vielen Jahren habe ich mir mal auf dem Flohmarkt eine Polaroidkamera gekauft. Ich benutze sie auf Familienfeiern, weil es schön ist, wenn man den Moment einfängt und ihn als Foto jemandem mitgeben kann. Leider ist es mittlerweile schwierig, Originalfilme zu bekommen.

Deshalb habe ich die neue Polaroidkamera Snap Touch gern ausprobiert. Die Kamera macht digitale Bilder, die man speichern oder in den sozialen Medien hochladen kann – oder eben, ähnlich wie bei der alten Polaroid, sofort aus dem Apparat ziehen kann. Ich schreibe hier "ähnlich": Bei den alten Polaroidkameras wurde ja auf Fotopapier belichtet, die neue Kamera druckt die Bilder aus. Das ist wirklich ein großer Unterschied. Denn der Zauber früher lag ja darin, dass die Polaroid ein nicht zu ersetzendes Objekt hervorbrachte, ein Einzelstück, das man nicht vom Negativ vervielfältigen konnte. Bei der neuen Kamera hat man ein Display und kann entscheiden, ob einem das Foto so gefällt, man kann sogar Filter darüberlegen. Für mich hat das mit der ursprünglichen Idee des Polaroids nichts mehr zu tun. Außerdem sind die Ausdrucke nicht mal besonders gut. Wenn die Bilder schon gedruckt werden, könnten sie wenigstens ordentlich aussehen. Ich hoffe, dass ich noch lange alte Polaroidfilme auftreiben kann.

Technische Daten:

Kamera: 13 Megapixel
Bildgröße: 50 x 75 mm
Speicher: 128 GB
Preis: ca. 200 Euro

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