Deutschlandkarte Graffitiwände

ZEITmagazin Nr. 17/2017
© Laura Edelbacher

Die Karte zeigt Städte mit legalen Graffitiflächen: genannt sind Orte ab 50.000 Einwohnern

Mit Graffiti ist es ein bisschen wie mit allen illegalen Dingen: Es erscheint manchen auch deshalb so reizvoll, weil es den Ruch des Verbotenen hat. Trotzdem versucht man in immer mehr Städten, das rechtswidrige Sprühen an Häuserwänden und Zügen nicht nur mit Kontrollen und Strafen einzudämmen – sondern einfach, indem man es an bestimmten Orten erlaubt. So hofft man, viel Geld zu sparen, denn bundesweit richten Sprayer jedes Jahr 500 Millionen Euro Schaden an; das schätzt zumindest der Hauseigentümerverband Haus & Grund. Alle 237 Städte auf unserer Karte haben deshalb Wände für Graffiti freigegeben – Mauern von Brücken, auf Industriebrachen oder in Parks zum Beispiel. Ihre Rechnung geht aber nur zum Teil auf. In Bochum, wo es 23 solcher Flächen gibt, ging die Anzahl illegaler Graffiti zwar deutlich zurück. In anderen Städten wie Leipzig scheint das aber noch nicht zu klappen; der Ruf nach mehr Wänden ist dort laut. Vielen Sprayern bleibt der Nervenkitzel wohl wichtiger als die angebliche Kunst, die sie erschaffen.

Recherche: Anton Dorow mit Informationen von legal-walls.net

Kommentare

Noch keine Kommentare. Diskutieren Sie mit.