© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Ein beglückendes Huhn

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ZEITmagazin Nr. 17/2017

Das beste und beliebteste Abendessen Deutschlands ist wahrscheinlich ein Käsebrot, eventuell begleitet von ein paar Radieschen und einer Gurke. Diese beglückende Normalität lässt sich in Kochkolumnen schwer abbilden, weil über das Glückliche und Normale kaum jemand etwas lesen möchte. Warum auch? Dieses Problem lässt sich übrigens auch auf die meisten anderen journalistischen Themenbereiche übertragen. Dieses Huhn hier kommt einem Käsebrot sehr nahe. Es ist ein unauffälliges kleines Gericht. Alle Zutaten sind gut bekannt, oft verwendet, leicht zu besorgen, aber sie vereinigen sich während des Garvorgangs zu einem eindrucksvollen Ganzen. Wenn man sich jetzt noch ein bisschen Mühe gibt und sich ein sehr gutes Huhn gönnt und sehr gute Oliven, kann man problemlos seine Nachbarn dazu einladen.

Olivenöl in einen großen Topf mit schwerem Boden geben, erhitzen, dann das Hühnerfleisch darin von beiden Seiten anbraten, bis es Farbe angenommen hat. Das dauert ungefähr 15 Minuten. Chili, Knoblauch und fein gehackten Rosmarin dazugeben. Salzen und pfeffern und mit Weißwein ablöschen. Den Topf zudecken und das Ganze ungefähr 40 Minuten lang bei kleiner Hitze schmoren (die Flüssigkeit sollte ständig leicht köcheln). Zum Schluss Essig und Oliven dazugeben. Wenn einem die Soße noch zu dünn erscheint, das Fleisch aus dem Topf nehmen, die Hitze hochschalten und die Flüssigkeit reduzieren, also ungefähr 3 bis 4 Minuten lang richtig aufkochen.

Huhn mit Rosmarin und Oliven (für 2 bis 3 Personen)

Zutaten – reichlich Olivenöl, etwa 750 g Hühnerschenkel und -flügel, ½ TL Chiliflocken, 2 Knoblauchzehen (geschält und angedrückt), 1 Zweig Rosmarin (die Blätter fein gehackt), Salz, Pfeffer, 200 ml Weißwein, 1 EL Weinessig, 1 Handvoll schwarze Oliven ohne Stein (zum Beispiel Kalamata)

Als Beilage passen dazu eine Polenta, die man mit nicht zu wenig Butter abschmeckt, und ein Salat.

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