Gesellschaftskritik Über royale Probleme

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ZEITmagazin Nr. 18/2017

Interessante Nachrichten erreichen uns aus London. Prince Charles’ neue Biografie enthüllt, dass er nicht der liebenswerte Kauz ist, für den wir ihn hielten, sondern ein verwöhnter Großkotz, der Anfälle kriegt, wenn er erste Klasse Linie fliegen muss statt in einem Privatjet. Zugleich wurde der verschlüsselte Satz bekannt, mit dem der Palast der Regierung den Tod der Königin vermelden wird: "London Bridge is down." Weil jetzt jeder Journalist zwischen Vancouver und Timbuktu den Code kennt, braucht es natürlich einen neuen. Wir haben uns schon mal vorgestellt, wie dieser gefunden wird ...

Theresa May: Wir wär’s mit "The Tower of London is down"?

Prince Charles: Theresa! Das dechiffriert ja selbst der Harry-Potter-Club für Leseanfänger!

May: "Big Ben has stopped beating"?

Charles: Hm ...

May: "London Eye is forever closed"?

Charles: (genervt) Können Sie bitte aufhören, sämtliche Touristen- Attraktionen der Stadt aufzuzählen? Ich hab’s kapiert ...

May: (murmelt beleidigt) "Hard Rock Cafe has fallen silent" ...

Charles: Stopp!

May: "Quexit"?

Charles: Das ist respektlos.

May: Mit Verlaub, Königliche Hoheit, aber ich versuche nur proaktiv ...

Charles: (schweigt)

May: "Regina mortuus est" ...

Charles: Versteht jeder, der wie ich auf einer Privatschule war.

May: ... "Vivat rex Charles"?

Charles: Wenn ich so dumm und eitel wäre, wie meine Biografen behaupten, würde ich Ja sagen, aber weil ich das nicht bin, lehne ich diese durchschaubare Schmeichelei ab, zum Wohle meines Landes!

May: Sie sind ein Held.

Charles: Danke. Es muss ein Satz sein, der niemals bei einem Telefonat zwischen Palast und Regierung fallen würde.

May: "Charles ist ein kluger Mann, dessen Ideen nicht genug gewürdigt werden."

Charles: (überrascht) Finden Sie?

May: Ist das ein Ja?

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