Dackel Platz!

© Foto Markus Pritzi/Styling Claire Beermann
Wir haben Münchner Dackel gebeten, mal kurz stillzuhalten: "Gretel Gaia von den Zwergenkönigen" und ihre preisgekrönten Artgenossen zeigen uns die neue Mode der Stadt. Von

Der Dackel ist in München nicht einfach irgendein Hund. Er gehört zur Stadt wie das Bier. Was ist das Geheimnis dieser innigen Beziehung?

Der Dackel entspricht den Münchnern schon insofern, als seine gedrungenen Glieder eng mit seinem Charakter zusammenhängen. Ursprünglich ist er nämlich ein Jagdhund, der sich in Erdbauten wühlt, um Fuchs und Dachs aufzustöbern. Seine niedrige Körperhöhe ist dafür nützlich. Unter Tage muss er dann auf sich gestellt entscheiden, was zu tun ist, und hat daher den Eigensinn.

Der wiederum passt gut zu bayerischen Grantlern, wie dem prototypischen Herrn Hirnbeiß. Gezeichnet von Franziska Bilek, kommentiert der als Biertisch-Philosoph in der Abendzeitung das Stadtleben, stets von seinem Dackel begleitet. Aber auch die Aristokratie liebte diesen Hund: etwa der natur- und volksnahe Kronprinz Luitpold seinen "Bürschel". Und bis heute züchten die Wittelsbacher Prinzen von Bayern Tigerdackel. Im Jahr 1972 wurde ein Münchner Dackel weltberühmt als blau-gelb-orange-grünes Maskottchen "Waldi" der Olympischen Spiele.

Claire Beermann

Unsere Autorin ist Redakteurin im Feuilleton der ZEIT. Sie ist in der Klinik in der Maistraße geboren, in Neuperlach aufgewachsen und nie wirklich aus München weggegangen.

Dann allerdings kamen langhaxerte Rassen wie die Dalmatiner in Mode, und das Zamperl galt eine Weile als eher spießig. Seit ein paar Jahren steigt die Nachfrage aber, und es werden wieder Dackel-Vereine gegründet.

Der junge Münchner schmückt sich halt gern mit den Insignien des Bodenständigen. So ist neben dem Schnauzbart jetzt auch der Dackel wieder voll da.

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