Unter Strom Mirko Borsche überprüft, was ein Laubbläser noch so alles kann

Foto STIHL
ZEITmagazin Nr. 20/2017
Mirko Borsche

Creative Director des ZEITmagazins, schreibt jede Woche die Kolumne Unter Strom.

Als es im vergangenen Jahr Herbst wurde und sich die Blätter im Hof und auf der Terrasse sammelten, dachte ich: Jetzt wäre die ideale Zeit, um mal einen Laubbläser zu testen. Ich fragte also ein Testgerät der Firma Stihl an, und während ich darauf wartete, dachte ich daran, wie viele Hausmeister sich unbeliebt machen, wenn sie samstagmorgens den irre lauten Laubbläser rausholen und alle Mieter aus dem Bett jagen. Und wie beliebt sich viele Hausmeister machen, wenn sie die Wiese vor dem Schulfenster von Blättern befreien und das Gerät so dröhnt, dass man den Lehrer nicht mehr versteht.

Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken, denn das Akku-Blasgerät BGA 56 kam erst kürzlich an. Im Frühling. Ich blies ein wenig Restlaub zusammen, was auch ganz gut ging. Da es aber in der Woche drauf, in der ich das Gerät zurückschicken musste, immer noch Frühling war, überlegte ich, was ich sonst damit anstellen könnte. Was dann passierte, beweist, dass zu viel Nachdenken nicht immer gut ist. Ich nahm den Bläser mit ins Büro, öffnete die Tür zu unserem ein mal zwei Meter großen Serverraum und dachte: Na, mal sehen, was du so kannst! Dann stellte ich ihn an. Innerhalb von Sekunden kamen mir acht Jahre Staub entgegen und verteilten sich in feinsten Partikeln und faustgroßen Wollmäusen über das gesamte Büro, sodass wir zwei Stunden lang putzen mussten. 20 Minuten hält der Akku etwa, und so laut wie benzinbetriebene Geräte ist der Bläser nicht. Das habe ich rausgefunden, weil man mit dem Staub-, äh, Laubbläser auch Türen auf- und zupusten, Baseballkappen vom Kopf blasen und Briefe von einem Schreibtisch zum nächsten befördern kann. Im Herbst werde ich dafür wieder Laub harken. Ich habe irgendwie das Gefühl, dieser Test hätte besser laufen können.

Technische Daten

Gewicht: 3,3 kg (inkl. Akku)
Blaskraft: 9 N
Rohr: längenverstellbar
Preis: 249 Euro (inkl. Akku)

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