Deutschlandkarte Parteitage

ZEITmagazin Nr. 20/2017

Vom Glanz der Parteitage strahlt wenig auf die Städte ab, in denen sie stattfinden. Das lässt sich auch daran erkennen, dass nie von Oberbürgermeistern die Rede war, die sich zum Ziel gesetzt haben, Gastgeber eines Bundesparteitags zu sein, so wie manche Oberbürgermeister Olympische Spiele anlocken wollen. Auch läuft die Wahl der Stadt zumeist ohne große Anteilnahme der Bevölkerung ab. Umso aufschlussreicher ist, welche politische Landkarte sich über die Jahre ergab, ohne dass jemand groß Notiz davon nahm: Die SPD hat das Ruhrgebiet so gut wie vergessen, zwei Parteien sind eher faul – CSU und die Linke treffen sich meistens in München beziehungsweise in Berlin. Recht mobil ist die CDU. Sie war seit der Wende nur in einer Stadt viermal, in Hannover, offenbar die Lieblingsstadt der CDUler. Leipzig und Dresden dürfen als gut besucht gelten, auch Erfurt und Rostock. Das kann zwei Gründe haben: Die Parteien nehmen den Osten ernst. Oder: Die Parteien wollten ihren Delegierten mal ein Wochenende in einer Stadt bieten, in der die noch nie waren.

Recherche: Anton Dorow

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