Deutschlandkarte Öffentliche Bücherschränke

ZEITmagazin Nr. 27/2017
© Laura Edelbacher für ZEITmagazin

Wer Bücher nicht zu Hause herumstehen haben will, aber sie auch nicht wegwerfen mag, kann sie in öffentliche Bücherschränke geben – begleitet von dem schönen Gefühl, dass jedes Buch wohl einen seelenverwandten Leser finden wird. In die Schränke, die einfach neben der Straße oder auf Plätzen stehen, kann jeder Bücher einstellen oder aus ihnen kostenlos welche mitnehmen. Immer mehr Leute tun das offenbar, denn man begegnet den Schränken mittlerweile in fast jeder Stadt. 1.300 hat die Plattform OpenBookCase gezählt, auf der Nutzer die von ihnen entdeckten Orte eintragen können. Aufgestellt werden die Tausch-Einrichtungen von Gemeinden, manchmal auch von Unternehmen oder Privatleuten. Nicht immer stehen da richtige Schränke, man findet die Bücher zum Beispiel auch in ausrangierten Telefonzellen. Am populärsten ist das Weitergeben in Berlin, Hannover und Frankfurt am Main. Hier wird geistiges Kapital effizient umverteilt: Laut einer Studie der Universität Bonn stellen Senioren mehr Bücher ein, als sie herausnehmen, bei Studenten ist es umgekehrt.

Quelle: OpenBookCase; geografische Verortung Lutum+Tappert

Kommentare

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Ausgediente Telefonzellen, Stromverteilerkästen. Oder die Stadt baut eigene. Oder Privatleute nützen den nicht bewitterten Platz unter ihrem Vordach. Möglichkeiten gibts viele.

Das Problem ist die WARTUNG. Ohne ehrenamtliche interessierte Betreuer, Sortierer und Entrümpeler ist so ein Bücherschrank gerne mal übervoll und Abladestation für "Spender", die in Wirklichkeit die (immer gleichen) Readers-Digest- oder Buchclubbände beim Leermachen des geerbten Hauses entsorgen.

Einerseits finde ich die Idee gut. Andererseits wird das Buch damit ein Stück weit entwertet. Es hat nichts wert, also gibt man es kostenlos ab. Mit welchem anderen Kulturgut würde man das machen bzw. wird das gemacht. So gern ich auch ab und an auch mal Bücher an gute Freunde verleihe, ist für mich ein Buch immer auch ein "geistiger, persönlicher Schatz", den ich öfter mal wieder in die Hand nehme.