Harald Martenstein Über Distanzierungen und Gemeinsamkeiten

Wer "Islamkritiker" und "Moslemhasser" in einen Topf wirft, sollte noch einmal gründlich nachdenken, findet unser Autor. Bei einem Konzert der Beachboys Von
ZEITmagazin Nr. 29/2017

Meine politische Biografie hat, wie schon mal erwähnt, mit dem Erschrecken über die Naziverbrechen begonnen. Da war ich 13 oder 14. Ich fühlte mich schuldig, obwohl ich mit den Nazis nichts zu tun hatte und obwohl einer meiner Vorfahren von den Nazis umgebracht worden ist. In dem Land, in dem ich aufwuchs, war es üblich, dass dieser Verbrechen regelmäßig gedacht wurde und dass man sich verantwortlich fühlte. Die Nazis hatten sich auf Deutschland berufen, sie waren Deutsche. Wir waren es auch.