Unter Strom Mirko Borsche testet die Google Translate-App

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ZEITmagazin Nr. 32/2017

Vor vielen Jahren habe ich mal in Indien für ein Museumsprojekt gearbeitet und musste auf der Suche nach verschiedenen Stoffen quer durch die Provinz Rajasthan reisen. Ich war mit einem Fahrer unterwegs, der nur wenig Englisch sprach. Das war okay, um Unterkunft und Essen zu organisieren. Aber manchmal hätte ich gern ein wenig über ihn oder die Leute erfahren, die wir trafen, oder gewusst, was die Schlagzeilen der Zeitungen bedeuteten, die am Kiosk auslagen.

Die Reise machte ich noch im prähistorischen Vor-Smartphone-Zeitalter, sonst hätte mir die App von Google Translate vielleicht geholfen. Es gibt sie schon etwas länger, aber ich habe sie erst neulich entdeckt. Beim Abendessen mit einem Freund beim Italiener erzählte er mir davon, mich interessierte das erst gar nicht. Doch dann zeigte er mir, was die App alles kann: Man kann natürlich ganz langweilig ein Wort eintippen, die Sprache auswählen und bekommt es dann übersetzt. Man kann es aber auch mit dem Finger auf das Display schreiben. Oder einen ganzen Satz einsprechen, den man dann in der jeweiligen Sprache laut vorgelesen bekommt, sodass man sich tatsächlich mit jemandem unterhalten kann. Und, das fand ich besonders gut, man kann ein Wort abfotografieren und sich übersetzen lassen.

Leider war ich seitdem noch nicht im Urlaub. Ich habe mir nur in einem japanischen Restaurant die Speisekarte vorlesen lassen – fand ich super, mal zu hören, wie das klingt. Und ich habe alle möglichen Sprachen ausprobiert. Interessanterweise sehe ich gerade, dass ich mir vor allem das Wort "Hilfe!" habe übersetzen lassen, ins Lateinische, Amharische und Baskische. Anscheinend hatte ich heute zu viel Arbeit. Ich sollte vielleicht wirklich bald Urlaub machen.

Technische Daten

Größe: 40 MB

Sprachen: ca. 60 (offline)

Preis: kostenlos

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