© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Die Verteidigung des Maises

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ZEITmagazin Nr. 33/2017

Es gibt bekanntlich so etwas wie Mais-Dosenthunfisch-Pizza, und dass der Mais da mitmacht, verzeiht man ihm nicht. Er hat einen schlechten Ruf, den er nicht loswird. Dabei schmeckt frischer Mais so gut, direkt vom Kolben geschnitten ist er unschuldig und süß. Nur weil man Popcorn damit machen kann, ist Mais auch nicht ungesund: Im Gegenteil, er hat eine gute Nährstoffzusammensetzung aus Fett, Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Die Frage ist nur, was man damit kochen kann, wenn man das Glück hat, bei seinem Lebensmittelhändler ein paar Maiskolben zu entdecken.

Ich bin für folgenden Salat: Die Zwiebel sehr fein schneiden und in einer Salatschüssel in Limettensaft ungefähr 5 Minuten lang marinieren. Die Maiskörner vom Kolben lösen. Zuerst die äußeren Blätter entfernen, dann die feinen Haare, die um den Kolben wachsen. (Die Küche sieht danach aus, als hätte eine blonde Frau sich die Haare gebürstet.) Dann stützt man den Kolben senkrecht auf ein Brett und schneidet dicht am Kolben entlang, sodass die Körner hinunterpurzeln. Man muss sich ein bisschen konzentrieren. Es lässt sich nicht ganz vermeiden, dass ein paar Körner in der Küche herumfliegen, sodass man wahrscheinlich noch im tiefsten Winter ein kleines Maiskorn hinter dem Brotkasten finden wird.

Kuminsamen in der Pfanne ohne Fett rösten. Dann Olivenöl dazugeben und die Maiskörner darin ungefähr 3 Minuten lang rösten. Den Mais zum Limettensaft dazugeben. Die restlichen Zutaten vorbereiten und dazugeben: Avocado schälen und zerteilen, Gurke in sehr dünne Scheiben schneiden. Tomaten je nach Größe vierteln oder halbieren. Minze fein hacken. Alles miteinander vermengen und zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Salat aus frischem Mais

Zutaten für 2 bis 3 Personen: 1 kleine rote Zwiebel, 1 Limette, 4 Maiskolben, 1 TL Kuminsamen, Olivenöl, 1 reife Avocado, 1 Salatgurke, 200 g kleine Tomaten, 6 Zweige frische Minze, Salz, Pfeffer

Kommentare

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Rezepte in dieser Serie beginnen ja oft mit zweifelhaften Behauptungen: "Vegetarier gesellschaftlich so akzeptiert wie kinderlose Frau", "Konservendose für viele wie das Ende der Welt"... Nun hat es den Mais erwischt. Und ich muss zugeben, dass ich den Mais aufgrund seiner Dosenverwandschaft tatsächlich nicht so sehr schätze. Das Rezept klingt lecker und wird bestimmt bald einmal unvoreingenommen ausprobiert.

Mais auf der Pizza ist eine willkommene Abwechslung, am besten mit Käse, Tomaten, , Paprika und - ganz wichtig - Banane! Sehr zu empfehlen!

Wir nehmen auch gerne einen gekochten Maiskolben für Gerichte mit Mais, dann wird dieser wenn möglich gegrillt oder angebraten, mit Knoblauch und Öl dabei bestrichen. Das peppt so manches Gericht auf und ist mit Dosenmais nicht zu vergleichen!

Mais kommt so in viele Salate, als Kolben beim Grillen, in die Gemüsepfanne und als Beigabe sogar zum Raclette.