Unter Strom Mirko Borsche versucht, einen Pass für seinen Sohn zu besorgen

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ZEITmagazin Nr. 37/2017

In diesem Sommer wollten meine Frau und ich mit meinen beiden Söhnen in die Vereinigten Staaten reisen. Schon im Februar haben wir die Flugtickets besorgt. Und im Hinterkopf gehabt, dass wir uns irgendwann um das Ausfüllen des Esta-Formulars kümmern müssen, ohne das man in die USA nicht einreisen kann. Mache ich irgendwann, sagte ich mir. Ist ja noch Zeit.

Aber gerade wenn noch so viel Zeit ist, verschiebt man oft alles auf die letzte Minute. Eine Woche vor Abflug stellte ich beim Ausfüllen des Formulars für meinen jüngeren Sohn fest, dass man mit einem Kinderausweis nicht mehr einreisen darf. Leichte Panik machte sich breit. Am nächsten Morgen beantragte ich beim Kreisverwaltungsreferat einen Express-Reisepass: Drei bis vier Werktage dauere es normalerweise, bis der Pass aus der Bundesdruckerei in Berlin in München eintreffe. Fünf Werktage waren es da noch bis zum Abflug. Minus einen, weil Mariä Himmelfahrt in Bayern ein Feiertag ist (das erste Mal, dass ich die Feiertagsdichte hier verfluchte!). Ich bekam eine URL, mit der man auf eine Internetseite gelangt, wo man die Passnummer eintippen kann – aber statt zu erfahren, wie der Stand der Dinge ist, las ich dort bis zum Abflugstag nur: "Das beantragte Dokument liegt noch nicht zur Abholung vor." Ich weiß, es ist alles mein Fehler, aber trotzdem hier ein Wunsch: Es wäre toll, wenn man wie bei Paketen verfolgen könnte, wo sich der Pass gerade befindet. Denn dann hätte ich abschätzen können, ob ich die Flüge umbuchen muss oder es vielleicht doch noch klappt. So standen wir drei Stunden vor Abflug nervös im Kreisverwaltungsamt, bis der nette Beamte dort uns die erlösende Nachricht brachte: Der Pass ist da! Ich war erleichtert. Und so was von urlaubsreif.

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