Unter Strom Mirko Borsche schneidet mit einem Laser alles Mögliche und fragt sich, warum

© Mr Beam Lasers UG
ZEITmagazin Nr. 41/2017

Als ich ein Kind war, klang Laser für mich nach Science-Fiction, nach einer gefährlichen Waffe, mit der man die dunkle Seite der Macht bekämpfen konnte – und wie viele Star Wars-Fans träumte ich davon, ein Laserschwert zu besitzen.

Heute ist der Laser in Druckern, in der Stereoanlage, man kann sich sogar die Augen lasern lassen. Trotzdem hat die Faszination bei mir nicht nachgelassen, und daher habe ich den Laser-Cutter Mr Beam erst mal wie ein Ufo bestaunt. Ein 71 x 48 x 17,5 cm großer Kasten, der professionelles Schneiden und Gravieren mit Laser für zu Hause möglich machen soll. Der Cutter schneidet Materialien von Karton, Filz oder Leder bis hin zu 4 mm dickem Sperrholz oder 2 mm dickem Acryl, die Bedienung ist unkompliziert, man kann eigene Grafiken einfach in eine App hochladen und sie dann gravieren oder schneiden. Wir haben im Büro einen Spiegel so von hinten graviert, dass man die Schrift von vorn lesen konnte. Dann haben wir Bierdeckel ausgeschnitten und eigene Grafiken draufgraviert, was super aussah. Aber als die erste Begeisterung vorbei war, fragte ich mich: Wofür braucht man das denn jetzt wirklich? Ich denke, so ein Gerät könnte vor allem für Leute nützlich sein, die selbst gemachte Produkte herstellen und verkaufen – Produkte, die sich mit dem Laser schneiden oder gravieren lassen. Für den normalen Hausgebrauch sehe ich nicht so viele Einsatzmöglichkeiten. Meine Kollegen schon: Als sie feststellten, dass der Supermarkt um die Ecke nicht mehr die kreisrunden Filter führt, die wir für unsere Kaffeemaschine brauchen, haben sie sie kurzerhand mit dem Laser ausgeschnitten. Da habe ich gedacht: Vom Dunkle-Mächte-Besieger zum Filterausschneider – das hat der Laser nicht verdient.

Technische Daten:

Arbeitsfläche: 50 x 40 cm

Max. Höhe: 3,8 cm

Leistung Laser: 5 W

Preis: 2290 Euro

Kommentare

15 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Fingernägel splittern leider meist unschön beim schneiden mit der Nagelschere. Daher ist langwieriges Feilen mit einer feinen Körnung angesagt.

Wenn der Cutter die Nägel nach eingegebenem Kurvenverlauf schneiden und gleichzeitig bakterien- und sporendicht versiegel würde, wäre das ein fantastischer Fortschritt. Die nächste Stufe wäre dann sekundenschnelle Verstärkung und Verlängerung der Nägel, falls Frau am WE längere Nägel möchte, ohne aufgeklebte Tips, natürlich in der Farbe und Kombination der Wahl, angelehnt an die Millionen Farben von z. B. Windows. Sonntagabend dann kurz die Nägel in den Cutter und schon sind die Nägel wieder businesslike gestylt.

Welche Zeitersparnis!