Deutschlandkarte Mehrgenerationenhäuser

ZEITmagazin Nr. 41/2017

Deutschland wird immer älter, 2025 wird die Hälfte der Bevölkerung über 47 Jahre alt sein. In der Annahme, die Alten hätten im Alltag im Vergleich zu früher nicht mehr viel mit den Jungen zu tun, führte Ursula von der Leyen 2006 als Familienministerin die "Mehrgenerationenhäuser" ein: Vereine, Kirchengemeinden und freie Träger können sich seitdem um diesen Titel bewerben und erhalten Zuschüsse von bis zu 40.000 Euro im Jahr. Dafür müssen sie einen Nachbarschaftstreff für Jung und Alt einrichten und noch einiges mehr dafür tun, dass die Generationen zusammenkommen. Etwa indem sie dafür sorgen, dass Senioren Kinder betreuen, dass Jüngere den Einkauf für Alte erledigen oder Demenzkranken mit Gedächtnisübungen helfen. 50.000 Besucher kommen täglich in die Häuser, 18.000 Freiwillige helfen dort mit. In Berlin gibt es mit 20 solcher Einrichtungen mehr als in jeder anderen Stadt, es folgen Hamburg mit sechs und Bremen mit vier Häusern. Die Berliner hätten die Rekordzahl gar nicht so dringend nötig: Mit durchschnittlich 43 Jahren sind sie ein Jahr jünger als die Deutschen insgesamt.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, geografische Verortung: Lutum + Tappert

Kommentare

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"Alternative Lebensformen brauchen auch städtebauliche Gegebenheiten und Konzepte, die über Renditeüberlegungen hinausgehen."

Oh je.. wunder Punkt. Bessere Nutzung bestehender Immobilien ist auch ohne Renditeüberlegungen vorstellbar, aber Neubau?

Obwohl, ein Konzept für bezahlbare Seniorenwohnungen (nur 1 Generation) gibt es seit 496 Jahren:
"Die Fuggerei in Augsburg ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Die Reihenhaussiedlung stiftete Jakob Fugger „der Reiche“ im Jahr 1521. Heute wohnen in den 140 Wohnungen der 67 Häuser 150 bedürftige katholische Augsburger Bürger für eine Jahres(kalt)miete von 0,88 Euro. Sie sprechen dafür täglich einmal ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für den Stifter und die Stifterfamilie Fugger. Bis heute wird die Sozialsiedlung aus dem Stiftungsvermögen Jakob Fuggers unterhalten."
https://de.wikipedia.org/...