© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Kopf ausschalten, Fleischbällchen essen!

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 46/2017

Neulich fiel mir ein, dass ich ja erwachsen bin und essen kann, was ich will. Das hört sich banal an, aber für mich war es ein Moment der Erleuchtung. Ich habe einen Burger gegessen, dazu gab es Pommes. Es hat sehr, sehr gut geschmeckt. Man denkt beim Essen immer so viel daran, was man nicht tun sollte, nicht darf, was nicht gut ist. Als wäre man ein zartes Gebilde, das von ein paar Burgern gleich umkippt. Dabei ist der menschliche Körper recht stabil und auch viel gnädiger, als man so denkt. Er verarbeitet den einen oder anderen Burger ohne Probleme, während es das Über-Ich ist, das Theater macht: Kalorien, Fleisch, Fett, Carbs, oh Gott! Fordern wir es also ein bisschen heraus – und zwar mit Fleischbällchen. In diesen sind auch noch kleine fette schmelzende Käsestückchen versteckt. Was sagst du dazu, liebes Über-Ich?

Den Backofen auf 190 Grad vorheizen. Das Hühnerfleisch hat man am besten beim Metzger durch den Fleischwolf drehen lassen. Es wird mit Salz, Pfeffer, Petersilie und Parmesan vermengt, das kann man ruhig mit den Händen tun. Auf folgende Weise die Fleischbällchen formen: Das Fleisch portionsweise erst in der Handfläche etwas flach drücken, dann einen Käsewürfel in die Mitte legen und alles zu einer Kugel zusammenrollen. Semmelbrösel auf einen Teller geben, die Kugeln darin hin und her rollen, sodass sie von einer dünnen Schicht bedeckt sind.

Bällchen auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen. Mit etwas Olivenöl beträufeln. Ungefähr 12 Minuten lang backen. (Sie sollten vollständig durchgegart sein.)

Mit Käse gefüllte Fleischbällchen (Polpette di Pollo)

Zutaten für 2 Personen: 200 g Hühnerschenkel und -flügel (durch den Fleischwolf gedreht), 1 Prise Salz, etwas schwarzer Pfeffer, 2 EL gehackte Petersilie, 15 g geriebener Parmesan, 50 g geräucherter Mozzarella (oder ein anderer kräftiger Käse wie Bergkäse, Comté, Gruyère), 2 EL Semmelbrösel, Olivenöl

Kommentare

3 Kommentare Kommentieren

Nur für Erwachsene??? Geht's noch? Mag sein, dass das scherzhaft-ironisch gemeint ist, aber in unseren Zeiten finde ich das selbst für einen Scherz unpassend. Auf der einen Seite werden sämtliche Ernährungsgewohnheiten geradezu moralinsauer hinterfragt, auf der anderen Seite werden Kinder und Jugendliche dank der Digitalisierung zur körperlichen Passivität verführt. Smartphone abschalten, PC aus, drei Stunden auf dem Bolzplatz kicken und dann sich die Fleischbällchen schmecken lassen, auch mit 12... so sollt's sein!