Harald Martenstein Über Toastbrot und Wutausbrüche

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ZEITmagazin Nr. 46/2017

Neulich sollte ich über "Deutschland" schreiben, ich wählte das Unterthema "deutsche Einheit". Da kenne ich mich aus. Ich bin aus dem Westen, aber habe seit vielen Jahren einen Wohnsitz in Brandenburg. Dort war mir aufgefallen, dass es im Restaurant oder an Imbissbuden zum Essen oft ungetoastetes Toastbrot gibt, eine Sitte, die mir kulinarisch fragwürdig und lustig vorkommt. Meine sanft kritischen Betrachtungen würzte ich mit einer Hommage an das positive Erbe der DDR-Küche, etwa die leckere Soljanka, und dem Hinweis, dass es auch in der Westküche Fragwürdiges gibt, zum Beispiel die von vielen verehrten Dosenravioli. Das nützte aber nichts.