© Ute Zscharnt für David Chipperield Architects

Mensen 10 für 12

In Betriebsrestaurants blieb man früher unter sich. Manche der neuen Kantinen und Mensen sind aber so gut, dass ihre Küchenteams sie auswärtigen Gästen nicht vorenthalten möchten. Zehn Empfehlungen aus großen, mittleren und kleinen Städten. Von und
ZEITmagazin Nr. 47/2017

Chipperfield Kantine, Berlin

Die Kantine des Architekturbüros Chipperfield in Berlin-Mitte ist unter den Geheimtipps der deutschen Kantinen-Szene der bekannteste. Es kann gut voll werden, auch im Sommer, obwohl zusätzlich schöne Plätze im Hof zur Verfügung stehen. Gekocht wird vom Team des Restaurants Lokal, das im Guide Michelin gelobt wird. Gut ist auch das Brot, das es zum Essen gibt und einen Euro pro Person kostet. Gesunderweise ist Wasser gratis. Manchmal reichen die Karaffen nicht für alle, so hilft man sich tischeübergreifend aus. Das fördert den Gemeinschaftssinn.

Joachimstraße 11, 10119 Berlin; Montag bis Freitag 12 bis 15 Uhr

Arabeska, München

© Soda

Das Arabeska erinnert mehr an ein sehr schickes Lokal als an eine Kantine. Es liegt in demselben Gebäude wie die Versicherung Swiss Re, deren Mitarbeiter hier ein und aus gehen, ist aber offen für alle. Die sechs Köche bereiten die meisten Speisen just dann zu, wenn man sie bestellt hat. Man kann ihnen dabei zugucken. Einer der Köche hat sich auf asiatische Gerichte spezialisiert, die so klangvolle Namen tragen wie Dal Bhat. Das besteht aus Linsen, Reis, Gemüse, Seitan, Ingwer und Chili und ist ein preisgünstiges Alltagsessen aus Indien und Nepal. Typisches Kantinenessen eben.

Arabellastraße 30, 81925 München; Montag bis Freitag 11.30 bis 14 Uhr

Eatside, Berlin

© Christian Hagemann

Im Eatside kommt man sich ein bisschen vor wie auf einem Ausflugsdampfer. Die 300 Quadratmeter große Betriebskantine von Universal Music am Osthafen liegt direkt an der Spree. Im Sommer kann man draußen auf der großartigen Sonnenterrasse essen und den Blick auf die Oberbaumbrücke genießen, eine der schönsten Brücken Berlins. Besondere Mühe gibt man sich hier bei den Namen der Gerichte: "Schafskälte" (Bohnen-Gemüseeintopf mit Lammfleisch), "Goldbräunte Forelle" mit Apfel-Mandel-Sauce, "Bloody Root" (Rote-Bete-Suppe). Hauptgerichte kosten um die sechs Euro, Suppen und Eintöpfe um die drei Euro. Zwischen 12 und 13.30 Uhr wird ein "Stoßzeitenzuschlag" von 50 Cent für externe Gäste erhoben.

Stralauer Allee 1, 10245 Berlin; Montag bis Freitag 11.30 bis 15 Uhr

Mensa der Kunsthochschule, Hamburg

© Klaus Frahm/arturimages

In der Mensa der Hamburger Hochschule für bildende Künste verknüpft man die Themen Kunst und Kochen miteinander – zum Beispiel mit einem "Mensa-Stipendium". Ein Kunstwerk mit Bezug zum Thema Mensa kann gegen einen Monat kostenloses Essen eingetauscht werden. Die täglich wechselnden Mittagsgerichte kosten vegetarisch um die drei Euro für Studenten und fünf Euro für Externe, Fleischgerichte kosten jeweils 50 Cent mehr. Betreiber ist einmal nicht das Studentenwerk, sondern die Firma "Hirn und Wanst". Auf der Speisekarte steht zum Beispiel "Graupenrisotto mit buntem Wurzelgemüse und Rübenschnitzen", dazu Orangencreme. Gekocht wird saisonal und regional, ohne Fertigprodukte und ohne Geschmacksverstärker.

Lerchenfeld 2, 22081; Hamburg Montag bis Freitag 12 bis 15 Uhr

Felleshus, Nordische Botschaften, Berlin

© Kai Abresch

Das Felleshus in Berlin-Tiergarten liegt in einer gastronomischen Brache: In unmittelbarer Nähe befinden sich die Botschaft von Saudi-Arabien, ein Elitegymnasium und die CDU-Zentrale, weit und breit jedoch kein Café und keine Salatbar. Vielleicht gibt sich Kenneth Gjerrud, Chefkoch aus Norwegen, deshalb besondere Mühe, den Mangel auszugleichen: Das Essen in dieser Kantine kann problemlos mit dem eines guten Restaurants mithalten. Auf der Speisekarte stehen nordische Spezialitäten wie Rinderbraten mit Bratapfel und Zwiebeln, Gratinierter Rotbarsch an Wirsinggemüse, Fischsuppe und Hakkebøff (Rindfleischfrikadellen) mit Petersilienkartoffeln und Gurkensalat. Zur Stoßzeit von 11.30 bis 13 Uhr ist das Felleshus nur für Botschaftsmitarbeiter geöffnet.

Rauchstraße 1, 10787 Berlin; Montag bis Freitag 10 bis 11.30 und 13 bis 16 Uhr

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