Google Home Mini Mirko Borsche sagt einem Lautsprecher, was er tun soll

Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 2/2018

Das Gerät Google Home Mini ist im Grunde einfach ein Lautsprecher, mit dem man reden kann. Er ist ungefähr so groß wie ein Donut, passt also in meine Hand. Nachdem ich ihn ausgepackt hatte, musste ich ihn nur noch per App mit dem Smartphone verbinden. Als er online war, konnte ich auch gleich mit ihm reden.

Vor jede Ansage muss man ein "Okay, Google" setzen. Ich sagte also zum Beispiel: "Okay, Google, wie wird das Wetter?" Oder: "Okay, Google, spiel mal ein Lied von The Cure." Und hier gingen die Probleme schon los: Bei den ersten Versuchen, mir etwas von The Cure vorspielen zu lassen, bekam ich irgendeinen Song von Lady Gaga zu hören. Warum, weiß ich auch nicht.

Ich änderte meine Kommunikationsstrategie. Statt dem Lautsprecher ganz konkrete Anweisungen zu geben, ihm also einzelne Bands oder Lieder zu nennen, räumte ich ihm mehr Spielraum ein: Ich bat ihn zum Beispiel schlicht, ein paar Weihnachtslieder laufen zu lassen. Mein Lautsprecher entschied sich auch gleich – für ein Stück ohne Gesang, das nach Fahrstuhlmusik und 8-Bit-Spielekonsole klang.

Als einmal alle Bürokollegen da waren, machte ich eine ganz vage Ansage: "Okay, Google, spiel mal Musik." Den Song, der dann begann, hatte ich nie zuvor gehört. Ich möchte Ihnen den Text nicht in Gänze zumuten, aber die erste Worte lauteten "Good pussy, good pussy". Wir mussten sehr lachen. Ich wollte das Lied sofort unterbrechen. Doch dann fiel mir das nächste Problem auf: Wenn die Lautstärke zu hoch ist, hört der Google Home Mini meine Stimme nicht mehr. Ich muss schreien.

Aus Angst davor, was der Lautsprecher noch so auf Lager hat, blieb ich danach bei unverfänglichen Themen wie dem Wetter.

Technische Daten

Größe: 98 x 42 mm

Gewicht: 173 g

Material: Stoff, Silikon

Preis: 59 Euro

Kommentare

9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Wenn Ihr Mini Sie nicht mehr hört, können Sie ihn links mehrmals antippen - die Lautstärke lässt sich so auch reduzieren. Pro Tippen 10%.

Wenn Sie kein Bezahl-Abo bei Spotify oder Google Play Music haben, dann sucht Google nach einer Playlist bei Spotify mit diesem Bandnamen. Entsprechend können dort auch Titel von Lady Gaga enthalten sein. Ohne Abo kann man eben nicht gezielt einzelne Titel oder Bands hören.

Immerhin - diese Zufallsauswahl über Playlisten ist mir häufig sogar angenehmer, weil ich so ein breiteres Spektrum hören kann, ohne erst alles bis ins Detail selbst festlegen zu müssen.

Kostenlos kann man seine CD-Sammlung übrigens auch gezielt hören, allerdings muss man sie dann zu Google Play hochladen - 50.000 Titel sind möglich. :-)

Trotz massiver Datenschutz-Bedenken: Es macht Spaß, mit dem Ding zu spielen. Sei es die Fragen, die man stellen kann, oder aber auch die Musikwünsche. Man kann übrigens auch sagen "Spiele Deutschlandradio Kultur auf Onky" - und schon hört man es auf seiner Anlage über die großen Boxen - sofern der Onkyo Receiver chromecast beherrscht oder er mittels eines kleinen Chromecast-HDMI-Adapters dazu aufgerüstet wurde. Er schaltet dann sogar automatisch auf den passenden Eingang um..

Wenn nur nicht diese fürchterlichen großen Bedenken wegen meines Datenschutzes wären. So gilt nun für mich: Spielspaß vs. Überbordwerfen sämtlicher meiner Grundüberzeugungen in Bezug auf Datenschutz...

Nachtrag: Man kann natürlich jeden Receiver chromecast-fähig machen. Onkyo war nur ein Beispiel, weil er bei mir im Einsatz ist. Selbst Nicht-AV-Receiver kann man per Cinch-Chromecast Adapter kompatibel machen - aber dann mit weniger Komfort (z.B. keine automatische Wahl des Chromecast Eingangs, kein automatisches Einschalten des Receivers, etc.)