Sonntagsessen Genuss gegen die Dunkelheit

© Rebecca Hoffmann
Die Berlinerinnen Rebecca Hoffmann und Su Song kochen Herzhaftes für die Seele. Auf ihrem Blog "Fraeuleinchen" zeigen sie uns wärmende Rezepte für den Herbst. Von

Da ihre Mutter nicht kochen konnte und sie keine außen verkohlte und innen rohe Fischstäbchen mehr essen wollte, brachte sich die Berlinerin Rebecca Hoffmann mit 13 das Kochen selbst bei. Nach 17 Jahren am Herd beherrscht die heute 30-Jährige von einfachen Spiegeleiern mit Spinat bis hin zu krossen Jakobsmuscheln in Champagnersud nahezu alle Gerichte. Zwei Zutaten hat Hoffmann immer in ihrem Kühlschrank: Butter und Bacon. Damit wird jedes Essen rund, findet sie.

Weil sie nicht nur gerne kocht, sondern auch gern über Essen schreibt, gründete sie Anfang dieses Jahres ihr eigenes Foodblog Fraeuleinchen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Su Song zaubert sie hier viele herzhafte Gerichte, vor allem Fleisch gibt es oft. 

Mit dem Herbst kommt der Kürbis auf den Tisch, der in unserem heutigen Sonntagsessen immer wieder auftaucht. Den Anfang aber machen drei Suppen: Für eine echt schwäbische Flädlesuppe werden erst Pfannkuchen gebacken, die dann als Streifen (Flädle) in der Rinderbrühe landen. Damit die Pastinakensuppe mit Rote-Bete-Chips auch richtig gut schmeckt, empfehlen die beiden Köchinnen die Gemüsebrühe, die man zum Aufkochen der Pastinaken braucht, selbst zu machen. Das Gute daran: hat man sich einmal die Mühe gemacht, ist meist genug übrig, um etwas einzufrieren. Eine Suppe mit Kürbis, die aber kaum nach Kürbis schmeckt, ist Fraeuleinchens Kokos-Kürbis-Suppe mit Garnelen. Mit seiner cremigen Konsistenz sorgt der Kürbis dafür, dass die asiatisch angehauchte Suppe noch ein wenig sämiger wird. 

Welche Vielfalt in so einem Kürbis steckt, zeigen auch die folgenden zwei Gerichte. Aus Weizenmehl, einem Ei und Parmesan rollen Hoffman und Song Kürbisgnocchi und garnieren sie mit Orangenbutter. Weil die beiden Fleisch lieben und befürchten, nicht ganz satt zu werden, kommt noch ein am Vortag mariniertes Lammkarree oben drauf. Herzhaft süß schmecken ihre Kürbispancakes mit Speck und Brombeeren. Mit ein bisschen Geduld, der Kürbis muss erst 40 Minuten in den Ofen, schmeckt er auch zum Frühstück.   

Kürbislos aber trotzdem lecker schmeckt das Zweierlei vom Flammkuchen à la Fraeuleinchen. Obwohl beide Speck lieben, machen sie statt der klassischen Elsässer Art einen fruchtigen Kuchen daraus. Die eine Seite belegen sie mit Birnen- und Zitronenscheiben, die andere mit Feigen, die dann mit Ziegenkäse und Honig überbacken wird. Ein Doppelflammkuchen, sauer- und herb-süß. Ein gutes Gericht für alle, die nicht so recht wissen, ob sie im Herbst schon den Winter fürchten oder sich vielleicht doch auf ihn freuen.

Schwäbische Flädlesuppe © Rebecca Hoffmann
Pastinakensuppe mit Rote-Bete-Chips © Rebecca Hoffmann
Kokos-Kürbis-Suppe mit Garnelen © Rebecca Hoffmann
Kürbisgnocchi mit Orangenbutter und Lammkarree © Rebecca Hoffmann
Kürbispancakes mit Speck und Brombeeren © Rebecca Hoffmann
Zweierlei vom Flammkuchen: Eine Seite ist mit Zitronen- und Birnenscheiben belegt, die andere mit Feigen, Ziegenkäse und Honig. © Rebecca Hoffmann

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