© Sini Ellen

Sonntagsessen Der Winter wird süß

Die Finnin Sini Ellen kocht auf "My Blue & White Kitchen" skandinavische Klassiker mit süddeutschem Einfluss. Für uns hat sie ein sinnliches Adventsmenü zusammengestellt. Von

Wächst man in Finnland mit einem bayerischen Vater auf, lernt man schon früh die vielfältige Welt der Kulinarik kennen. Obwohl Sini Ellen auf ihrem Blog My Blue & White Kitchen vorwiegend nordisch kocht und backt – wie etwa diese weihnachtlichen Zimtschnecken –, beherrscht sie auch nahezu alle Klassiker der süddeutschen Küche. Das liegt daran, dass sie in ihrer Kindheit eine Hälfte des Sommers meist im Allgäu bei den bayerischen Großeltern verbrachte. In einer Küche mit traumhaftem Alpenpanorama vor dem Fenster, verriet die Oma ihr die Geheimnisse der bayerischen Esskultur. Seitdem weiß die Finnin, wie ein Zwetschgendatschi süß und saftig schmeckt.

Da Essen für Ellen vor allem Erinnerung bedeutet, macht sie den Datschi auch hin und wieder in ihrem finnischen Ofen. Auch wenn dort vor dem Küchenfenster die grasenden Kühe, die das Kneten des Teigs so entspannend machen, fehlen.

Da die 25-Jährige ungern alleine isst, lädt sie oft Freunde und Familie zu sich ein. Auch das Menü für unser heutiges Sonntagsessen eignet sich perfekt dafür, es mit Freunden und Familie zu teilen, denn alle Gerichte sind leicht vorzubereiten. Das schont die Nerven des Gastgebers – was in der Vorweihnachtszeit nicht schaden kann –, und gibt dem Koch die Möglichkeit, die Zeit mit den Gästen, anstatt in der Küche zu verbringen.

Mit etwas Vorbereitung kann man diese mit einer wärmenden Tasse Apfelglögg mit Calvados – eine Variation des skandinavischen Glühweins – empfangen. Dazu reicht Ellen selbstgemachtes Knäckebrot mit schwarzem und weißem Sesam sowie Mohn. In Skandinavien ist das hauchdünne Brot fester Bestandteil jedes Küchenschranks. Laut Ellen überstehen die Nordeuropäer dank des Knäckebrots jedes Jahr aufs Neue die dunklen, kalten Winter. Denn mit ein wenig Butter, Käse oder Gurken hebt es schnell die Laune.

Haben alle am Tisch Platz genommen, öffnet Ellen eine Flasche Wein, dazu reicht sie geröstete Crostini mit Ricotta und Waldpilzen, die man auch selbst sammeln kann. Als Vorspeise serviert sie einen winterlichen Salat mit gebackenem Ziegenkäse, Trauben und Walnüssen. 
Danach gibt es etwas fürs Auge: Mit der selbst gemachten Kräuterpaste leuchtet der Couscoussalat giftgrün. Dazu empfiehlt Ellen normalerweise eine geschmorte Lammkeule oder Kalbsbraten. Aber wegen der vielen kleinen Vorspeisen verzichtet sie heute darauf.   


So ist auch noch genügend Platz für den Toscakuchen, einem Traum aus Mandeln, Karamell und einem saftigen Boden. Den nordischen Klassiker buk schon ihr Urgroßvater nach einem Familienrezept, das lange wie ein Geheimnis gehütet wurde.  

Wer später noch einmal Lust hat zu naschen, für den hat Ellen Lavendelkekse vorbereitet, die mit einem guten Glas Rotwein besonders gut schmecken. So sinnlich darf die Vorweihnachtszeit beginnen.

Finnische Zimtschnecken © Sini Ellen
Das Alpenpanorama vor dem Fenster von Ellens Großmutter © Sini Ellen
Original bayerischer Zwetschgendatschi © Sini Ellen
Apfelglögg mit Calvados, die skandinavische Variante des Glühweins © Sini Ellen
Selbstgemachtes Knäckebrot mit schwarzem und weißem Sesam und Mohn © Sini Ellen
Crostini mit Ricotta und gesammelten Waldpilzen © Sini Ellen
Überbackener Ziegenkäse auf Salat mit Trauben und Walnüssen © Sini Ellen
Couscous-Salat mit selbstgemachter Kräuterpaste © Sini Ellen
Toscakuchen, ein skandinavischer Klassiker aus Mandeln und Karamell © Sini Ellen

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