© Rosina Ostler

Sonntagsessen Lasset uns schmausen!

Aus der Serie: Sonntagsessen
Rosina Ostler von "Kochherz" lernte von ihrer Oma, einer alten Freundin Eckart Witzigmanns, die Grundregeln des Kochens. Für uns zaubert sie ein weihnachtliches Menü. Von

Rosina Ostler hatte mit ihrer Großmutter gleich zweimal Glück. Nicht nur, dass ihre Oma eine begnadete Hobbyköchin war und Rosina schon als Kind in den Genuss kam, die ausgefallensten Gerichte probieren zu dürfen. Zudem war sie auch mit dem großen Eckart Witzigmann befreundet, der in den siebziger Jahren die französische Nouvelle Cuisine nach Deutschland brachte. Mit ihm tauschte Rosinas Oma regelmäßig Rezepte aus, die sie am liebsten für Gäste und Familie kochte. Ihre Kreationen hielt sie in einem Rezeptebuch fest, das handgeschriebene Buch gab sie an ihre Tochter weiter. Die Liebe zum Kochen wurde bei den Ostlers also vererbt und gutes Essen und lange Familienabende zur Tradition.

Schon als Teenager kochte Rosina Marmelade ein, probierte sich an selbstgemachtem Ketchup oder backte für Freunde und Verwandte Pralinen. Ihre Erfahrungen teilte sie auf ihrem Foodblog Kochherz. Weil die 22-Jährige nicht nur gerne kocht, sondern auch andere damit verwöhnen möchte, weitete sich ihr Hobby schnell zu einem Einfrau-Catering aus. Als buchbare Köchin kreiert sie für bis zu 20 Personen ausgefallene Gerichte, die nahezu alle auf den Rezepten ihrer Großmutter basieren. 


Dass es der Münchenerin wirklich ernst ist mit dem Kochen, zeigte sich bei der Wahl ihres Masters. Diesen absolviert sie gerade an der Universitá du Scienze Gastronomiche in Piemont in Italien, dem Ort, an dem das Slow Food erfunden wurde. Seit sie in der aktuellen Staffel der Kochshow The Taste den dritten Platz belegte, weiß sie, Kochen ist ihr Beruf.

Auch wenn bei den Ostlers fast immer Gutes auf den Tisch kommt, waren Rosinas Highlights schon immer die Weihnachtsessen. Sie liebt die Winterküche. Die schmeckt so herrlich "nussig, dunkel, süß und herb", sagt sie. 
Für ihr 5-Gänge-Weihnachtsmenü, das sie so ähnlich auch an Heiligabend für ihre Familie kochen wird, orientierte sich Rosina – natürlich – an der Familientradition. Die besagt, dass es an Weihnachten immer Wild geben muss, meistens Reh. Doch bevor das serviert wird, kommen noch Vorspeise, Zwischengang und der erste Hauptgang auf den Tisch.

Den Anfang macht ein Geflügel, das es bei Rosinas Großeltern oft gab: Taube mit Kaffee, Roter Bete, Feigen und Mohn. Da es bei den Ostlers meist an einem der Feiertage Hummer gibt, entschied sich Rosina bei ihrem Zwischengang für etwas Ähnliches: eine Languste mit Topinambur, Kumquat und Röstbrot. Danach folgt der erste Hauptgang: Fasan mit Sellerie, Apfel, Schwarzwurzel und Haselnüssen. Manch einer mag sich nach diesen drei Gängen schon zufrieden zurück lehnen. Dabei darf man sich an keinem anderen Tag im Jahr so viel Zeit (zwischen den Gängen) nehmen wie an Heiligabend. Wann sonst steht die Welt scheinbar für ein paar Momente still. Deshalb ist das Bezwingen des Hauptgangs – Reh mit Kürbis, Maronen, Brombeeren und Cassis –  nur eine Frage des Timings. Etwas Süßes zum Schluss geht so oder so. Dafür vertraut Rosina auf einen Klassiker aus dem Weihnachtsdessertrepertoire ihrer Mutter: Portweinbirne mit Lebkuchenmousse.

Taube mit Kaffee, Roter Bete, Feigen und Mohn © Rosina Ostler
Languste mit Topinambur, Kumquat und Röstbrot © Rosina Ostler
Fasan mit Sellerie, Apfel, Schwarzwurzel und Haselnüssen © Rosina Ostler
Reh mit Kürbis, Maronen, Brombeeren und Cassis © Rosina Ostler
Portweinbirne mit Lebkuchenmousse © Rosina Ostler

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