Bruschetta Burro e Alici © Valeria Necchio

Sonntagsessen Little Italy in London

Essen verbindet – davon ist Valeria Necchio überzeugt. Sie möchte die Kraft der Küche nutzen, wenn sie in London für ihr Blog "Life Love Food" italienisch kocht. Von

Ein Leben ohne italienisches Essen, das kann sich Valeria Necchio nicht vorstellen. Deshalb teilt sie seit fünf Jahren auf ihrem Blog Life Love Food Erinnerungen an ihre Heimat – kulturell wie kulinarisch. Der Austausch darüber, was es heißt, "gut" zu essen, liegt ihr dabei besonders am Herzen.

Die Bloggerin ist in einem kleinen Dorf nahe Venedig aufgewachsen. Das gemeinsame Essen war in ihrer Familie Tradition, von der einenden Kraft zusammen eingenommener Mahlzeiten ist Necchio überzeugt.

Zu Hause in Italien kamen dafür nur beste Zutaten auf den Teller: Eier der eigenen freilaufenden Hühner, Gemüse und Obst aus dem Garten, Fisch vom Markt und Fleisch vom Nachbarbauern. So überrascht es auch nicht, dass Necchio nach einem Sprachstudium noch einen Master in Lebensmittelkultur machte. 

Für die Entwicklung neuer Rezepte verlässt sie sich meist auf ihren Instinkt und schwelgt in Erinnerungen an Italien. Dabei folgt sie keiner bestimmten Ernährungsweise – ihr Motto lautet: in vollen Zügen genießen. Seitdem Necchio mit ihrem Ehemann im verregneten London lebt, ist das besonders wichtig. Hier nun ihr italienisches Kaltes-Wetter-Menü:

Als Aperitif serviert Necchio eine Variante der traditionell-romanischen Cucina Povera, der Armenküche Italiens. Bruschetta Burro e Alici ist ein Gericht, das dank seiner nährstoffreichen Zutaten früher besonders geschätzt wurde und schnell angerichtet ist. Dafür belegt Necchio frisch getoastete Brotscheiben mit Butter. Kurz vor dem Essen verteilt sie auf den gebutterten Scheiben ganze, würzig eingelegte Sardellen.

DiePomodori al Risomüssen vorbereitet werden, weil nicht nur Zeit fürs Kochen, sondern auch für die Intensivierung des Geschmacks eingeplant werden sollte. Will Necchio die mit Reis gefüllten Tomaten zum Abendessen servieren, beginnt sie schon nachmittags mit der Füllung. Vier mittelgroße Tomaten reichen aus, um zwei Personen satt zu machen. Diese füllt sie mit einer Mischung aus Risotto, Salz, Pfeffer, Knoblauch und Basilikum.

Als Hauptgericht gibt es eine Hommage an "die Werte italienischer Kochkunst", wie sie sagt. Schnell, einfach, wenige Zutaten und viele Hülsenfrüchte, das sind die Grundpfeiler der vegetarischen Küche Italiens, meint Necchio. Es geht um Lenticchie in Umido, gedämpfte Linsen. Die braunen Linsen werden mit einer kleinen Zwiebel, Knoblauch, Minze und Olivenöl verfeinert. Das schmeckt auch kalt oder mit einem hart gekochten Ei dazu.

Genauso schnell wie die Linsen geht der leicht bittere Radiccio-Granatapfel-Salat. Dazu gibt die Bloggerin fein geschnittenen Fenchel und Rucola auf die angerichteten Radiccio-Blätter und verrührt den Saft einer Orange, Olivenöl, Essig und Salz zu einer cremigen Emulsion. Dieses fruchtige Dressing und die saftigen Kerne des Granatapfels runden das winterliche Gericht ab.

Ein krönender Abschluss bildet der Butternut Pistachio Bundt Cake. Gemahlene Mandeln, Kürbis und Zimt sorgen für ein würziges Aroma. Eine Glasur aus Ricotta, Ahornsirup und gehackten Pistazien machen den Kuchen zu einem beglückenden Dessert.

Zu Tee oder Kaffee serviert Necchio Schokolade. Die Salt-Kissed Dark Chocolate Barksbestehen aus Bitterschokolade, knackigen Mandeln, Pistazien und kandierten Orangenstücken. Für Süßmäuler vielleicht der Höhepunkt dieses Sonntagsmenüs.

Pomodori al Riso © Valeria Necchio
Lenticchie in Umido © Valeria Necchio
Radiccio-Granatapfel-Salat © Valeria Necchio
Butternut Pistachio Bundt Cake © Valeria Necchio
Salt-Kissed Dark Chocolate Barks © Valeria Necchio

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