© Cynthia Gee

Sonntagsessen Asiatischer Leichtsinn

Von Bibimbap zu chinesischen Tee-Eiern – Cynthia Gee von "Two Red Bowls" aus New York beherrscht alle Klassiker der asiatischen Küche. Ein fernöstlicher Sonntagsgenuss Von

Dass Cynthia Gee sich erst vor fünf Jahren an den Herd traute, merkt man ihrem Foodblog Two Red Bowls nicht an. Erst letztes Jahr wurde die Seite der in New York lebenden Chinesin unter die Finalisten des "Saveur Best Food Blog Awards 2014" gewählt – eine Auszeichnung, die ungefähr so viel zählt wie eine Michelin-Empfehlung für Restaurants. Motiviert von ihrer neu eingebauten Küche und dem Wunsch, nicht ständig die Nudeln vom Vortag essen zu müssen, probierte sich Gee in der Küche aus. Ihr ist es wichtig, zu jeder Tageszeit das essen zu können, worauf sie Lust hat. Wie die Chinesischen Tee-Eier ihrer Mutter, nach denen es ihr immer dann gelüstete, wenn sie die Nacht mal wieder über ihren Jura-Büchern verbringen musste. Sie musste also dringend lernen, wie man sie selbst zubereitet.   

Damit die Lieblingsgerichte ihrer Kindheit oder neu entdeckte Kreationen auf Reisen nicht nur Erinnerungen bleiben, gehörte das Experimentieren am Herd fortan zu Gees Alltag. Auch heute, mit 26, ist sie diesem Prinzip treu geblieben und kocht in ihrer kleinen Küche in Brooklyn mehr nach Gefühl als nach Rezept. Meistens für sich und ihren Verlobten.
So erklärt sich auch der Name des Blogs, da fast alles, was sie zubereitete, in zwei rote Schüsseln passt – eine für ihn, eine für sie. Hin und wieder kocht Gee auch für Freunde, ebenfalls meist asiatisch. Mit chinesischen Wurzeln und einer koreanischen Schwiegermutter, liegt ihr diese Küche sozusagen im Blut. Letztere war es auch, die ihr ihr Lieblingsgericht Bibimbap beibrachte, einen koreanischen Klassiker. 

Beginnen wir das Sonntagsessen mit einem leichten winterlichen Salat. Dafür karamellisiert Gee Walnüsse in Butter und Zucker, schneidet Birnen in dünne Scheiben und verteilt beides auf einem Bett aus Salatblättern. So auch das Honig-Senf-Dressing mit Zimt. Die Süße der Früchte und Nüsse bekommt mit etwas Gorgonzola einen strengen Gegenspieler. Zu dem Salat serviert sie ihre selbstgemachten und mit Kräutern gefüllten Brotschnecken

Ist es ungemütlich draußen, macht Gee als Hauptgang einen koreanischen Rindereintopf, mit Sojasauce als Basis. Bei niedriger Hitze sollte er mindestens vier bis fünf Stunden einkochen, aber schon nach einer Stunde passiert etwas Magisches, verspricht sie. Als Beilage empfiehlt die Juristin ihren Kartoffelstampf mit Salbeibutter.

Wer lieber Fisch statt Fleisch isst, für den hat Gee ein tolles Rezept für Teriyaki-Lachs. Auch wenn der Name Salmon en papilotte kompliziert klingt, ist es eigentlich ganz einfach. Bevor der Fisch in den Ofen kommt, wird er in Sojasauce, braunem Zucker und Frühlingszwiebeln mariniert. Anschließend wird er in Backpapier gepackt und bei milder Hitze im Ofen gegart. Für die Teriyakisauce wird die restliche Marinade in die Pfanne gegeben (so karamellisiert der braune Zucker und die Sojasauce dickt ein) und dann über den Lachs geträufelt. Kann sie sich zwischen Fisch und Fleisch nicht entscheiden, macht Gee Dumplings – selbstverständlich mit selbstgemachtem Teig. Vegetariern serviert sie eine leckere Gemüsefüllung.

Für den süßen Abschluss gibt es bei Gee allerdings einen italienischen Klassiker – Panna Cotta, verfeinert mit Kardamom und Safran.

Chinesische Tee-Eier © Cynthia Gee
Winterlicher Salat mit karamellisierten Walnüssen, Birnen und Gorgonzola © Cynthia Gee
Brotschnecken, gefüllt mit Kräutern © Cynthia Gee
Koreanischer Rindereintopf © Cynthia Gee
Kartoffelstampf mit Salbeibutter © Cynthia Gee
Dumplings mit drei Füllungen © Cynthia Gee

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