© Julia Gartland

Sonntagsessen Gesund, mit einem guten Stück Butter

Die 25-jährige Kalifornierin Julia Gartland kocht in ihrer Brooklyner Küche bunt, saisonal und glutenfrei. Auf "Sassy Kitchen" sammelt sie ihre leckersten Rezepte. Von

Julia Gartlands Kochkunst liegt im Detail. Wenn die 25-Jährige kocht, kommen nur feinste Zutaten auf den Tisch. Ein Kastanienhonig ist ihr schon mal 16 Dollar wert. Da das Leben in Brooklyn aber auch ohne Feinschmeckergaumen teuer ist, fing Gartland mit 17 an, selbst in der Küche zu experimentieren. Vom glutenfreien Pizzateig bis zum Kräutersalz macht sie seitdem fast alles selbst. Nur an Bagels ist sie bisher gescheitert. Die schmecken ihr nur mit dem berüchtigten Klebereiweiß richtig gut.

Auch beruflich kann sich Gartland inzwischen ihrer Leidenschaft widmen. Die Fotografin hat sich auf Food- und Lifestyle-Fotografie spezialisiert. Beste Voraussetzungen für ihr eigenes Foodblog Sassy Kitchen.

Was dort auf den Tisch kommt, ist in der Regel bunt, saisonal und einfach zuzubereiten. Gartland liebt zwar die feine Küche, aber im Herzen ist und bleibt die gebürtige Kalifornierin ein Hippie. 

Kocht man vorwiegend mit dem, was die Natur einem gerade zu bieten hat, bedeutet das im Winter viel Wurzelgemüse. Einer von Gartlands Favoriten: Rote Bete, nicht zuletzt, weil die kräftige Farbe das Warten auf den Frühling erleichtert. Für unser heutiges Sonntagsessen verarbeitet Gartland die Rote Bete zu einer Suppe. Um dieser einen kräftigeren Geschmack zu verleihen, gibt sie Ingwer und Fenchel dazu. Eine Pastinake macht das Ganze cremig. 

Bevor die Grünkohl-Saison zu Ende geht, legt Gartland uns ihren Kale-Salat mit gerösteten Kichererbsen ans Herz. In einer Schüssel mit Olivenöl, Kreuzkümmel, Sesam, gehacktem Koriander, Kurkuma sowie Pfeffer und Salz gewendet, kommen die Kichererbsen für 40 Minuten in den Ofen. Knusprig gebacken sind sie das perfekte Pendant zum frischen Dressing aus Miso, Nori (Sushi-Algen) und Tamari.

Dass Salat nicht immer grün sein muss, zeigt uns Gartland mit ihrem französischen Linsensalat. Die in Kreuzkümmel und Öl gerösteten Karotten, die obendrauf kommen, lassen Fernweh aufkommen.

Obwohl das Frühstück Gartlands Lieblingsmahlzeit ist, entdeckte sie aufgrund von geröstetem Blumenkohl mit Kichererbsen und Kapern-Dressing das Mittagessen neu. Anstatt in den Ofen, kommen die Kichererbsen in eine Pfanne und werden golden geröstet. Noch warm, bestäubt man sie mit getrocknetem Koriander, dann bleibt er von alleine haften. Der mit Olivenöl und Zitronensaft beträufelte Blumenkohl – mit etwas Glück bekommt man ein lilafarbenes Exemplar – röstet derweil im Ofen. In einem Einweckglas schüttelt Gartland Kapern, Olivenöl, Knoblauch, gerupfte Minze und etwas Zitronensaft zu einem Dressing. Angerichtet wird alles auf einem großzügigen Klecks griechischem Joghurt. Der sorgt für Frische.

Gartland verträgt kein Gluten. Deshalb auf Pizza zu verzichten, kam für die 25-Jährige aber nicht infrage. Als Ersatz für das herkömmliche Weizenmehl experimentierte sie mit gemahlenen Mandeln und einem zerkleinerten Blumenkohl. Mit drei Eiern wurde daraus ein Teig, grün gefärbt durch getrockneten Thymian. Nach zwanzig Minuten im Kühlschrank ist dieser auch schon fertig zum Ausrollen. Anstelle der Tomatensoße bevorzugt Gartland selbst gemachtes Pesto, als Belag kommen Tomaten, Mozzarella, Schinken und Rucola obendrauf.

Nicht nur weil ihr Mitbewohner Russe ist: Hochprozentiges im Haus zu haben, ist selten verkehrt. Damit der Gin nicht nur nach Gin schmeckt, empfiehlt Gartland, ihn zum Beispiel mit Lorbeerblättern zu versetzen. Andere Kräuter gehen auch. Schon nach einer Woche haben die Blätter ihr Aroma abgegeben und der selbst gemachte Lorbeer-Gin kann getrunken werden.

Vielleicht sogar zu Gartlands Mandel-Mohn-Kuchen, den man am besten warm, mit einem Klecks Marmelade, serviert. Aber selbst kalt zum Frühstück schmeckt er noch. Denn Gartland verzichtet vollkommen auf Mandelextrakt. Nur weil Marzipan aus Mandeln gemacht wird, muss nicht jeder Mandelkuchen nach Marzipan schmecken, findet sie.
Obwohl die Fotografin beim Backen grundsätzlich auf Kokosnussöl vertraut, gehört in diesen Kuchen Butter. Denn erst sie bringt die Mandel dazu, ihr volles, nussiges Aroma zu entfalten. Manchmal bedeutet Feinkost eben ein gutes Stück Butter im Kuchen.

Rote-Bete-Suppe mit gerösteten Pistazien © Julia Gartland
Grünkohlsalat mit gerösteten Kichererbsen und Miso-Dressing © Julia Gartland
Linsensalat mit Ofen-Karotten © Julia Gartland
Gerösteter Blumenkohl mit Kichererbsen und Kapern-Dressing © Julia Gartland
Glutenfreie Blumenkohl-Pizza mit Pesto, belegt mit Mozzarella, Prosciutto und frischem Rucola © Julia Gartland
Selbst gemachter Lorbeer-Gin © Julia Gartland
Mandel-Mohn-Kuchen © Julia Gartland


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