© Elizabeth Stark

Sonntagsessen Lecker Landleben

Landidyll statt hippes Stadtleben: Zwei ausgewanderte Großstädter zeigen auf dem Blog "Brooklyn Supper", wie man mit saisonalen Zutaten ein raffiniertes Menü zubereitet. Von

Vor zwei Jahren zog es Elizabeth Stark und Brian Campbell von der Stadt aufs Land: Die pulsierenden Straßen Brooklyns ließen sie für die idyllische Landschaft an den Blue Ridge Mountains in Virginia hinter sich. Diese Umgebung passt im Grunde auch besser zum Lebensstil des Ehepaares und dessen bevorzugter Art der Ernährung. Denn die Zutaten für die simplen Rezepte, die sie auf ihrem Foodblog Brooklyn Supper veröffentlichen, beziehen sie nun von den Bauernhöfen in der Nachbarschaft oder von kleinen Läden in der Umgebung.

Der Weg über den Wochenmarkt ist für Elizabeth Stark die größte Inspiration – dort findet sie oftmals neue saisonale Zutaten, mit denen sie in der Küche ihre Kochimprovisation fortsetzen kann. Ein kleines Abendessen mit den beiden Töchtern und Freunden unter freiem Himmel ist für das Ehepaar die perfekte Mahlzeit. "Nach dem langen, kalten Winter ist es wundervoll, wieder mit den frischen Zutaten des Frühlings zu arbeiten", sagt Elizabeth Stark. Knackige Salate, gegrilltes Fleisch und fruchtiger Nachtisch – das ist für sie das ideale Menü für einen Abend mit Freunden.

Aus ihrer Sammlung aus liebevoll zusammengestellten Rezepten präsentiert Elizabeth Stark uns ein Menü, das sich herrlich dazu eignet, den Frühling zu feiern. Man muss dafür aber nicht den ganzen Tag in der Küche verbringen, denn die Gerichte sind einfach und schnell zubereitet.

Den Anfang macht geröstete Bete mit Kräuter-Tsatsiki. Die Knollen der Roten und der gestreiften Chioggia-Bete lassen sich hervorragend im Voraus gar kochen und im Kühlschrank lagern, so sind sie immer schnell zur Hand. Im Ofen röstet Stark sie mit einer Gewürzmischung aus Selleriesamen, Paprika und Knoblauchpulver knusprig. Das Tsatsiki aus griechischem Joghurt, Olivenöl, Essig und einer Mischung aus gehackten Zwiebeln, Petersilie, Dill, Knoblauch, frisch gepresster Zitrone sowie Salz und Pfeffer bereitet sie schon am Tag zuvor zu. So kann sich der Geschmack optimal entfalten.

Ein Bund Grünkohl, ein kleiner Blumenkohlkopf und eine Sellerieknolle – viel mehr braucht man nicht für die senfgrüne Suppe mit Grünkohlchips. Die Köchin verwendet für ihre Chips den Lacinato-Kohl, der hierzulande als Palmkohl bekannt ist. Herkömmlicher Grünkohl geht aber auch. Die Blumenkohlröschen und Selleriestücke werden im Ofen für eine knappe halbe Stunde vorgegart. Eine Hälfte des Palmkohls kommt, in grobe Fetzen zerteilt, in den Ofen bis die Blätter knusprig sind. Schalotten, Knoblauch, Salz und Pfeffer in einem Topf andünsten, dann die andere Hälfte des Palmkohls, Sellerie und Blumenkohl dazugeben. Mit reichlich Flüssigkeit 20 Minuten kochen, dann pürieren bis die Suppe eine samtige Konsistenz hat. Mit Zitronensaft und Sojasoße geschmacklich abrunden, die farbstarken Kohlchips auf den Suppentellern verteilen und servieren.

An einem milden Frühlingsabend kann auch wieder draußen gegrillt werden. Bis die Glut des Grills heiß genug ist, kann man das Steak vorbereiten. Elizabeth Stark kauft Fleisch von grasgefütterten Rindern vom lokalen Metzger, das sei geschmackvoller, etwas hagerer und weniger zäh. Sie reibt das Fleisch mit Meersalz und schwarzem Pfeffer ein und nutzt Traubenkernöl, um den Rost sparsam damit zu bestreichen. Dann werden die Steaks vier bis fünf Minuten von jeder Seite gegrillt, einige Minuten beiseitegestellt und mit einer Meerrettich-Kräuter-Butter und gerösteten Stampfkartoffeln angerichtet.

Schneidet man Artischocken an, werden sie sofort braun. Deshalb hat Elizabeth Stark immer eine aufgeschnittene Zitrone zur Hand, wenn sie Babyartischocken schält, um an deren Herzen zu kommen. Für die gerösteten Babyartischocken und Perlzwiebeln tunkt sie die Herzen sofort in ein Bad aus frischem Zitronensaft und etwas Wasser und halbiert sie anschließend. Artischocken und Perlzwiebeln mit Olivenöl und Zitronensaft mischen und großzügig mit Meersalz und Pfeffer würzen. Im Ofen eine knappe halbe Stunde backen und mit frischer Petersilie, etwas Zitrone und einer Prise Salz abrunden.

Als bittersüßen Nachtisch reicht Stark einen Schokoladenkuchen mit Ingwer und Meersalz. Ein besonderer Kuchen, denn das Mehl lässt sie einfach weg. Stattdessen wird jede Menge Bitterschokolade mit 70 Prozent Kakaoanteil verarbeitet und mit Eiern, Butter, Ingwer, Zucker und etwas Meersalz vermengt.

Aber dem nicht genug: Den krönenden Abschluss des Abends bildet eine kühle Eiscreme mit Ziegenkäse und Balsamico. Viel Sahne, Vollmilch, Eigelb und Zucker sind die Basis der reichhaltigen Mischung. Dazu kommen Ziegenkäse, etwas Salz, Wodka und Balsamico. Elizabeth Stark liebt die pikante Note dieser ungewöhnlichen Erfrischung – leicht grasig, hell und cremig.

Rote Bete aus dem Ofen mit Kräuter-Tsatsiki © Elizabeth Stark
Senfgrüne Suppe mit Grünkohlchips © Elizabeth Stark
Rindersteak vom Grill mit einer Meerrettich-Kräuter-Butter und gerösteten Stampfkartoffeln © Elizabeth Stark
Geröstete Artischocken mit Perlzwiebeln und Petersilie © Elizabeth Stark
Schokoladenkuchen ohne Mehl, aber mit Ingwer und Meersalz © Elizabeth Stark
Eiscreme mit Ziegenkäse und Balsamico © Elizabeth Stark

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