© Danielle Copperman

Sonntagsessen Ein Model hat Hunger

Danielle Coppermann ist Model und isst leidenschaftlich gern. Wie sie das vereint, zeigt sie auf ihrem Blog "Model mange tout" mit Waffeln, grüner Milch und Schokosauce. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Ein Model, das zum Frühstück Kuchen isst? Genau das macht Danielle Copperman liebend gern. Allerdings nur, wenn der Kuchen selbst gemacht ist. Denn wie bei allem, was man isst, kommt es darauf an, was drin ist. Seitdem die Britin für ihre Kariere als Model mit 16 von zu Hause auszog, musste sie sich selbst versorgen. Kochen war plötzlich ein Thema, sie stand immer öfters in der Küche. Und das berufsbedingt wahrscheinlich mit einem größeren Bewusstsein als viele andere. Sie beschäftigte sich mit einzelnen Nahrungsmittel und stellte fest, dass Haut, Energie und Körpergefühl am besten waren, wenn sie auf raffinierten Zucker, Milchprodukte und Gluten verzichtete. Sie wollte wissen, warum, und studierte neben dem Modeln noch Ernährungswissenschaften. Mittlerweile ist sie diplomiert.

Der Name ihres Blogs rührt von Coppermans ursprünglicher Idee, die Vorurteile gegenüber Modeln und ihrer Ernährung aus der Welt zu schaffen. Weil sie und die Mitbewohnerinnen ihrer Model-WG durchaus gerne aßen, gab sie ihrem Blog den französischen Namen Model mange tout, was "Models essen alles" bedeutet. Copperman hasst Kalorienzählen. Das Wichtigste ist, dass man möglichst natürliche und unverarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, sagt sie. Und die natürlich in Maßen.

Dass die 21-Jährige nicht dogmatisch ihrem Ernährungsplan folgt, zeigt das erste Gericht unseres Sonntagsessen. Als sie sich vor Kurzem mit ihrer Mutter in einem ihrer Lieblingscafés in London ein Stück des leckeren Zitronenkuchens mit Polenta und Pistazien gönnte, packte sie der Ehrgeiz, zu Hause eine zucker- und glutenfreie Variante zu kreieren. Statt Polenta wählte sie Amaranth – das sorgt, noch ungekocht, für den nötigen Crunch. Das Mehl ersetzt sie durch gemahlene Mandeln, gesüßt wird mit Honig oder Agavendicksaft. Da Amaranth das proteinreichste Pseudogetreide ist, eignet sich der Kuchen laut Copperman wunderbar als süßes Frühstück. Aber natürlich auch als Nachtisch oder als Snack zwischendurch.

Wie sehr Copperman die erste Mahlzeit des Tages liebt, bewies sie spätestens mit der Kreation ihres eigenen Müslis, das sie seit Juli letzten Jahres unter dem Namen Qnola vertreibt. Weil sie trotz der Ernährungsumstellung morgens nicht auf Granolamüsli verzichten wollte, erfand sie ihre eigene Variante des knusprigen Müslis, ohne Zucker und auf Quinoa-Basis.

Auch aus Buchweizen zaubert sie ein leckeres Frühstück, wie Coppermans Waffeln mit Kokosnuss und Schokocreme beweisen. Für sie braucht man nicht mal ein Waffeleisen. Statt Weizenmehl nimmt sie eine Mischung aus gemahlenen Mandeln und Buchweizen, dazu kommen Zimt, Mandelmilch, Backpulver, Eier und Kokosnussöl. In einer Grillpfanne werden die Pancakes von beiden Seiten goldbraun gebacken. Anschließend in Streifen geschnitten, lassen sie sich gut in die Sauce aus dunklem Schokoladenpulver, Kokosnussöl und –milch tunken. Anders als verarbeitete Schokolade, die für schlechte Haut sorgen kann, hat pures Kakaopulver sogar eine reinigende Wirkung, sagt Copperman.

Hat man Lust auf ein wenig Erfrischung, empfiehlt die 21-Jährige ihre grüne Milch, für die man nur zwei Zutaten braucht: Gurken und Kokosmilch. In einem Mixer erst die Gurke pürieren und dann die Kokosmilch dazugeben. Für etwas mehr Geschmack kann man noch mit frischer Minze nachwürzen. Eisgekühlt schmeckt sie am besten.

Ebenso grün, aber eine ganze Mahlzeit für sich, sind die Pfannkuchen mit Zucchini und Spinat. Püriert man das Grünzeug und vermengt es anschließend mit dem Teig, sind die Pfannkuchen eine gute Möglichkeit, Gemüse zu essen, ohne, dass man es schmeckt. Zu einem herzhaften Abendessen wird es mit Avocado, Spinatblättern und einem Dressing aus Tahini, Karotten, Ingwer, Honig und Limettensaft.

Hat Copperman Lust auf Nudeln, macht sie am liebsten ihre eigenen – aus Sellerie, die sind garantiert glutenfrei. Mit einem Spiralschneider oder auch einem Schäler werden aus den Knollen spaghettiartige Nudeln, die sie kurz in heißem Wasser blanchiert, damit sie nicht allzu hart sind. Für eine Carbonara kocht sie Kokosnussmilch, Öl, Senf, Tahini, Zitronensaft, Knoblauch und Pfeffer zu einer cremigen Sauce. Die salzigen Zutaten und frischen Kräuter nehmen der Kokosmilch vollkommen ihre seifig-süße Note, sagt sie.

Auch wenn Danielle Copperman von ihrer Ernährung überzeugt ist, kann sie manchmal einem Stück Käse nicht widerstehen. Den liebt sie einfach, entweder geschmolzen auf der Pizza oder mit einem fruchtigen Chutney als Snack zwischendurch. Auch Brot vermisst sie sehr. Da hat sie aber inzwischen eine glutenfreie Variante kreiert, die sie als Miracle Bread bezeichnet. Es basiert auf Körnern und Nüssen.

Zitronenkuchen mit Amaranth und Pistazien und einer Glasur aus Avocado und Honig © Danielle Copperman
Waffeln aus Buchweizenmehl mit selbstgemachter Schoko- und Kokonusscreme © Danielle Copperman
Coppermans grüne Milch aus Gurke und Kokosmilch © Danielle Copperman
Grüne Pfannkuchen mit einem Dressing aus Tahini, Zitronensaft, Honig und pürierter Karotte © Danielle Copperman
Spaghetti Carbonara aus Sellerie © Danielle Copperman

Kommentare

6 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Tolle und vor allem kreative Rezepte. Das Wissen, um dies alles auch so gekonnt umzusetzen, muss man erst einmal haben. Den Amaranthkuchen werde ich demnächst gleich einmal ausprobieren. Und auf die Idee, so einfach sie auch ist, Gurke und Kokosmilch miteinander zu kombinieren, bin ich bisher - trotz meiner vielen Kochbücher - auch nicht gekommen. Meinen Respekt - vor allem auch deshalb, weil diese Rezepte praktisch alle Nährstoffe liefern, die unser Körper braucht.