© Nadine Horn & Jörg Mayer

Sonntagsessen Früchte der Natur

Diesen Tacos mangelt es vielleicht an Fleisch, aber sicher nicht an Geschmack. Auf "Eat this!" zeigen Nadine Horn und Jörg Mayer, wie vielfältig die vegane Küche ist. Von

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich irgendwo ein Fenster. So geht ein Sprichwort, das auch zu der Geschichte von Nadine Horn und Jörg Mayer passt. Die beiden sind Anfang 30, wohnen in Ulm und entschieden sich 2005 dazu, vegan zu leben. Nachdem sie sich intensiver mit der Massentierhaltung auseinandergesetzt hatten, wollten sie nicht mehr nur auf Fleisch, sondern auch auf Butter, Joghurt, Milch und alle anderen Tierprodukte verzichten.

Erst nachdem sie diesen Schritt gewagt hatten, entdeckten Horn und Mayer die Vielfalt an Lebensmitteln und auch eine neue Lust am Kochen. "Spätestens als Veganer wurde unser Interesse an Lebensmitteln und deren Zubereitung zur Notwendigkeit. Denn damals, vor zehn Jahren, war das Thema lange nicht so omnipräsent wie heute", sagt Horn. Ihre Freunde, die bei gemeinsamen Abendessen die ersten veganen Versuche kosten durften, fragten immer öfter nach den Rezepten. Und auch weil sie selbst so manches Detail ihrer Kreationen vergaßen, beschlossen sie, ihre Erfahrungen auf Eat this! festzuhalten. Mittlerweile haben sie sogar ein Kochbuch herausgebracht.

Auch wenn das Blog und das Buch einen Nerv treffen, ist den beiden bewusst, dass vegane Ernährung nicht jedermanns Sache ist. Dennoch schade es nie, Alternativen auszuprobieren, finden sie. Das Schöne an Eat this! ist die Vielfalt. Da die Gerichte weniger von Ersatzprodukten als von der Lust auf Neues bestimmt sind, ist auch für Nicht-Veganer viel dabei.

Liegt der Rhabarber, wie jetzt im Mai, frisch in den Regalen, kann man daraus wunderbar Kompott auf Vorrat kochen. Horn liebt ihres mit Vanille, am liebsten zum Frühstück, auf Reisjoghurt mit Chiasamen. Aber auch zu Herzhaftem wie gegrilltem Gemüse serviert sie es gern. Oder als Geheimzutat in ihrer selbst gemachten BBQ-Sauce.

Chia kommt auch beim Backen zum Einsatz. Weil sie mit Flüssigkeit bindend wirken, können die Samen, die schon die Maya mit Proteinen und Omega-3-Fettsäuren versorgten, das Ei in so manchem Teig ersetzen. So auch bei den Zitronen-Muffins, die aus Dinkel-, Kokosmehl, Sojajoghurt, Mandelmilch, Zitronensaft und Zitronenzesten sowie Zucker und Pflanzenöl gebacken werden.

Für Ausgeglichenheit sorgt die Quinoa-Detox-Bowl mit Spinat-Hummus, die die beiden oft nach langen Wochenenden machen – wenn es nach Kochorgien und Kaffee- und Kuchengelage mal wieder etwas Leichtes sein soll. Für diese Schüssel Buntes eignet sich jegliches Gemüse und Hülsenfrüchte. Horn und Mayer bevorzugen Quinoa. Dazu machen die beiden Grafiker aus Spinat und Kichererbsen ein grünes Hummus und braten Karotten an. Zusätzlich gibt es Broccoli und klein geschnittene Spinatblätter sowie Kichererbsen. Am Ende bekommt die bunte Schale Würze und Geschmack mit einem Dressing aus Olivenöl, Apfelessig, Zitronensaft sowie Salz und Pfeffer.

Ebenso herzhaft schmecken die Linsen-Tacos mit Tahini-Joghurt-Dip und Rucola. Macht man wie Horn und Mayer sogar die Tacos selbst, ist das Gericht an Frische nicht zu überbieten. Für den Teig einfach Mehl, Backpulver, Salz, Olivenöl und lauwarmes Wasser verkneten und zu dünnen Fladen ausrollen. In einer heißen Pfanne mit Öl von beiden Seiten goldbraun backen, anschließend abkühlen lassen. Für Geschmack sorgen die Linsen, die mit gebratenen Kräuterseitlingen und Kreuzkümmel vermengt werden. Die Joghurtsoße mit Tahini und Zitronensaft neutralisiert das Ganze.

Neben Hummus findet sich fast immer auch eine Avocado im Kühlschrank der beiden. Anstatt sie auf Brot zu servieren, verarbeitet Horn sie zu einem reichhaltigen Dressing für ihren Salat. Füllt man alle Zutaten wie Rotkohl, Salatblätter, Maiskörner und Karotten in ein hohes Einmachglas, sieht der regenbogenfarbene Salat nicht nur hübsch aus, sondern lässt sich auch gut mitnehmen.

Noch ein bisschen leichter schmeckt der Pad-Thai-Salat. Anstatt den Klassiker der asiatischen Küche warm zu servieren, machen die beiden eine knackige kalte Version daraus. Zu den gekochten Reisbandnudeln kommen frischer Mangold, Karotten, Chili und Frühlingszwiebeln. Das Wichtigste ist auch hier das Dressing, für das es sich lohnt, sein Vorratsregal aufzustocken: Sesamöl, Limettensaft, gehackter Knoblauch, Erdnussbutter sowie Reisessig und Sojasauce ergeben eine cremige und frische Sauce. Am Schluss noch mit gerösteten Erdnüssen garnieren.

Rhabarberkompott auf Reisjoghurt und Chiasamen © Nadine Horn & Jörg Mayer
Zitronen-Muffins mit Chia und Kokosmehl © Nadine Horn & Jörg Mayer
Quinoa-Detox-Bowl mit Spinat-Hummus © Nadine Horn & Jörg Mayer
Salat mit Avocadodressing im Einmachglas © Nadine Horn & Jörg Mayer
Knackiger Pad Thai-Salat © Nadine Horn & Jörg Mayer

Kommentare

3 Kommentare Kommentieren

Die Tacos werden auf jeden Fall ausprobiert.

Da ich jedoch kein Veganer bin werde ich anstatt der Linsen etwa Hack scharf anbraten und zusammen mit Sellerie, Karotten, Zwiebeln, Tomatenmark, Dosentomaten, Oregano, Thymian und viel Bouillon 1-2 Stunden (ein)kochen lassen.

Die Kinder mögen leider nicht so gerne Tortillas, daher nehme ich Linguine, die ich al dente koche, und vermenge sie nach dem Abgiessen mit dem fertigen Ragout. Der Dip wird als Vorspeise mit frischem Baguette serviert, jedoch im Rezept durch geriebenen Käse ersetzt.

Vielen Dank für dieses leckere Rezept Frau Krieger!