© Alanna Taylor-Tobin

Sonntagsessen Variationen in Gelb

Curry, Kürbis, Orangen: In diesem Fünfgängemenü spielt eine einzige Farbe die Hauptrolle. Mit Alanna Taylor-Tobin von "Bojon Gourmet" beginnt das neue Jahr monochrom. Von

Den ganzen Tag lang Kuchen backen, davon träumte die Amerikanerin Alanna Taylor-Tobin schon als Kind. Als sie mit acht Jahren von dem Beruf der Konditorin erfuhr, stand ihre Berufswahl fest. Nach der Ausbildung arbeitete die junge Frau in unterschiedlichen Bäckereien in San Francisco, auch für Events konnte man sie buchen. Aber das reichte Taylor-Tobin noch nicht, denn ihre Freude am Backen wollte sie am liebsten mit der ganzen Welt teilen. So entdeckte sie das Bloggen für sich und arbeitet inzwischen hauptberuflich als Foodstylistin und Bloggerin. Auf Bojon Gourmet präsentiert sie nicht nur klassische Süßspeisen, sondern experimentiert viel mit Gewürzen und unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, gerade wenn es um Süßes geht. So findet man auf ihrem Blog beispielsweise ein Schokoladenbrot mit Kürbis, für das ein mit Kürbispüree angesetzter Hefeteig mit Schokolade gefüllt wird. Zusammengerollt und anschließend in der Kastenform gedreht, kommt der Kuchen mit Streuseln garniert in den Ofen.

Die Vorspeise hat ebenfalls eine gelbe Note, schmeckt dafür aber herzhaft. Für die Blumenkohl-Erbsen-Suppe werden erst eingeweichte gelbe Erbsen mit Ingwer, einer klein geschnittenen Zwiebel und Currypulver in einem großen Topf erhitzt. Mit Wasser aufgefüllt, lässt Taylor-Tobin diese Mischung etwa eine Stunde köcheln, bevor dann auch der Blumenkohl, Salz und etwas Kokosmilch in den Topf kommen. Nach zwanzig Minuten unter geschlossenem Deckel kann das Gemüse fein püriert und mit Limettensaft abgeschmeckt werden. Für eine extra Portion Würze erhitzt sie etwas Currypulver und Salz in Butter und rührt das Ganze unter die Suppe.

Apropos Curry, das gibt es bei Taylor-Tobin auch als Hauptspeise. Die Bloggerin entscheidet sich für eine Basis aus Linsen und Kichererbsen. Dafür werden erst Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer in Currypulver angebraten. Dann die Linsen und Erbsen hinzugeben und einköcheln lassen. Währenddessen rösten Blumenkohl und Kürbis im Ofen, die dann mit frischen Kräutern unter das Curry gerührt werden und sich gelb färben. Als Beilage gibt es frisch gekochte Quinoa.

Bevor Taylor-Tobin anfing, Italienisch zu lernen, hätte es folgendes Gericht in ihrer Küche nie gegeben: Kürbis-Ricotta-Gnocchi. Aus Angst, den Namen falsch auszusprechen, ließ sie lange Zeit die Finger von den italienischen Teigknödeln. Mittlerweile ist die Aussprache wie auch die Zubereitung kein Problem mehr, denn Taylor-Tobin knetet den Kartoffelteig regelmäßig. Der Kürbis kommt als Püree zusammen mit Ricotta, Muskatnuss und Parmesan in den Teig. Nach einer kurzen Ruhezeit wird dieser zu sechs mitteldicken Rollen geformt. Von jeder etwa 2,5 cm breite Stücke abschneiden und mit einer Gabel flach andrücken. In siedendem Wasser werden die gelben Gnocchi so lange gegart, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Herausnehmen und anschließend in etwas Butter goldbraun braten, dann kommen sie mit gedünstetem Radicchio und Speck auf den Tisch.

Auch wenn Taylor-Tobin als Konditorin die kompliziertesten aller Süßspeisen beherrscht, hält sie es beim Nachtisch gern einfach. Das Rezept für den schnellen Zitrusblechkuchen hat sie von einer Freundin. Als Erstes wird die Mandelcreme aus Puderzucker, Butter, dem Mark einer Vanilleschote, Salz, Mehl, gemahlenen Mandeln und einem Ei angerührt. Ist der Mürbeteig auf einem Blech ausgerollt, kann die Creme darauf verteilt werden. Dann die in Scheiben geschnittenen Blutorangen auf der Fläche verteilen und mit Zucker bestreuen. So bekommt der Kuchen beim Backen eine karamellisierte Kruste.

Roggenschokobrot mit Kürbis © Alanna Taylor-Tobin
Blumenkohl-Erbsen-Suppe © Alanna Taylor-Tobin
Kürbis-Ricotta-Gnocchi mit Speck und Radicchio © Alanna Taylor-Tobin
Zitrusblechkuchen mit Mandelcreme © Alanna Taylor-Tobin

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