Kräuter-Risotto mit knackigem Pfannengemüse © Antonia Kögl & Benedikt Steinle

Sonntagsessen Küche der Gleichberechtigung

Nicht nur bei Risotto zahlt sich Teamarbeit aus. Zu zweit schmeckt es auch einfach besser, finden Antonia Kögl und Benedikt Steinle von "Because You Are Hungry". Von

Bei manchen Partnern gibt es in der Küche ein klares Machtgefälle. Aber nicht so bei Antonia Kögl und Benedikt Steinle. Seit elf Jahren sind die beiden ein Paar und genauso lang kochen sie auch schon gemeinsam. Zusammen in der Küche stehen ist für sie kein notwendiges Übel, um satt zu werden. Für die Ingenieurin und den Grafikdesigner bedeutet es, bewusst gemeinsam Zeit zu verbringen und zu genießen. Sogar ihre Urlaubsreisen richten die beiden nach dem kulinarischen Angebot aus. Zuerst werden die Restaurants ausgewählt, dann wird die nächstgelegene Markthalle gegoogelt und erst zum Schluss ein Hotel in der Nähe gesucht.

Es begann vor vier Jahren, als die Wahl-Wiener beschlossen, drei Mal die Woche gemeinsam zu kochen, mindestens. Während andere Paare ideenlos durch die Supermarktregale streifen, fingen die beiden an, sich erst recht auszutoben. 2013 gründeten sie dann ihr Blog Because You Are Hungry und führen heute eine Firma, die anderen Foodies hilft, Menükarten für ihr Restaurant zu erstellen, ein Logo für ihre Kneipe zu finden oder kulinarische Events zu veranstalten.

Zum Sonntagsfrühstück empfehlen Antonia und Benedikt Rühreier im Glas. Denn, wenn man schon die Brötchen im Ofen aufbackt, kann man auch gleich das Rührei dazustellen. Ofenfeste Gläschen mit Zucchini auslegen und Pancetta, Cocktailtomaten und Ei darauf verteilen. Danach mit ein wenig Tomate-Basilikum-Salat garnieren, fertig.

Weihnachten ist vorbei. Antonia und Benedikt wissen: Wer jetzt kein Bäuchlein hat, bekommt auch keines mehr. Deswegen darf es mittags auch etwas Deftiges sein, dafür aber leicht zu portionieren: Mozzarella-Crostini mit Erbsen-Minz-Püree und gebratener Pancetta. Für die schnelle Vorspeise oder den Mittagssnack die Erbsen in einem Topf mit Butter auftauen lassen, dann mit Minze und Parmesan abschmecken und pürieren. Ist das Baguette getoastet, die Scheiben mit der Erbsenpaste bestreichen, ein Stück Mozzarella darüber geben und mit dem gebratenen Pancetta belegen.

Das momentane Lieblingsgericht der Beiden? Japanische Ramennudel-Suppen. Die Basis ist eine Miso-Brühe, für die man einfach Miso-Paste mit etwas Brühe und Wasser aufkocht. Anschließend kommen verschiedene Fleisch-, Fisch- und Gemüsesorten dazu, die man ganz nach Geschmack miteinander kombinieren kann. Separat werden die Nudeln gekocht. Um nicht unnötig viele Töpfe zu verwenden, legt Antonia die Eier für die Suppe einfach mit in den Nudeltopf. Wer Kalbfleisch verwendet, muss es in ein bis zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden und kann es beispielsweise mit Mini-Maiskolben, Chilischoten und Pilzen in die Brühe geben. Danach kommen die Ramen in die Suppe. Das Ganze zum Schluss mit Radieschen und Frühlingszwiebeln garnieren.

Abends wird es herzhaft, mit einem Kräuter-Risotto zu knackigem Pfannengemüse. Dafür den Risottoreis mit Butter vermengen und mit Weißwein und Gemüsebrühe ablöschen. Statt traditionell mit Parmesan zu würzen, geben die beiden Emmentaler dazu. Der macht das Ganze noch ein wenig rustikaler. Spätestens jetzt zahlt sich die Teamarbeit aus. Während der eine den Reis ständig rührt, kann der andere in Ruhe das Gemüse anbraten. Erst kommen die harten Sorten wie Paprika und Brokkoli in die Pfanne, dann folgen Babymais, Cocktailtomaten, Lauch und Spinat. So bleibt alles gleich knackig.

Fehlt dem Paar mal Inspiration, schlendern Antonia und Benedikt über den Wochenmarkt. Vor Kurzem entdeckte Antonia dort Quitten, die sie zu Marmelade verarbeitete, aus den übrig gebliebenen machte sie kleine Muffins. Dafür werden die Früchte in kleine Würfel geschnitten und mit braunem Zucker, Öl, Mehl, Backpulver und Eiern vermengt. Die Mischung wird dann in kleine Förmchen gegossen und im Ofen durchgebacken. Noch warm bestreut Antonia die Mini-Muffins mit Krokant oder gibt einen Schokoladenguss darüber.

Wer nach diesem ausgiebigen Menü immer noch Appetit hat, dem seien die Schoko-Waffeln mit Bananeneis und Salzkaramell empfohlen. Dafür wird eine Banane mit dem Mark einer Vanilleschote, Zucker, Sahne und Joghurt püriert und in einer Eismaschine kaltgestellt. Für die Waffeln erst Vollmilch- und Zartbitterschokolade miteinander verschmelzen lassen, parallel Butter und Zucker schaumig schlagen und dann das Mehl und die Eier unterheben. Während der Teig im Eisen dunkelbraun backt, kann das Salzkaramell zubereitet werden. Dafür Zucker mit Salz in einem Topf erhitzen. Wenn die weiße Masse anfängt zu karamellisieren, Butter und Sahne darunter mischen, umrühren und noch warm auf das Eis geben.

Rühreier im Glas © Antonia Kögl & Benedikt Steinle
Mozzarella-Crostini mit Erbsen-Minz-Püree und gebratener Pancetta © Antonia Kögl & Benedikt Steinle
Selbst gemachte Ramen-Suppe mit Rindfleisch und Ei © Antonia Kögl & Benedikt Steinle
Kleine Quitten-Muffins © Antonia Kögl & Benedikt Steinle
Schoko-Waffeln mit Bananeneis und Salzkaramell © Antonia Kögl & Benedikt Steinle
2 Kommentare

Die Basis ist eine Miso-Brühe, für die man einfach Miso-Paste mit etwas Brühe und Wasser aufkocht.
- oder auch nicht, denn :
Nach dem Einrühren der Misopaste darf die Misosuppe nicht mehr aufkochen, da sich sonst die Aromen des Miso verflüchtigen. So ähnlich steht es sogar auf den Miso-Päckchen.

Tut mir leid, aber unter einer Miso-Ramen-Suppe stelle ich mir etwas anderes vor. Jedenfalls keine Gemüsebrühe mit Miso-und Ramen-Einlage.
Wenn man schon die Anleihe an eine japanischen Suppe macht, warum dann nicht konsequent und verwendet die japanische Basis-Suppe Nr. 1, nämlich die Ishiban-Dashi, die zudem äußerst einfach herzustellen wäre ( von mir aus auch instant) und die diesem Gericht ein wenig mehr Authentizität (wenn man schon so einen Namen wählt) und vor allen Dingen wesentlich mehr Geschmack geben würde.

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