© Julia Herrmann

Sonntagsessen Ausgeschlafenes Frühstück

Julia Herrmann schläft sonntags gern aus. Also gibt es auf ihrem Blog "Chestnut & Sage" viele leckere Brunch-Ideen wie duftende Bagels oder Kokospudding mit Erdbeerpüree. Von

Julia Herrmann ist im Winter meist ziemlich glücklich. Denn nur dann riecht es so wunderbar nach frisch gerösteten Maronen. Wenn sich dazu noch der herbe Duft von Salbei mischt, ist das Winterglück der Augsburgerin perfekt. Und weil Salbei und Maronen auch kulinarisch eine wunderbare Symbiose ergeben, hat die Hobbyköchin ihr Blog danach benannt Chestnut & Sage. Auf Englisch, weil es dann, wie sie sagt, noch etwas weicher klingt.

Die Liebe zum Kochen hat Herrmann von ihrem Vater gelernt. Der stand an den Wochenenden stundenlang in der Küche und verköstigte die ganze Familie, mit klassischer französischer Cuisine oder mit aufregenden japanischen Gerichten. Gemeinsam kochen und das Selbstgemachte miteinander teilen hat einen festen Platz in Herrmanns Familie. In ihrem Freundeskreis dagegen hat sie kaum jemanden gefunden, den sie mit ihrem Hobby anstecken konnte. Durch das 2011 gegründete Blog aber hat sie sich selbst eine Plattform geschaffen, auf der sie sich mit anderen Kochbegeisterten austauschen kann.

Während ihre Freunde alle Frühaufsteher sind, bleibt Herrmann gerne länger liegen. Ein Brunch, also eine Mischung aus Frühstück und Mittagessen, ist daher die ideale Lösung. So kann der Gast selbst entscheiden, ob er zur ersten oder zweiten Mahlzeit des Tages vorbeikommt. Genauso flexibel gestaltet sich auch das Brunch-Menü.

Als Erstes gibt es Müsli, mit Mandeln und Aprikosen hat die 34-Jährige es am liebsten. Doch auch mit Walnüssen und Schokostückchen schmeckt es ihr. Für das selbst gemachte Granola vermengt sie die trockenen Zutaten wie Haferflocken, Mandelblättchen, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne und Schokostückchen, dann kommt die flüssige Mischung aus Pfirsichsaft, Ahornsirup und Walnussöl dazu. Auf ein Backblech verteilt wird die Masse 30 Minuten im Ofen goldbraun gebacken. Damit es richtig knuspert, kommen zum Schluss noch Dinkelflakes dazu.

Gute Zähne braucht man auch für diese Müsli-Dreingabe: Julia Herrmann röstet frische Haselnüsse in der Pfanne und legt sie anschließend in Honig ein. Werden sie dunkel und kühl aufbewahrt, kann man sie das ganze Jahr über essen – im Müsli, auf dem Apple Crumble oder als Topping für ein Brot mit Ziegenfrischkäse und Feigen.

In ihrem Beruf als technische Redakteurin kann Herrmann ihrer Kreativität kaum freien Lauf lassen, in der Küche dagegen schon. Dabei kommen dann Rezepte wie ihr bunter Kakisalat mit Fenchel heraus. Als Erstes werden die orangenen Kakis in mundgerechte Stücke geschnitten, danach gehackte Lauchzwiebeln, Granatapfelkerne, Minze, Koriander, Rucola und Fenchel untergehoben. Das Dressing wird aus dem Saft von Orange und Zitrone zusammengerührt und mit Olivenöl, Salz, Pfeffer abgeschmeckt. So schnell geht bunt und lecker.

Zu jedem Brunch gehört auch etwas Warmes. Herrmann empfiehlt eine Kombination aus Kürbis und Linsen. Dafür übergießt sie in einer Ofenform den in Stücke geschnittenen Kürbis und die Zwiebelspalten mit dem Saft einer Satsuma – einer Kreuzung aus Orange und Mandarine – sowie einem Schuss Olivenöl. Gewürzt wird mit im Mörser zermahlenen Koriandersamen, Chiliflocken und einem Teelöffel Salz. Nach etwa 20 Minuten im Ofen werden die gekochten Linsen untergehoben, anschließend kräftig umrühren. 

Ein besonderes Frühstückshighlight sind Julias selbst gebackene Bagels. Der Teig bedarf nur weniger Zutaten, die fast jeder zu Hause hat: Erst werden Wasser, Mehl, Hefe, Salz, Zucker, etwas Öl und Ei miteinander vermengt. Eine Stunde muss die Masse gehen, dann teilt Julia sie in gleich große Stücke. Diese werden zu Kugeln geformt, in die anschließend ein Loch in die Mitte gebohrt wird. Nach vier Minuten im kochenden Wasserbad kann der Bagel mit Sonnenblumenkernen, Sesam oder getrockneten Kräutern garniert werden. Erst dann kommen sie für eine Viertelstunde in den Ofen, wo die Ringe goldbraun backen.

Was passt besser auf ein Bagel als frischer Lachs? Aber einfach eine Scheibe Fisch aufs Brot zu legen, das wäre Hermann zu einfach. Sie will ihn rot färben und bereitet dafür eine Paste aus pürierter roter Bete, Orangen- und Zitronenabrieb, Mehrrettich, Dill und Estragon zu. Die Masse wird anschließend auf den Lachs gestrichen, der in Frischhaltefolie verpackt für 24 Stunden im Kühlschrank ruhen muss. Nimmt man ihn am Morgen wieder heraus, strahlt einem ein herrlich lila-roter Fisch entgegen. Bei der restlichen Zubereitung geht Herrmann klassisch vor. Erst Frischkäse, ein paar Scheiben Lachs und zum Schluss einige Sprossen, fertig ist der selbst gemachte New Yorker Klassiker. 

Zum Abschluss, oder mittendrin, gibt es Herrmanns selbst gemachten Kokospudding mit Erdbeeren. Für die Herstellung löst sie Speisestärke in Wasser und kocht sie mit Kokosmilch und Zucker auf. Nachdem der Pudding im Glas erkaltet ist, kann er mit Erdbeerpüree und einem Esslöffel ihres selbst gemachten Granolas garniert werden. Oder auch zwei, oder drei, das hier ist schließlich Brunch.

Selbst gemachtes Walnuss-Granola mit Schokostückchen © Julia Herrmann
Bunter Kaki-Salat mit Fenchel © Julia Herrmann
Kürbis-Linsen-Eintopf © Julia Herrmann
Selbst gemachte Bagel © Julia Herrmann
In roter Bete marinierter Lachs auf selbst gemachtem Bagel © Julia Herrmann
Selbst gemachter Kokospudding mit Erdbeerpüree © Julia Herrmann

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