Hähnchenbrust auf Bohnenpüree mit Salbeibutter © Maja Nett

Sonntagsessen Voll Kohl

Kohl hat nicht nur viele Blätter, sondern auch viele Seiten. Das findet jedenfalls Maja Nett von "Moey's Kitchen", die aus Kohl und Küchenreibe ein ganzes Menü zaubert. Von

Maja Nett lebt den Traum eines jeden Foodies: Sie schreibt nicht nur einen eigenen Foodblog, sondern auch hauptberuflich dreht sich bei der Kölnerin alles ums Essen. Nett arbeitet Vollzeit bei einem Kochbuchverlag. Letztes Jahr brachte sie ihr erstes eigenes Kochbuch heraus. Das nächste folgt im Februar. Anregungen für ihre Gerichte findet Nett auf Reisen, die sie nicht selten nach dem kulinarischen Angebot vor Ort aussucht. Aber auch Food-Messen und Kochkurse inspirieren sie. Bei ihr zu Hause stapeln sich Kochbücher, schon als Kind hat sie gerne in ihnen geschmökert. In der Küche ihrer Mutter und Großmutter durfte Nett nämlich nicht nur in die Töpfe schauen, sie lernte auch das Kuchenbacken von der älteren Generation. Von Müsli bis Burger macht Nett bis heute am liebsten alles selbst. Auf ihrem Blog Moey's Kitchen sind Fertigprodukte tabu. Dafür zeigt sie, dass auch frische Gerichte schnell und einfach zubereitet werden können.

Für saisonale Köche wie Nett ist der Winter Kohl-Zeit, deshalb gibt es ihn heute in den verschiedensten Varianten. Zum Beispiel als frischen Salat. Weil dieser aus Rotkohl gemacht wird, empfiehlt Nett, unbedingt eine Schürze und Handschuhe anzuziehen. Dann kann der frisch geriebene, leicht färbende Rotkohl einem nichts anhaben. Die Raspeln in einer Pfanne mit den angeschwitzten Zwiebeln anbraten. Noch bissfest aus der Pfanne nehmen und anschließend die in Scheiben geschnittene Chorizo darin anbraten. Das Öl der Wurst eignet sich gut, um dem Rotkohl etwas Würze zu geben. Ein Dressing gibt es dennoch. Einfach Olivenöl, Essig, Zitronensaft, zerdrückten Knoblauch und Petersilie miteinander verrühren und über den Salat geben.

Bevorzugt man Rosenkohl, kann man auch daraus einen frischen Salat machen. Allerdings muss man beim Reiben der Röschen auf seine Finger aufpassen. Am besten gelingt es laut Nett, wenn man den Kohl am Strunk festhält. Mit einer Vinaigrette aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer übergossen, muss der Rosenkohl mindestens eine halbe Stunde ziehen. Dann kann der Salat verfeinert werden. Nett wählt hierfür geröstete Walnüsse und dünne Apfelscheiben. Für etwas mehr Würze verteilt sie noch Pecorino-Späne auf dem Salat.

Als Hauptspeise, die satt macht, aber dennoch leicht ist, eignet sich Blumenkohl. Für ihren Blumenkohl-Couscous mit Lachsfilet wird der Kohl geputzt und gewaschen, dann kann er fein geraspelt in die Pfanne. Währenddessen den mit Salz und Pfeffer gewürzten Fisch und ein paar Zitronenscheiben in Backpapier wickeln, zubinden und in den Ofen schieben. So bleibt der Lachs saftig. Ist er durchgegart, aus dem Ofen nehmen und mit der Gabel zerteilt über den gebratenen Blumenkohl-Couscous geben. Zum Schluss noch mit ein wenig Petersilie würzen.

Wenn Maja Nett abends nach der Arbeit keine Geduld mehr hat, gibt es einen Klassiker der schnellen Küche: Gebratene Hähnchenbrust auf Bohnenpüree. Dafür brät sie die Hähnchenbrust von beiden Seiten kurz scharf an und legt sie anschließend in Alufolie bei milder Hitze in den Ofen. So kann das Fleisch schonend duchgaren. Parallel lässt Nett die Bohnen abtropfen und zerkleinert sie gründlich mit dem Kartoffelstampfer. Dann in der Pfanne etwas Butter mit Salbeiblättern erhitzen. Sind die Blätter knusprig, ist die Salbeibutter fertig. In einer zweiten Pfanne Knoblauch in Butter andünsten und den Bohnenstampf dazugeben. Mit Ziegenfrischkäse verrührt und etwas Salz und Pfeffer abgeschmeckt, kann das Bohnenpüree angerichtet werden. Darauf kommt das warme Hühnchen, zum Schluss das Ganze mit Salbeibutter übergießen.

Während andere nur das Fruchtfleisch lieben, weiß Nett auch die Schale der Orange zu schätzen. Kandiert und in Schokolade getunkt hätten sie sogar Suchtgefahr, sagt die Köchin. Um aber die Orangenschale in eine Süßigkeit verwandeln zu können, müssen erst die Bitterstoffe entzogen werden. Dafür wird die Schale mehrmals gekocht. Erst dann kann sie für gut eine Stunde im Zuckerwasser vor sich hinköcheln. Anschließend die Schalenstücke abgießen und auf einem Backblech verteilen. Hier können sie trocknen, am besten die ganze Nacht. Am nächsten Tag einfach in Schokolade tunken und genießen.

Für richtige Schokoladenfreunde macht Nett gerne ihren saftigen Schoko-Maronen-Kuchen, der ganz ohne Mehl auskommt. Im Wesentlichen besteht er aus einem selbst gemachten Maronenpüree, geschmolzener Schokolade, Eiern und Zucker. Ohne das Mehl schmeckt er wunderbar saftig und luftdicht verpackt hält er sich laut Nett auch ein paar Tage im Kühlschrank.

Rotkohl-Salat mit Chorizo © Maja Nett
Rosenkohl-Salat mit Äpfeln, Walnüssen und Pecorino © Maja Nett
Blumenkohl-Couscous mit Lachs aus dem Ofen © Maja Nett
Kandierte Orangenschalen mit Schokolade © Maja Nett
Saftiger Schoko-Maronen-Kuchen © Maja Nett

Kommentare

3 Kommentare Kommentieren

Was sind eigentlich "Foodies"? Also, nicht dass ich das nicht verstehen würde, es ist nur so, dass ich gute Küche und gutes Essen eher mit der französischen oder italienischen Sprache in Verbindung bringe als mit der Englischen dies- und jenseits des Atlantiks - und darüber hinaus für "Futter" und "Essen" das gleiche Wort verwendet :-).
"Food" hat so gar nichts sinnliches...

Also, um die kandierte Orangenschale in Kuvertüre kennen zu lernen muss man nicht in die Welt reisen. Hier bei uns vor der Haustüre, sozusagen, bei den Franzosen gibt es derlei Köstlichkeiten schon seid gefühlten Jahrhunderten. Meistens sind die klassischen Koch- & Backbücher und die traditionellen Rezepte schon einen Blick wert. Sioch einfach mal auf ds "Alte" besinnen. Das "Neue" ist oft alter Wein in neuen Schläuchen. LG falkkochblog