© Rens Kroes

Sonntagsessen Gesund, gesünder, Açaí

Die Schwester von Supermodel Doutzen Kroes ist nicht nur genauso schön, sie kann auch noch wunderbar kochen. Ihr supergesundes Menü mit Quinoa und Açaí ist der Beweis. Von

Hat man Großeltern wie Rens Kroes, scheint ein Grundverständnis für gesunde Ernährung wie in die Wiege gelegt. Ihr Großvater war einer der ersten Biobauern in Holland und Kroes' Großmutter kannte sich hervorragend mit Kräutern aus. Sie pflegte einen riesigen Garten, in dem sie ihrer Enkelin alles beibrachte, was man über Heilkräuter wissen kann. Dass auch Kroes' Eltern – ihre Mutter ist Ernährungsberaterin – einen eigenen Gemüsegarten pflegten, überrascht dann schon gar nicht mehr. Schon als kleines Mädchen liebte Kroes die Gartenarbeit und half, wo sie konnte. Sie selbst beanspruchte schon damals einen Teil des Beetes für sich, um dort ihre eigenen Erdbeeren anzubauen.

Auch wenn es für Außenstehende vielleicht auf der Hand lag, die Idee, ihr Hobby zum Beruf zu machen, kam Kroes erst in New York. Als sie für ihr Studium nach Manhattan zog, wo auch ihre Schwester, das Supermodel Doutzen Kroes lebt, war sie fasziniert von der Healthy-Food-Bewegung in der Stadt. Sie kochte all das nach, was sie bei Freunden und in Restaurants probiert hatte und fing an, auf einem eigenen Blog darüber zu schreiben. Zurück in den Niederlanden nahm sie einen Job in einer Klinik an, die Fettleibigkeit behandelte, und vertiefte ihr Wissen der Ernährungswissenschaft. Heute ist Kroes selbstständig, zusammen mit einem kleinen Team betreibt sie eine Praxis, in der Kunden durch gesunde Ernährung und Bewegung von ihren Beschwerden befreit werden sollen.

Trotz allen Gesundheitsbewusstseins verzichtet die 28-Jährige nie auf Genuss. Weil sie gerne nascht, versucht Kroes immer wieder gesündere Varianten zu Kuchen und Co. zu kreieren. Wie die Süßkartoffel-Brownies, die ganz ohne Zucker auskommen. Die Basis sind im Ofen gegarte Süßkartoffeln, die mit Datteln endlich ihrem Namen gerecht werden. Dazu kommen Buchweizenmehl und zerkleinerte Hasel- und Walnüsse, sowie ein wenig Kakao und Ahornsirup. Nach zwanzig Minuten im Ofen sind die zucker- und eierfreien Brownies fertig.

Als Kroes die südamerikanischen Quinoasamen entdeckte und ihre Vorteile erfuhr, machte sie fast Luftsprünge. Es ist voller Eiweiß und Aminosäuren und gerade für Vegetarier oder bewusste Fleischesser super. Nach dem Sport isst sie es am liebsten, als Salat zum Beispiel, mit Feta und frischen Kräutern. Dafür wird als erstes das Quinoa in Brühe bissfest gekocht. Währenddessen kann man sich um das Dressing kümmern, das den eigentlichen Geschmack ausmacht. Dafür presst Kroes eine Knoblauchzehe und vermengt diese mit Zwiebeln, Olivenöl, Kurkuma, Zitronensaft und frischen Kräutern. Zum Schluss werden der Feta und die Zucchini untergehoben.

Quinoa eignet sich aber auch gut zum Frühstück, vor allem im Winter als warmer Quinoabrei. Die Zubereitung ist ganz einfach. In einem Topf etwas Quinoa mit der dreifachen Menge Mandelmilch 15 Minuten lang einkochen lassen, bis die Milch fast vollständig aufgesogen ist. Den Brei abkühlen lassen, etwas Zimt oder Muskat darübergeben und mit Pekannüsse und Blaubeeren toppen.

Dass viele gesundheitsbewusste Menschen inzwischen Brot meiden, kann Kroes nicht verstehen. Natürlich kommt es darauf an, aus was es gemacht ist. Um das sicher zu wissen, backt Kroes es am liebsten selbst. Ihr Chill Bread ist nicht nur nahrhaft, sondern auch voller Magnesium. Das Mineral, das zum Beispiel in Bananen, Nüssen und Kokosnussöl steckt, sorgt dafür, dass sich die Muskeln entspannen, regelt den Blutzuckerspiegel und stärkt zudem Knochen und Zähne. Für den Teig werden einfach zwei reife Bananen mit Datteln, drei Eiern und Dinkelmehl in einem Mixer miteinander vermengt, bis ein weicher Teig entsteht. Diesen in eine Schüssel geben und mit Kokosnussöl, Kürbis- und Sonnenblumenkernen, Backpulver, Walnüssen und Salz vermengen. Den Teig in eine Kastenform geben und im Ofen goldbraun backen. Rens empfiehlt ein bis zwei Scheiben pro Tag zu essen, um den Magnesiumbedarf zu decken.

Die Açaí Bowl schließlich macht das gesunde Früchtück perfekt. Inzwischen ist sie aus den gesundheitsbewussten Frühstück-Cafés nicht mehr wegzudenken. Und Kroes zeigt uns, wie leicht man sie zu Hause nachmachen kann. Das wichtigste ist, gute Açaí-Beeren zu bekommen. Dank des Hypes um die südamerikanische Heilfrucht, kann man sie mittlerweile ganz einfach online bestellen. Kroes hat gefrorene besorgt und püriert diese mit zwei ebenfalls gefrorenen Bananen und etwas Mandelmilch zu einer dickflüssigen Creme. Das lila-rote Püree ist die Basis der Frühstücksschale, die nun ganz nach Belieben mit Chiasamen, Granola, Kokosflocken und Nüssen belegt werden kann.

Süßkartoffel-Brownies ohne Zucker © Rens Kroes
Warmer Quinoabrei mit Zimt und Blaubeeren © Rens Kroes
Kroes Chill Bread mit Magnesium © Rens Kroes
Selbst gemachte Açaí Bowl © Rens Kroes
Selbstgemachtes Granola © Rens Kroes

Kommentare

4 Kommentare Kommentieren

"Weil sie gerne nascht, versucht Kroes immer wieder gesündere Varianten zu Kuchen und Co. zu kreieren. Wie die Süßkartoffel-Brownies, die ganz ohne Zucker auskommen. "

Damit ist wohl ein neuer Tiefpunkt hier erreicht. Gesundheitswahn hin oder her, der Hype über die "Super Foods", geschenkt, aber Süßkartoffeln schmecken süß, da sie 4% Zucker enthalten und Datteln bestehen bis zu 80% aus Zucker. Also wie ist das mit der Zuckerfreiheit besagter Brownies?

Könnte man bitte Herrn Siebeck wieder aus der wohl verdienten Rente holen oder jemand ähnliches engagieren? Bei Essen würde ich gerne etwas über Geschmack und Kulinarik lesen und nicht primär über Gesundheitsaspekte, die zudem weitestgehend umstritten sind. Ich würde mich lieber über Geschmack streiten.

Mahlzeit

Liebe/r gyeti, da wären wir schon zu zweit; vielleicht mag sich noch wer anschließen?
Ich frage mich nämlich schon länger, wie meine Großeltern ohne Quinoa und Chiasamen über 80 Jahre alt werden konnten; Mangelernährung im Krieg inbegriffen.
Daher, liebe ZON-Redaktion: Für Artikel aus dem Bereich 'Gesund und immer noch gesünder' gibt es den 'Reformhauskurier' oder 'Schrot und Korn'.
Wäre es nicht zu lang, würde ich jetzt noch Erich Mühsams 'Gesang der Vegetarier' über das Leben auf dem Monte Verità hinzufügen - und das, obwohl ich selbst seit vielen Jahren kein Fleisch mehr essen mag und gesundes Essen durchaus zu schätzen weiss.
Aber diese neuen Wichtigkeiten und Nicklichkeiten und Besonderheiten gehen mir über die Hutschnur.
Hübsche Fotos hin oder her.

Ob Frau Kroes' Essen nun gesünder ist als das der Großeltern meiner Vorredner, darüber lässt sich sicherlich diskutieren. Fest steht dass es sehr lecker ist, und mit Sicherheit gesünder als das, was der Durchschnittsbürger tagtäglich konsumiert.
Ich folge Rens Kroes schon seit einer Weile auf ihrem Blog und Instagram. Ich finde ihre Rezepte sehr inspirierend und sie als Person wahnsinnig sympathisch.
Hoffentlich finden sich mit diesem Artikel noch ein paar mehr Fans in Deutschland, sodass es ihre Bücher bald auch auf Deutsch oder Englisch gibt.