Mangold-Polenta-Tarte © Kim Liza Wagner

Sonntagsessen Auf die inneren Werte kommt es an

Backen kann man viel, doch erst die richtige Füllung macht's, findet Kim Wagner vom Blog "Backstubenpoesie". Ihre herzhaften und süßen Ofenspeisen kann jeder nachkochen. Von

Viele Hobbyköche hoffen, wenn sie ein Rezept nachkochen, dass das Ergebnis dann so aussieht wie die Kreationen von Jamie Oliver und Co. Kim Liza Wagner ist da anders, sie sagt: "Kochen kommt für mich dem Malen von Bildern gleich". Ein Gericht gelinge ihr fast nie ein zweites Mal genauso wie beim ersten Versuch. Nicht zu wissen, was beim nächsten Mal herauskommt, sei am Kochen fast das Schönste für sie. Ihre Gerichte in Szene setzen, das kann Wagner aber trotzdem. Ihre Mutter ist Fotografin und hat ihr nicht nur die Lust an schönen Dingen in die Wiege gelegt.

Auch das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung hat sie von ihren Eltern übernommen. Statt fertiges Mehl zu kaufen, schrotete die Familie lieber selbst. Als Wagner dann von zu Hause auszog, nahm sie diesen Ansatz mit. Weil sie sich nicht immer von Fertigprodukten ernähren wollte, verwertete sie in ihrer Studentenküche auch das letzte übrig gebliebene Gemüse, zum Beispiel in einer herzhaften Tarte, ihrem Leibgericht. Überhaupt liegt für Wagner der ganze Genuss ihrer Küche im Backen. Ob frisches selbstgemachtes Brot oder kleine Küchlein, bei Wagner kommt fast alles aus dem Ofen. So kam auch der Blog der  24-Jährigen zu seinem Namen: Backstubenpoesie.

Als Vorspeise empfiehlt Wagner ihre Apfel-Kürbis-Taschen mit Thymian und Schafskäse. Der Teig besteht aus Dinkelmehl, Pflanzenmargarine und Wasser. Sind die Zutaten miteinander vermengt, legt sie den Teig in Frischhaltefolie in den Kühlschrank. Für die Füllung schält Wagner zwei Äpfel und schneidet sie wie den Kürbis in kleine Stücke. Auf dem in Quadrate geschnittenen Teig werden Kürbis, Apfel, Thymian und Schafskäse verteilt. Danach die Ränder der Vierecke mit Wasser bestreichen und ein zweites Stück Teig oben drauf legen und die Ränder festdrücken. Nun kommen die kleinen Taschen in den Ofen. Übrig gebliebene Taschen lassen sich wunderbar einfrieren und an einem faulen Kochabend anstelle der Fertigpizza schnell auftauen.

Aber nicht nur Teigtaschen kommen bei Wagner auf den Tisch, aus Polenta backt sie einen saftigen Kuchen. Für die Mangold-Polenta-Tarte mit bunten Tomaten und scharfem Ingwer-Joghurt kocht sie Hirse und Polenta auf. Dann dünstet sie den klein geschnittenen Mangold mit Schalotten an und hebt das Gemüse unter die Polenta-Hirse-Mischung. In eine flache Form gefüllt, kommt die Tarte in den Ofen. Währenddessen ist Zeit, die Ingwersoße aus Naturjoghurt, geriebenem Ingwer und Zitronensaft anzurühren. Mit einem Klecks davon schmeckt die ofenwarme Polenta am besten.

Wer es noch deftiger mag, der traue sich an Wagners würzigen Buchweizen-Braten, der ganz ohne Fleisch auskommt. Dafür kocht sie Buchweizen mit Milch und Gemüsebrühe zu einem Brei, der seinen Geschmack Petersilie und schaumig geschlagenen Eiern verdankt. In einer Kastenform wird aus dem Brei ein vegetarischer Braten. Zu einer noch warmen Scheibe serviert Wagner gern ihren Portulak-Salat. Das vergessene Würzkraut hat einen leicht nussigen Geschmack und bleibt trotzdem saftig. Dazu rote Bete und Birnen sowie ein Dressing aus Limettensaft, Honig, Öl und Knoblauch.

Den Ofen bitte nicht ausschalten, denn er wird auch für die Kürbis-Galette mit Blattspinat und Gorgonzola gebraucht. Während ihr Teig aus Quark, Vollkornmehl, Leinöl, Milch und Backpulver im Kühlschrank ruht, kann die Füllung vorbereitet werden. Zu den angedünsteten Zwiebeln mit Knoblauch kommt der klein geschnittene Butternusskürbis. Nach ein paar Minuten hebt Wagner noch frischen Blattspinat unter. Ist der Teig ausgerollt, einfach die grün-orangene Mischung in der Mitte verteilen und den Rand großzügig umklappen. Zum Schluss noch mit Gorgonzola und ein paar Kürbiskernen bestreuen und im Ofen knusprig backen.

In ihren Pfannkuchenteig aus gemahlenen Haselnüssen, Dinkelmehl, Eiern und Milch mischt sie zusätzlich frische Kräuter. Einfach weil es besser schmeckt und dazu noch besser aussieht. Während der Pfannkuchen von beiden Seiten goldbraun backt, brät sie dicke grüne Bohnen mit Zwiebeln an. In der Zwischenzeit kann die grüne Creme aus einer zerdrückten Avocado, etwas Knoblauch, Zitronensaft wie Pfeffer und Salz angemischt werden. Zusammen mit den grünen Bohnen, die Creme auf dem Pfannkuchen verteilen und mit Parmesan bestreuen.

Selbstverständlich kommt auch der Nachtisch aus dem Ofen. Für die saftigen Mohnschnecken löst Wagner Hefe in lauwarmer Milch und vermischt sie anschließend mit Mehl, Salz und Agavendicksaft. Dann lässt sie den Teig eine halbe Stunde gehen, bevor sie ihn etwa einen Zentimeter dick ausrollt. Für die Füllung kocht die Hobbybäckerin Vanillemark und -schoten mit Mohn, Honig in etwas Butter kurz auf, bis eine feste Mohnmasse entsteht. Anschließend hebt sie noch ein Ei unter die Füllung und verteilt diese großzügig auf dem Teig. Eingerollt und in zwei Zentimeter dicke Stücke geschnitten kommen die Schnecken in den Ofen. Noch leicht warm mit einer Zuckerglasur bestreichen und schnell genießen.

Apfel-Kürbis-Taschen mit Thymian und Schafskäse © Kim Liza Wagner
Apfel-Kürbis-Taschen mit Thymian und Schafskäse © Kim Liza Wagner
Mangold-Polenta-Tarte © Kim Liza Wagner
Mangold-Polenta-Tarte © Kim Liza Wagner
Buchweizen-Braten mit Portulak-Salat und roter Bete © Kim Liza Wagner
Buchweizen-Braten mit Portulak-Salat und roter Bete © Kim Liza Wagner
Kürbis-Galette mit Blattspinat und Gorgonzola © Kim Liza Wagner
Kürbis-Galette mit Blattspinat und Gorgonzola © Kim Liza Wagner
Selbstgemachte Mohnschnecken aus dem Ofen © Kim Liza Wagner
Selbstgemachte Mohnschnecken aus dem Ofen © Kim Liza Wagner
1 Kommentar
Neuere Kommentare anzeigenNeuere
Ältere Kommentare anzeigenÄltere