Avocado auf selbstgemachtem Sauerteigbrot mit Radicchio-Salat © Ana Rusu

Sonntagsessen Zurück zu den Wurzeln

Ana Rusu entdeckte das Glück eines eigenen Gartens erst, als sie ihn nicht mehr hatte. Für unser Sonntagsessen kocht die Bloggerin frisch, einfach und fleischlos. Von

Obwohl die Rumänin Ana Rusu in einer Familie aufwuchs, die immer frisch kochte, dauerte es Jahre, bis sich die 26-Jährige selbst an den Herd traute. Ihre Großmutter pflegte einen riesigen Garten und meistens waren es die Erzeugnisse aus dem Eigenanbau, die verarbeitet wurden und abends auf dem Tisch landeten. Schon damals wünschte sich Rusus Mutter, dass ihre Tochter ihr in der Küche zur Hand gehen würde. Aber Ana musste erst nach London ziehen, um ihre Freude am Kochen zu entdecken.

Also brach Rusu ihr Kunststudium ab und ging nach England. Ein Architekturstudium folgte, ihr ganzes Leben stellte sie auf den Kopf. Ein Ziel: endlich die Migräne loszuwerden, die sie schon seit der Schulzeit verfolgte. Zufällig fiel Rusu das Buch The China Study in die Hände. Laut Titel versteht sich die Publikation als wissenschaftliche Begründung für eine vegane Lebensweise, verfasst von Professor für Biochemie T. Colin Campbell. Und wer andauernde Kopfschmerzen kennt, weiß, dass man sie unbedingt loswerden möchte. Rusu versuchte es mit der Raw-Methode, bei der kein Lebensmittel über 42 °C erhitzt wird, sowie mit ausschließlich veganer Ernährung. Als die Kopfschmerzen daraufhin verschwanden, war Rusu überzeugt und begann, ihre Erfahrungen und eigene Rezepte auf dem Blog Herbs & Roots zu teilen. Inzwischen isst sie nur noch zu 50 % raw, zu gut schmeckt ihr zum Beispiel cremige Polenta.

Das Rezept ist denkbar einfach. Hat man Wasser zum Kochen gebracht, langsam den gelben Hartweizengrieß in den Topf rieseln lassen und dabei gleichmäßig umrühren. Sobald die Polenta eindickt, bei milder Hitze eine Viertelstunde einköcheln lassen. Währenddessen den klein geschnittenen Lauch wie den halbierten Rosenkohl in einer Pfanne mit Kokosöl anbraten, mit Pfeffer und Salz würzen und goldbraun werden lassen. Zum Schluss noch frisch gehackte Petersilie unterrühren, erst dann kommt das Gemüse über die cremige Polenta. Das Ganze darf noch mit gerösteten Haselnüssen garniert werden – für einen kleinen Knack.

Inzwischen lebt Rusu wieder in Bukarest und hat es sich zum Ritual gemacht, sonntags ihre Heimatstadt neu zu entdecken. Bevor sie gemeinsam mit ihrem Verlobten neue Cafés ausprobiert, stärken sie sich gerne mit einem einfachen Salat. Als Basis für den Lazy Sunday Salad nimmt sie Linsen und roten Reis. Die restlichen Zutaten ergeben sich meist aus den Dingen, die sie noch im Kühlschrank haben – zum Beispiel Rotkohl, Rosenkohl und Babyspinat. Während Linsen und Reis gar kochen, den Rosenkohl in einer Grillpfanne anbraten. In der Zwischenzeit Tahini, Zitronensaft, Agavendicksaft, zerkleinerten frischen Ingwer und Wasser zu einem Dressing vermengen. Dann den Reis und die Linsen mit Knoblauch sowie Salz und Pfeffer würzen. In einer Schüssel die Salatblätter mit 2-3 Löffeln der Linsen-Reis-Mischung und dem klein geschnittenen Rotkohl vermengen. Zum Schluss das Dressing darüber geben und ebenfalls mit Haselnüssen und Granatapfelkernen garnieren.

Für einen schnellen Snack zwischendurch oder auch zum Frühstück macht sich Ana gern einen Avocado-Toast. Auch das Sauerteigbrot macht die Rumänin am liebsten selbst. Während zwei Scheiben davon goldbraun im Toaster oder in der Pfanne backen, ist genug Zeit, den Radicchio mit etwas Olivenöl, Balsamico und Ahornsirup sowie Salz und Pfeffer anzumachen. Dann die Avocado mit einer Gabel zerdrücken, mit Limettensaft abschmecken und auf den warmen Toast geben. Nur Avocado auf dem Brot allerdings ist der 26-Jährigen zu langweilig. Deshalb kommt noch eine kleine Portion des zuvor angemachten Radicchiosalats oben drauf, gern mit frisch gehackter Petersilie und Sprossen.

Während die meisten Menschen Porridge am liebsten zum Frühstück essen, gibt es ihn bei Ana ausschließlich zum Nachttisch. Das ärgert sie selbst, denn eigentlich gäbe es für sie nichts Schöneres, als den Tag mit einer warmen Schüssel Haferbrei zu beginnen. Doch morgens bekomme sie einfach nichts Süßes herunter, sagt sie. Deshalb kocht sich Rusu das Porridge meist nach einem leichten Lunch als Dessert, dann am liebsten mit ein wenig Kakaobutter und Honig gesüßt. Das Topping besteht meist aus ein paar Datteln, Mandeln, Chiasamen und Beeren.

Ein guter Grund für Rusus Rückkehr in die Heimat war außerdem das große Angebot an frischem, günstigem Bio-Gemüse und -Obst. Nicht nur ihre Großmutter, sondern viele Menschen in der Stadt würden ihr eigenes Gemüse anbauen, sagt sie. Dass ihre Oma aber immer noch die Energie aufbringt, selbst das Unkraut zu jäten, bewundert sie. Die Blaubeeren, die sie gerne zu einem Açaidrink verarbeitet, stammen selbstverständlich auch aus dem Garten ihrer Großmutter. Zusammen mit Ananas, Ingwer, Banane, Kokosnuss, Datteln, Açaipulver und Zimt macht sie daraus eine leckere Erfrischung.

Isst man morgens nichts Süßes, darf man am restlichen Tag umso mehr genießen. Rusus Energieriegel gibt es entweder nach dem Sport oder als süßen Snack zwischendurch. Dank dem Powerkorn Amaranth sind sie reich an Eiweiß und die Nüsse sorgen für gesunde Fette. Als Erstes die Datteln mit der Gabel fein zerdrücken und mit Kokosöl, Erdnussbutter, Salz, Zitronenabrieb, Ingwer und Kokosnussflocken vermengen. In einer zweiten Schüssel Amaranth und Mandeln miteinander verrühren und unter die flüssige Kokosölmischung heben. Nun das Ganze gleichmäßig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech verteilen und glatt streichen. Die Glasur ist aus flüssiger Kakaobutter, die mit Kokosöl, Agavendicksaft und Salz vermengt und schließlich über die Amaranthriegel gegeben wird. Anschließend mit Himbeerstückchen und Kokosflocken garnieren, dann das Blech ins Eisfach stellen. Ist die Glasur erhärtet, kann die Fläche in mundgerechte Stücke geschnitten werden. Im Eisfach lassen sie sich gut lagern. Dort findet sie Ana Rasu auch bei Heißhunger sofort.

Cremige Polenta mit Rosenkohl und gerösteten Haselnüssen © Ana Rusu
Rusus Lazy Sunday Salad mit Linsen, rotem Reis, Salat und Rosenkohl © Ana Rusu
Porridge mit Datteln, Beeren und Chiasamen © Ana Rusu
Erfrischender Açaidrink mit Ingwer und Banane © Ana Rusu
Energieriegel aus Amaranth mit Schokoglasur © Ana Rusu
8 Kommentare

Es ist der Garten auf der einen Seite - und die Sonne, die einfachstes Obst und Gemüse hervorragend schmecken lässt. Davon ist bei Bukarest (oder Italien, Spanien, Griechenland, Portugal, etc.) halt länger und stärker was da als in Donaueschingen. Und: Oma hat Zeit zum kochen, Enkelin wohl weniger.

ich verstehe nicht so recht warum hier die Besonderheit des Gartens so hervorgehoben wird. Oder stammen neben den Blaubeeren auch Ananas, Ingwer, Banane, Kokosnuss, Datteln, Açaipulver und Zimt aus dem eigenen Garten? Wie sieht es bei den anderen Gerichten aus? Klingt mir doch sehr alles nach Reformhausdiät.

Chia und Amaranth sind keine Früchte, und Trendfrüchte schon mal gar nicht. Was nun genau beide mit dem bedauernswerten Rosenkohl zu tun haben sollen, ist auch nicht ganz klar. Aber immer gut, noch einen Kommentar reinzuwürgen, wenn einen schon das Thema nicht interessiert.

Einmal mehr DANKE, dass sie sich für eine gesunde und lukullische Ernährung einsetzen. Für mich hat auch das Buch "The China Study" einiges in Sachen Ernährung verändert, gefolgt von dem Film "Gabel statt Skalpell". Der heutige Link zum Blog "Herbs & Roots" zeigt einmal mehr, wie genussvoll eine Ernährung auf Pflanzenbasis sein kann.

Faszinierend, wo doch die China Study genau das Gegenteil beinhaltete, als im Buch zur Studie. Die Untersuchung fand keinen relevanten Gesundheitseffekt durch Obst und Gemüse. Wie alle anderen Metastudien übrigens.
Aber das Buch musste sich verkaufen, also nahm man es mit der Wahrheit nicht so genau.
Quelle für den Zensor: Deutschlandradio Kultur.

Neuere Kommentare anzeigenNeuere
Ältere Kommentare anzeigenÄltere