© Daniela Becker

Sonntagsessen Picknick mit Grünem

Weil keine andere Farbe so gut zum Frühling passt wie Grün, kredenzen die Macher von "Flowers On My Plate" ein monochromes Ostermenü. Nur der Nachtisch bleibt weiß. Von

Für Daniela und Michael Becker ist das Kochen eine Insel im Alltag, auf die sie entfliehen, so oft es ihnen möglich ist. Und dabei geht es den beiden nicht nur um den Genuss, sondern vor allem um den Weg dorthin, den Prozess. Sie nehmen sich Zeit: "Die Anrufe oder der Fernseher können warten, wir verpassen nichts, wenn wir mal eine halbe Stunde länger in der Küche stehen." Natürlich gibt es auch Zeiten, in denen ihnen jegliche Muße fehlt. Dann greifen sie auf Klassiker zurück, die sie in ihrem Blog Flowers On My Plate sammeln und veröffentlichen. Doch auch an Tagen, an denen sie nicht alle Zeit der Welt haben, kommt es für die beiden nicht infrage, irgendetwas gedankenlos in die Pfanne zu werfen oder hungrig durch den Supermarkt zu hamstern. Seit Jahren schreiben sich die beiden einen Menüplan mit Dingen, die sie in der kommenden Woche essen möchten.

Mit dem auf der Matte stehenden Frühling wächst für die Beckers auch die Auswahl an potentiellen Zutaten. 
Zum Beispiel für ihre gefüllten Kräutercrêpes. Der Teig besteht aus mit Eiern und Olivenöl verquirlter Milch. Anschließend werden Mehl und Salz untergerührt. Dazu kommen frisch gehackte Kräuter. Während der Teig in der Pfanne zu einem Crêpe wird, die Avocado klein schneiden und mit Zitronensaft beträufeln. Den goldbraunen Crêpe mit Ziegenfrischkäse bestreichen und mit Rucola, Avocado und Oliven garnieren. Danach wird's einfach: einrollen, verpacken, auspacken, essen.

Um Lust auf die Erbsensaison zu machen, empfiehlt Daniela Becker ihren Frühlingssalat mit Hirse und Honig-Senf-Dressing, der zwar mit frischen Erbsen am besten schmeckt, jedoch auch mit Tiefkühlerbsen gelingt. Zuerst wird die Hirse aufgesetzt. Kurz bevor sie fertig ist, den grünen Spargel und die Erbsen darauf verteilen. So kann das Gemüse etwas mitgaren. In der Zwischenzeit wird das Dressing aus geriebenem Knoblauch, Olivenöl, Senf, Honig und Apfelessig angerührt und unter die mit dem Gemüse vermengte Hirse gehoben. Für etwas mehr Geschmack sorgt frisch gehackte Petersilie. Die Hirse noch kurz ziehen lassen und auf einem Teller mit Rucola, Avocado, Oliven und Radieschenscheiben anrichten.

Wenn es bei den Beckers Nudeln gibt, dann meist mit einer besonders einfachen Soße. Für die gebutterte Erbsen-Pasta mit Zitrone und Basilikum gilt vor allem: bitte ordentlich Butter! Sie hilft dem Geschmack auf die Zunge. In einer Pfanne werden erst Knoblauch und in Scheiben geschnittene Zucchini mit etwas Butter angeschwitzt. Nach einer guten Minute kommen die Erbsen und die restliche Butter hinzu. Kurz bevor die Nudeln al dente sind, etwas Nudelwasser abfangen und zusammen mit der Pasta in die erbsengrüne Butter rühren. Für etwas Frische sorgen Zitronenschale und Zitronensaft. Basilikum und Parmesan runden das Nudelgericht ab.

Freunden leichter Küche könnte Beckers Spinatsalat mit karamellisiertem Rhabarber und Haselnüssen schmecken. Während die Haselnüsse im Ofen rösten, den Rhabarber klein schneiden und mit Olivenöl und Honig vermengt knappe zehn Minuten im Ofen karamellisieren. Für die Vinaigrette Olivenöl, Holunderblütensirup, weißen Balsamico sowie Pfeffer und Salz verrühren und diese mit dem Blattspinat vermengen. Erst jetzt den süßsauren Rhabarber mit gehackten Nüssen und etwas Feta darüber geben.

Zum Abschluss des grünen Menüs gibt es Zucchiniwraps mit Halloumi. Anstatt fertige Wraps zu kaufen, machen die Beckers sie lieber selbst – aus Zucchini. Die sind nicht nur frischer, sondern auch leichter. Dafür eine Zucchini reiben, entwässern lassen und mit Ei, Pecorino, Rosmarin und etwas Mehl verkneten. Zu kleinen Kugeln geformt kommen die Wrapkugeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech. Nun die Kugeln einfach platt drücken und im Ofen goldbraun backen. In der Zwischenzeit den Brokkoli dünsten und den Halloumi in der Pfanne anrösten. Sind die Zucchiniwraps leicht abgekühlt, werden sie mit Zitronensaft beträufelt. Darauf landen Käse und Avocado. Gewürzt wird nur leicht, der Käse ist salzig genug.

Zum Nachtisch setzt das Grün mal aus. Für die weißen Cheesecake-Pralinen wird eine Dose Kokosmilch einige Stunden im Kühlschrank erfrischt. Erst dann setzt sich das Fett der Milch ab, das man für die Pralinen braucht. Ist die weiße Creme von der Milch getrennt, diese mit Nussmus, Zitronensaft, Kokosöl, Ahornsirup und Vanillemark in einem Mixer vermengen. Anschließend die cremige Masse in Silikonförmchen füllen und je nach Größe 1-2 Stunden ins Eisfach stellen.

Gefüllte Kräutercrepes mit Avocado und Oliven © Daniela Becker
Frühlingssalat mit Hirse und Honig-Senf-Dressing © Daniela Becker
Gebutterte Erbsen-Pasta mit Zitrone und Basilikum © Daniela Becker
Selbstgemachte Wraps aus Zucchini mit Halloumi © Daniela Becker
Weiße Cheesecake-Pralinen © Daniela Becker

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