© Melanie Buml

Sonntagsessen Bitte ohne Schwitzen

Mel Buml suchte einen Ausgleich neben Job und Familie. Also gründete sie das Blog "Gourmetguerilla". Auf den Tisch kommen saftige Falafel und zarter Fisch. Von

Die 40-jährige Mel Buml arbeitet in einer Hamburger Werbeagentur und suchte neben dem Familienleben nach einer Möglichkeit, sich auszutoben. Aber bitte ohne Schwitzen. Nach einem langen Arbeitstag noch ins Fitnessstudio zu gehen, diese Vorstellung fand Buml grässlich. Aber weil sie leidenschaftlich gern kocht, versuchte sie es mit einem Foodblog namens Gourmetguerilla. Erst später bemerkte Buml, dass sie mit dem Namen gegen zwei der wichtigsten Blogger-Regeln verstoßen hatte: Gourmetguerilla ist weder leicht zu merken, noch einfach zu schreiben. Aber weil ihr der Name so gut gefiel, behielt sie ihn trotzdem. Seitdem kämpft die Buml in der Küche.

Dafür braucht sie nicht zwingend ausgefallene oder teure Zutaten. Hauptsache der Stress des Tages verfliegt. "Das habe ich von meiner Oma geerbt", sagt die Hobbyköchin. "Ich sehe nicht nur aus wie sie, sondern stehe auch genauso gern am Herd."

Zeit für aufwendige Vorbereitungen hat Buml nicht. In der Regel soll das Abendessen auf dem Tisch stehen, bevor ihr Sohn ins Bett muss. Deswegen sind ihre Rezepte originell, aber schnell zu machen. Wie zum Beispiel die Boozy Bourbon Bacon Marmelade, die sie gern auf geröstetem Weißbrot serviert. Dafür erst Speck in der Pfanne knusprig braten und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Anschließend vier rote Zwiebeln in einer Pfanne glasig dünsten und mit Bourbon und Ahornsirup ablöschen. Den Speck unterrühren, mit Chilipulver, Zimt und Sternanis würzen und eindicken lassen. Nicht nur zu getoastetem Weißbrot, sondern auch zu einem strengen Käse passt die herzhaft-süße Marmelade.

Ihr derzeitiges Lieblingsessen ist eine schwedische Wurstpfanne. Nicht nur, weil man darin wunderbar Gemüse verstecken kann, sondern auch, weil die Wurst so gut zur Soße passt. Während gewürfelter Sellerie in Kokosöl anbrät,  Knackwurst in Scheiben schneiden und mit Knoblauch, Zwiebel und Paprika in einen Topf anschwitzen. Passierte Tomaten, Tomatenmark, Milch und Essig unterrühren und der Wursttopf ist schon so gut wie fertig. Leicht eingekocht und mit etwas Schnittlauch, Salz und Pfeffer abgeschmeckt kann er serviert werden.

Schnelles, aber immer noch gesundes Fingerfood sind die Süßkartoffel-Falafel mit Avocado-Hummus. Weil Buml die Kichererbsenbällchen nicht frittiert, sondern im Ofen backt, können sie schnell trocken werden. Um das zu vermeiden, etwas gebackene Süßkartoffel unter den Bällchenteig mischen. Für den Dip rührt Bluml zu pürierten Kichererbsen, Tahini, Koriander und Limettensaft noch eine halbe Avocado.

Fischgerichte hat Buml in ihrem Leben schon viele ausprobiert, aber entweder blieb der Lachs in der Pfanne kleben oder war zu wässrig. Ihre neu entdeckte Methode, macht den Rotbarsch mit Oliven-Gremolata und Ofentomaten zu einem Genuss. Dabei wird der Fisch in warmem Öl schonend gegart und bleibt saftig. Die Kunst dabei ist, das Öl nicht heißer als 65 Grad werden zu lassen. Bumls Trick: Das vorher auf einer kleinen Herdplatte erhitzte Öl wird auf einem Stövchen auf Temperatur gehalten. Wurde der Fisch vorher in Salzlake eingelegt, dringt das Öl  nicht in das Fischfleisch ein. Während der Fisch also gart, für die Gremolata Oliven, Zwiebeln, Knoblauch sowie die Schale von einer Zitrone und Orange fein hacken. Mit Olivenöl, Orangensaft und Chilipuler vermengen und ziehen lassen. In der Zwischenzeit die Cocktailtomaten an der Rispe in den Ofen schieben und nach einer Viertelstunde wieder rausnehmen. Den Fisch anschließend abtupfen und mit der Gremolata, den Ofentomaten sowie ein paar gerösteten Pinienkernen anrichten. 

Wer es gern asiatisch mag, dem sei Bumls Erdnusshähnchen mit Blumenkohl-Limetten-Reis empfohlen. Während das gewürfelte Fleisch in einer Pfanne scharf anbrät, in einem Topf Kokosöl und Currypaste erhitzen. Dann Kokosmilch, etwas Sahne, Sojasoße und Erdnussmuß unterrühren und mit Limettensaft abschmecken. Ist die Soße etwas eingekocht, kann das Hühnchen untergerührt werden. Anstatt herkömmlichen Reis zu verwenden, hackt die 40-Jährige in einer Küchenmaschine lieber Blumenkohl zu kleinen Körnern. In Kokosmilch und Wasser mit Limettenschale gar kochen und vor dem Servieren mit Limette abschmecken. Für etwas Schwung gibt Bluml zum Schluss noch kleingehackten Koriander, Frühlingszwiebeln, Erdnüsse und gewürfelten Apfel über das Erdnusshähnchen.

Pikant wird es auch zum Nachtisch. Für den Erdbeermilchreis mit Ziegenkäse und Rosmarin-Pfirsichen Basmatireis mit Milch, Wasser, etwas Zucker und Vanille aufkochen. Sobald der Reis gar ist, Ziegenfrischkäse unterrühren und die gewürfelten Erdbeeren dazugeben. Dann kalt stellen und in der Zwischenzeit die Pfirsiche in Spalten schneiden, mit braunem Zucker und Rosmarin bestreuen und goldbraun rösten. Sobald der Milchreis auf dem Teller ist, die noch warmen Pfirsichspalten darüber geben.

Selbst gemachte Bacon-Marmelade © Melanie Buml
Schwedische Wurstpfanne mit Brokkoli © Melanie Buml
Rotbarsch mit Oliven-Gremolata und Ofentomaten © Melanie Buml
Erdnuss-Hühnchen mit Blumenkohl-Limetten-Reis © Melanie Buml
Erdbeermilchreis mit Ziegenkäse und Rosmarin-Pfirsichen © Melanie Buml

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