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Vegan kochen Wo ein Wille ist, da ist kein Käse mehr

Gluten- und tierfreie Ernährung klingt recht spaßfrei. Malin Nilsson aber weiß es besser. Sie verrät, wie man vegane Sahne macht und warum man Grünkohl massieren sollte. Von

"Wie um alles in der Welt widersteht man eigentlich Parmesan?", fragt man sich. Malin Nilsson ist willensstark. Seit zwei Jahren lebt die Schwedin vegan und glutenfrei. Sie verzichtet also nicht nur auf Käse, sondern auch auf die häufig dazugehörende Pasta. Dass sie jedoch weit weg ist von einer kargen Reformhaus-Ernährung, beweist ihr Blog Good Eatings. Neben Rezepten, die zu ihrer Diät passen, verrät die 26-Jährige, wo in London roh-vegane Dinnerpartys stattfinden und wie man es schafft, sich tierfrei zu ernähren. Malin selbst genügt es, sich daran zu erinnern, unter welchen Bedingungen Kühe Milch geben, Hühner Eier legen und dass in den USA zum Verzehr bestimmte Nutztiere keine Tierschutzrechte genießen. Gemeinsam mit ihrem Freund Rob, der sich seit zehn Jahren vegetarisch ernährt, lebt sie in London. Beide wissen, dass Liebe eben auch durch den Magen gehen kann.

Für dieses Sonntagsessen musste der schwedische Frühling als Ausrede herhalten. Der ist nämlich genauso regnerisch wie der in Malins Wahlheimat. Man kann den letzten Tag der Woche also ohne schlechtes Gewissen mit herzhaften Gerichten daheim zu verbringen. Los geht es mit einer Blumenkohlsuppe mit getrockneten Tomaten, Rosmarin und Cashewsahne. Die eingeweichten Cashewnüsse wirft Malin zusammen mit Gemüsebrühe, Zwiebeln und einem ganzen Blumenkohl in einen großen Topf. Nach einer halben Stunde Kochzeit püriert sie die Mischung. Vor dem Servieren gibt sie einige getrocknete Tomaten, schwarzen Pfeffer und frischen Rosmarin darüber. Als Beilage empfiehlt sie glutenfreies Brot. Wobei: Ab und an, gesteht sie, dürfe es auch für sie eines aus Sauerteig sein.

Der massierte Kohlsalat mit Samen und sonnengetrockneten Tomaten eignet sich sowohl als Beilage wie auch als Zutat für sogenannte Buddha Bowls. Wie bitte, massiert? Um dem Kohl mehr Geschmack zu entlocken, reibt die Bloggerin ihn mit Tahin, Tamari und Zitronensaft ein. Eine Arbeit, bei der man sich im wahrsten Sinn des Wortes die Hände schmutzig macht. In Kombination mit getrockneten Tomaten, Nüssen und Samen schmeckt das auch Grünkohlskeptikern.

Süßkartoffeln sind reich an Calcium, Vitamin C und dabei kalorienärmer als andere Kartoffelsorten. Malin rät, sie nicht zu schälen, da auch in der Haut wertvolle Nährstoffe stecken. Für den Hauptgang ihres Sonntagsessens röstet sie Süßkartoffeln mit Ahornsirup, Feigen und Nüssen. Mariniert werden die Knollen mit einer Mischung aus Chiliflocken, Olivenöl, Ahornsirup, Rosmarin, Salz und zweierlei Pfeffer. Anschließend kommen sie für eine halbe Stunde in den Backofen. In der Zwischenzeit die Feigen in mundgerechte Stücke schneiden und Mandel-, Pinien- und Kürbiskerne in etwas Kokosöl anrösten. Auf einem Teller übereinanderschichten und sofort servieren.

Noch mehr als Käse vermisst Malin die Fleischbällchen ihrer Mutter, eine schwedische Spezialität. Doch ihre tierfreie Variante aus Maronenpilzen, Quinoa und Spinat kann mithalten. Zusammen mit Pfeffer, Tamari und getrockneten Kräutern kocht Malin den Quinoa auf. In einer Schüssel mischt sie gehackten Spinat mit einem Teil der Pilze und Walnussbruch. Die übrig gebliebenen Pilze mahlt sie zusammen mit dem gekochten Quinoa, Zwiebeln, Knoblauch, Lein- und Chiasamen in der Küchenmaschine zu einer zähen Masse. Anschließend gibt sie Kichererbsenmehl und glutenfreie Haferflocken hinzu. Ist die Masse kompakt genug, formt sie diese mit Spinat, Walnüssen und Pilzen zu kleinen Bällchen. In der Pfanne werden die Kugeln erst in Oliven- oder Kokosöl geröstet und kommen dann für 15 bis 20 Minuten in den Ofen.

Für die mit Kardamom karamellisierten Birnen lässt man in Zimt und Reissirup gewälzte Pecannüsse im Ofen karamellisieren. In einer Auflaufform werden die halbierten Früchte mit einer Mischung aus Wasser, Reissirup und Kardamom übergossen und im Ofen gebacken. Nach zehn Minuten überschüssige Flüssigkeit abgießen, Birnen drehen und für weitere zehn bis fünfzehn Minuten backen. Währenddessen die über Nacht eingeweichten Cashews mit pflanzlicher Milch, Vanillepuder und Ahornsirup in der Küchenmaschine zu Sahne schlagen. Die noch warmen Ofenbirnen mit der Cashewsahne und den gerösteten Pekannüssen anrichten. Nicht nur, dass man der Versuchung gar nicht widerstehen muss, sondern auch, dass jedes Gericht eine knackige Komponente haben sollte, hat Malin von ihrem Freund gelernt.

Blumenkohlsuppe mit getrockneten Tomaten, Rosmarin und Cashewsahne © Good Eatings
Kohlsalat mit Samen und sonnengetrockneten Tomaten © Good Eatings
In Ahornsirup geröstete Süßkartoffeln mit Feigen und Nüssen © Good Eatings
Schwedische Pilz-Spinat-Quinoa-Bällchen © Good Eatings
Gebackene Birnen mit Cashewsahne und Zimt-Pekannnüssen © Good Eatings

Kommentare

26 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Vegetarisch? Ok. Vegan? Naja...
Glutenfrei? Warum? “weil es den Körper verklebt“....? Na dann einfach mehr entschlacken :-D (Ironie aus)

Weniger als 3% haben eine Allergie. Es wird aber wie eine Volkskrankheit behandelt. Okok, Minderheiten-schutz, positive Diskriminierung von Minderheiten. Glutenmasohisten dürfen auch mal dran kommen. Nur, wo ist der Mehrwert des Artikels? Wo steht, dass das alles relativ zu betrachten sei? Das Gluten kein Import des IS sind?

Sonntag ist Genießertag in Deutschland. Glutenfreies Frühstück oder glutenfreier Brunch?
Hakt's denn? Die Glutenjünger sollten lieber Sport treiben gegen deren verklebte Muskeln.

Dann schmeckt die Pasta auch viel besser.