© Renee Byrd

Sonntagsessen Happy Hippies

Liebe, Frieden, Lebensfreude: Um dieses Menü für Freunde zuzubereiten, müssen Sie kein Hippie sein. Auch die Blumen müssen nicht ins Haar, dürfen aber auf den Teller. Von

Hippies gibt es nicht nur in Kalifornien. In Charlottesville, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Virginia, tut Renee Byrd all das, was Blumenkinder gerne tun: Gedichte schreiben, auf Flohmärkten nach antiken Möbeln stöbern, Libellen beobachten, im Meer baden. Ein wenig bedauert sie, dass sie mit ihrem Ehemann Logan ein Haus in den Bergen bewohnt. Wenn sie nicht gerade in Spielzeuggeschäften nach Kindheitserinnerungen sucht, pflegt die 26-Jährige ihren Blog Will Frolic for Food. Das Kochen hat Renee von ihrer Mutter gelernt und während ihrer Teenagerzeit bei sogenannten potlucks perfektioniert. Das sind Zusammenkünfte, bei denen alle Gäste etwas zu essen mitbringen.

Renees Sonntagsessen wäre perfekt für ein potluck unter Hippies. Während ihre Freunde Libellen fangen, serviert sie als Aperitif einen Grapefruit-Kombucha in Pink, ihrer power color. In einem Krug mischt sie Grapefruitsaft mit Kombucha und Ahornsirup, gießt die Mischung in mit Eiswürfeln gefüllte Gläser und füllt sie zusätzlich mit etwas Mineralwasser auf. Vor dem Servieren garniert sie die Gläser mit Rosmarin.

Als sie zum ersten Mal diese Hanfsamen-Gazpacho machte, fühlte sich Renee wie ihre eigene Hippie-Mutter. So sorgfältig wählte sie die Tomaten auf dem Bauernmarkt aus und pflückte den selbst gezogenen Basilikum. In einem Standmixer Tomaten – sie bevorzugt eine alte Züchtung –, süße Zwiebeln, getrocknete Steinpilze, Hanfsamen, Knoblauch, roten und schwarzen Pfeffer, Basilikum, Balsamico, Olivenöl, Salz und Pfeffer pürieren – fertig. Vor dem Servieren die Suppe kalt stellen und mit etwas Olivenöl und Basilikum verfeinern.

Zucchiniblüten gehören zu den eher ausgefallenen Gemüsesorten. In den USA werden sie normalerweise frittiert oder mit Käse serviert. Renee hingegen füllt sie mit Cashewkäsebällchen. Für den veganen Käse mischt sie Cashewbutter mit Hefe, weißer Misopaste und Reisessig und formt daraus kleine Kugeln. Dann schneidet sie die Zucchiniblüten der Länge nach auf und gibt jeweils eine Käsekugel hinein. Bevor sie das Gemüse im Ofen backt, tunkt sie es in eine Wasser-Mehl-Mischung.

Sloppy Joe ist in den USA die Bezeichnung für ein Brötchen mit Hackfleischsoße. Für Renees vegetarische Alternative, mit Linsen gefüllte Süßkartoffeln, werden Schalotten, Knoblauch und Peperoni in Kokosöl angedünstet. Erst Cumin und Chillipulver zugeben, dann gekochte schwarze Linsen, Balsamico, pürierte Tomaten und Tomatensoße. Anschließend Ahornsirup, Oregano und Zimt einrühren und einige Minuten kochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Diese Füllung in gebackene Süßkartoffeln geben. Mit Mayonnaise oder Avocado schmeckt Sloppy Joenoch besser.

Als süßen Abschluss gibt es einen Coconut Pie. Der schmeckt Renees Vater so sehr, dass er ihr nachsieht, wenn sie für seinen Besuch nicht extra aufgeräumt hat. Bei einem Potluck dürfte das aber eh niemanden stören. Der Teig besteht aus gemahlenen Pistazien, Kokoschips, Haferflocken, Ahornsirup, Salz und Kokosöl. Diesen in eine Tarteform füllen und fünfzehn Minuten backen. Aus eingeweichten Cashewnüssen, Datteln, Vanilleessenz, Kokoscreme, -öl und -chips eine cremige Masse herstellen. Die Füllung auf den gebackenen Teig geben und für mindestens sechs Stunden kalt stellen. Vor dem Servieren kurz antauen lassen und mit gerösteten Kokoschips bestreuen.

Grapefruit Kombucha © Renee Byrd
Mit Cashewkäse gefüllte Zucchiniblüten © Renee Byrd
Mit Linsen gefüllte Süßkartoffeln © Renee Byrd
Coconut Pie © Renee Byrd

Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

Ich verstehe das nicht: Warum müssen Veganer oder Vegetarier immer alles so anrichten, dass es möglichst nach Fleisch, Fisch oder Mich und Käse schmeckt.
Wenn veganes oder vegetarisches Essen sonst nicht schmeckt, dann ist das Ausdruck eines gesunden Ablehnungsverhaltens des Körpers.
Lasst es bleiben, spuckt es aus und esst natürlich: Einfach von allem etwas und nicht einseitig. Das ist gesund und führt nicht zu Mangelerscheinungen, die auf Kosten der Beitragszahler der Krankenversicherer teuer behandelt werden müssen.
Wer seine Ideologie kocht, kann nicht mit Freude genießen!