© Zoe Spawton

Veganes Weihnachtsessen Festliche Völlerei

An Weihnachten kommt traditionell meistens Fleisch auf den Teller. Ist das nicht langweilig? Dieses Weihnachtsmenü verzichtet auf Tier, aber nicht auf Glanz und Gloria. Von

Kein anderes Fest ist so von Kindheitserinnerungen und familiären Traditionen geprägt wie das Fest der Liebe. Viele Menschen sind daran gewöhnt, dass es an Weihnachten Braten gibt oder Kartoffelsalat mit Würstchen. So ist man eben aufgewachsen. Und deswegen reagieren viele Menschen erst einmal skeptisch auf die Idee eines veganen Weihnachtsmenüs. Damit kann ich umgehen, schließlich bin ich vegane Köchin.

Vor ein paar Jahren glaubte auch ich noch, so ein Weihnachtsmenü wäre nur mit einem unvermeidlichen Seitan- oder Soja-Braten komplett. Schließlich wollen die meisten während der Feiertage ein dampfendes Stück Braten auf ihrem Teller. Mittlerweile versuche ich jedoch nicht mehr, Traditionelles mit Ersatzprodukten nachzubauen. Geschmack und Feierlichkeit möchte ich mittlerweile vor allem über Gewürze und pflanzliche Zutaten transportieren. Ich interpretiere die Klassiker lieber, anstatt sie mit anderen Mitteln zu kopieren. Nur beim Kartoffelsalat bin ich ein altmodisches, festgefahrenes Gewohnheitstier. Deswegen gibt es ihn in diesem Menü sogar in doppelter Variante. Guten Appetit!

Die Vorspeise: Zweierlei Hummüsse

Strenge Wortklauberei darf man bei diesem Rezepten nicht betreiben: Eigentlich bedeutet Hummus etymologisch korrekt Kichererbse und die kommt nur in einem der beiden vor. Der Rosenkohl-Hummus meiner Kollegin Cathy rückt das oft zu Unrecht geschmähte Kleinstgemüse ins Zentrum und adelt es mit zartem Rosenduft zu einem echten Star. Der andere Hummus ist deutlich von meiner Berliner Multikulti-Umgebung inspiriert. Und Steckrüben kenne ich erst, seitdem ich in Berlin lebe, hier findet man diese alte Gemüsesorte saisonal in jedem Supermarkt. Als Fusion aus deutschem Gemüse und arabischem Spirit entsteht in diesem Rezept etwas ganz Neues.

Zweimal Hummus, zweimal Genuss © Zoe Spawton

Steckrüben-Hummus

Zubereitungszeit: 20 Minuten/ glutenfrei

Zutaten (als Vorspeise für 4 Personen):

1 Steckrübe
3-4 Lorbeerblätter
4 EL Tahini (Sesampaste)
Saft einer halben Zitrone
3 TL Kreuzkümmel
4 EL fruchtiges Olivenöl
ein Bund frische Petersilie
Salz, Pfeffer
nach Belieben etwas schwarzer Sesam zur Dekoration

Zubereitung:

Die Steckrübe mit einem Messer schälen und grob würfeln. In ausreichend kochendem Wasser in einem mittelgroßen Topf zusammen mit den Lorbeerblättern zehn Minuten weich kochen. Abgießen und etwas abkühlen lassen. Im Mixer mit Tahini, Zitronensaft, 2 EL Olivenöl, der Petersilie und dem Kreuzkümmel zu einem cremigen Hummus pürieren. Mit Salz, Pfeffer und gegebenenfalls noch etwas mehr Zitronensaft abschmecken. Mit dem übrigen Olivenöl und dem Sesam servieren und noch lauwarm genießen.

Cathys rosiges Rosenkohl-Hummus

Zutaten (als Vorspeise für 4 Personen):

250 g Rosenkohl
400 g gekochte Kichererbsen (265 g Abtropfgewicht)
1 Knoblauchzehe, geschält
Saft einer halben Zitrone
3 EL Sesamöl
Muskatnuss
Meersalz mit getrockneten Rosenblättern
frischer Pfeffer
etwas Bratöl
nach Belieben getrocknete Rosenblätter und Pfefferkörner zur Dekoration

Zubereitung:

Einige Blätter vom Rosenkohl abschälen und für die Dekoration zur Seite legen. Die restlichen Rosenkohlköpfe in kochendem Salzwasser etwa 15 Minuten gar kochen, abgießen und abkühlen lassen. Die Kichererbsen abgießen und zusammen mit dem Rosenkohl, der Knoblauchzehe, dem Zitronensaft, dem Sesamöl und etwas geriebener Muskatnuss im Mixer oder mit dem Stabmixer zu einem cremigen Hummus pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die übrigen Rosenkohlblätter in etwas Bratöl anbraten und zusammen mit den Rosenblättern und dem Pfeffer über das fertige Hummus geben.

Dazu passt aufgebackenes Fladenbrot oder knuspriges Mischbrot.

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