© Helen Graves

Sonntagsessen In Schmaus & Braus

An Sonntagen soll man auftischen! Am besten türkische Teigtaschen, Adana Yogurtlu, frittiertes Hähnchen mit Buttermilchkrautsalat, Ziegenschulter und Kürbis-Miso-Suppe. Von

Was das Essen betrifft, ist London eine Insel der Toleranz. Ohne die Stadt zu verlassen, reist man einmal um die Welt. Ein Paradies, findet auch Helen Graves. Bereits vor zehn Jahren hat sie ihren Job als Psychologin aufgegeben, arbeitet seither als Autorin und Betreiberin ihres gleichnamigen Blogs. Die 37-Jährige hat eine Schwäche für Kebaps, Kohlenhydrate ("Clean Eating gibt es bei mir nicht") und ihre beiden Katzen. Und noch eine, die dann doch ihre britische Herkunft verrät: Sandwiches.

Für unser Sonntagsessen hat sie Comfort Food aus der ganzen Welt zubereitet. Zwei der Rezepte stammen aus der Türkei, dem Land, das zu Graves bevorzugten Reisezielen zählt: "Ich liebe frische Kräuter. In der Türkei servieren sie ganze Schüsseln davon, ist das nicht herrlich?" Als Hauptspeise gibt es türkische Manti. Auf diese gefüllten Teigtaschen kann man sich überall einigen, fast jedes Land hat seine eigene Version. Dim Sum in China, Dumplings im englischsprachigen Raum, Pieroggi in Polen, Mantu in Afghanistan, Maultaschen auf der Schwäbischen Alb. Ein Gericht, das verbindet. Teigtaschen für mehr Toleranz!

Zutaten für türkische Manti mit Knoblauchjoghurt und Gewürzbutter

Für den Teig:

  • 225 g Mehl plus etwas mehr zum Bestäuben
  • 1 Ei
  • 2 TL Olivenöl
  • 100 ml kaltes Wasser
  • Eine Prise Salz

Für die Füllung:

  • 150 g Lammhackfleisch
  • ½ Zwiebel, geraspelt
  • ½ TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 Prise gemahlener Zimt

Für den Knoblauchjoghurt:

  • 3 Knoblauchzehen, geschält
  • 250 g Naturjoghurt (Vollfett)
  • 1 Handvoll Petersilie

Für die Gewürzbutter:

  • 50 g Butter
  • ½ TL Paprikapulver
  • 1 TL "Pul Biber"-Chiliflocken (Aleppo-Pfeffer)

Zubereitung

Für den Teig Mehl und Salz in eine Schüssel sieben. In der Mitte eine Mulde formen, dort das Ei und Olivenöl hineingeben und kurz vermischen. Nach und nach Wasser zugeben, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Darauf achten, dass er nicht klebrig wird. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa fünf Minuten lang kneten, dann in vier Portionen teilen. Mit einem feuchten Tuch bedecken und etwa 20 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit mit den Händen Fleisch mit Zwiebeln, Gewürzen, Salz und Pfeffer mischen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche portionsweise etwa 2 mm hoch ausrollen, dann in Quadrate schneiden, etwa 4 cm im Durchmesser. Jeweils einen erbsengroßen Löffel der Füllung in die Mitte geben, die gegenüberliegenden Enden nach innen klappen und festdrücken, dann mit den beiden anderen Enden ebenso verfahren. Auf ein mit Mehl bestäubtes Backbleck legen.

Für den Joghurt die Knoblauchzehen etwa eine Minute in kochendes Wasser geben, dann trocken tupfen, zerdrücken und mit Joghurt, Petersilie und einer Prise Salz mischen.

Die Butter schmelzen und mit den Gewürzen mischen.

Die Manti etwa drei Minuten in Salzwasser kochen. Auf einem Teller mit Joghurt und Gewürzbutter anrichten, mit Dill garnieren und sofort servieren.

Sandwich Deluxe! Graves Lieblingsessen ist eine Kürbis-Miso-Suppe mit Kimchi-Toasts.

Adana Yogurtlu © Helen Graves

Das zweite türkische Gericht, Adana Yogurtlu, vereint alles, wofür Graves die hiesige Küche liebt: Tomaten, Joghurt, Gewürze, noch dazu fluffiges Brot, "das sich mit der Flüssigkeit vollsaugt: ein großes Durcheinander und unwiderstehlich." Dazu passt Raki.

Frittiertes Hähnchen mit Buttermilchkrautsalat © Helen Graves

Klar, dass in ein Comfort-Food-Menü etwas Frittiertes gehört. Das Besondere an diesem frittierten Hähnchen ist die Panade aus Eistee. Der für die Südstaaten typische Krautsalat kommt mit Buttermilch.

Ziegenschulter mit cremigem Feta © Helen Graves

Retsina ist der Name eines griechischen Tafelweins. Statt ihn zu trinken, schmort die Bloggerin darin Ziegenschulter mit cremigem Feta.

Kommentare

25 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

' Völkerverständigung geht über Musik, Essen, Lächeln!'

Jein, das kann sehr gut darüber gehen. Aber wenn man in Teilen Südostasiens kein scharfes Essen verträgt, dann kann es mit dem Essen (als Völkerveständigung) manchmal schwierig werden - ich habe das oft als Test erlebt. Für mich war das toll, weil ich mag das Essen (hatte da eher in reinen Touristenhots ein Problem).

Wenn man das Lächeln in Südostasien nicht zu interpretieren weiss, dann kann es auch schwierig werden.

Ich denke es ist insgesamt nicht nur Essen und Lächeln, sondern eine Offenheit den anderen anzunehmen.