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Sonntagsessen Menü mit Schaumkrone

Bier passt nicht nur zu Schnitzel, sondern auch hervorragend zu Schweineragout und Lachs. Dieses Sonntagsessen hat so großen Durst, das Bier schafft es sogar ins Dessert. Von

Bier und Kuchen? Ein Traumpaar! Zumindest, wenn es nach Meike Adam geht: "Unbedingt mal ein Stout zum Käsekuchen oder ein I.P.A. zum Carrot Cake probieren!" Gemeinsam mit ihrem Freund probiert sich die 37-Jährige leidenschaftlich gerne durch das stetig wachsende Brauereisortiment. "Über die Jahre sind wir richtige Biernerds geworden. Wir lieben es, uns gegenseitig den Duft, Geschmack und Abgang zu beschreiben, je kreativer, desto besser."

Mindestens so wichtig wie das Trinken ist für Adam gutes Essen. Beides vereint sie auf ihrem Blog Smámunir. Zu Hause gab es zum Bœuf Bourguignon ihres Vaters allerdings eher Wein als Bier. Auf den Geschmack gekommen ist seine Tochter durch den Craft-Beer-Hype vor einigen Jahren. Mittlerweile bieten einige Restaurants neben Wein- auch Bierbegleitungen an. Insbesondere in Adams Wahlheimat Berlin ist die Auswahl an Brauereien und auf Bier spezialisierten Bars sehr groß.

Die Bloggerin empfiehlt in der Hauptstadt die Bar Hopfenreich und das BRLO Brauhaus am Gleisdreieck, ein modernes Brauhaus mit einer, wie Adam versichert, hervorragenden Gemüseküche. Auch die Restaurants Salt & Bone und Mrs. Robinson besucht die 37-Jährige gern. Wenn es doch einmal Wein statt Bier sein soll, schaue man besser in auf Naturwein spezialisierten Bars wie dem Jaja oder dem Wild Things vorbei. Wer die Anfahrt nicht scheut, solle das Forsthaus Strelitz in Neustrelitz besuchen, wo mit wenigen Zutaten lokaler Produzenten und konzentrierten Aromen gekocht werde. "Außerdem gibt es dort alternativ zur Weinbegleitung auch hervorragende Biere", ergänzt Meike Adam.

Eine Bierbegleitung gehört auch zu ihrem Sonntagsessen. Als Hauptgericht serviert sie Schweineragout nach Szechuan-Art mit Dolden Sud. Szechuan ist der Name einer Provinz im Süden Chinas. Als Mitarbeiterin im Asienreferat einer politischen Stiftung kennt Adam sich entsprechend gut mit der dortigen Küche aus. Zum erdig-scharfen Aroma des Ragouts passt ein Indian Pale Ale, dessen kräftiger Geschmack auf seinen hohen Hopfenanteil zurückzuführen ist.

Rezept für Schweineragout nach Szechuan-Art

Zutaten:

  • 250 g Hackfleisch vom Schwein
  • 8-12 kleine Shiitakepilze
  • 3 Knoblauchzehen, gepresst
  • 2 Zwiebeln, in dünne Scheiben geschnitten
  • 1 Fenchelknolle, in dünne Scheiben geschnitten
  • 2 TL Gochujang-Paste
  • 1 TL Szechuan-Pfefferkörner
  • 1 frische Chilischote (optional)
  • 2-3 EL Erdnussöl
  • 1 EL Sojasauce
  • 1/4 Tasse Wasser
  • 1 TL brauner Zucker
  • Frühlingszwiebeln, Fenchelgrün oder Koriander zum Garnieren

Zubereitung:

Peperoni entkernen. In einer großen Pfanne Öl erhitzen, Zwiebelscheiben und Fenchel etwa 15 Minuten bei mittlerer Hitze garen. Das Gemüse auf einen Teller geben und beiseite stellen. 

Falls nötig, die Pfanne mit Küchenpapier säubern und etwas Öl nachgießen. Hackfleisch in die Pfanne geben, mit einem Holzlöffel zerkleinern. Anschließend Shiitakepilze dazugeben und gleichmäßig einige Minuten lang anbraten. Ist das Fleisch gar, mit dem Löffel an den Rand der Pfanne schieben, anschließend Knoblauch und Chili in deren Mitte geben. Sobald beides zu duften beginnt, Temperatur reduzieren und die Gochujang-Paste, Szechuan-Pfefferkörner, Sojasauce, Zucker, Wasser, Zwiebelscheiben und Fenchel in die Pfanne geben. Gut verrühren und erneut kurz aufkochen lassen.

Das Ragout auf einem Teller anrichten, mit gehackten Kräutern garnieren. Dazu passen asiatische Nudeln, Spaghetti oder Reis. Biertrinken nicht vergessen!

Salat mit gebratenem Spargel, Postelein und Rote-Bete-Hummus © Smámunir

Neben Currywurst ist die deutsche Hauptstadt vor allem für das leicht säuerliche Weißbier Berliner Weiße bekannt. Touristen trinken es gerne mit Strohhalm und Sirup. Adam kombiniert es stattdessen mit einem Salat mit gebratenem Spargel, Postelein und Rote-Bete-Hummus.

Glasierte Lachsfilets mit Topinambur-Püree und Zucchini © Smámunir

Bier zum Fisch? Auf den ersten Blick ähnlich gewagt wie Bier zum Kuchen. Die glasierten Lachsfilets mit Topinambur-Püree und Zucchini mit einem Double I.P.A. sind einen zweiten Blick beziehungsweise einen ersten Bissen wert. 

Schweinekoteletts mit Kaffee und schwarzer Johannisbeere © Smámunir

Statt mit Blumen überraschte Adams Freund sie am Valentinstag mit Schweinekoteletts ihres Lieblingsmetzgers. Zubereitet wurden sie mit einer Sauce aus Kaffee und schwarzer Johannisbeere, serviert mit einem Witbier, dessen schwarze Farbe auf die darin enthaltenen Gewürze zurückzuführen ist.

Schokokuchen © Smámunir

Zum Abschluss kommt Adam auf die eingangs beschriebene Kombination zurück. Statt das Bockbier zu trinken, wird es als Kuchenzutat verwendet. Dieser Schokokuchen ist auch für Bierneulinge zu empfehlen.

Kommentare

17 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Nein es schmeckt nicht alles nach Gochujangpaste 2TL sind ja nicht gerade viel. Die Paste besteht aus Bohnen und Klebreis, fermentiert. Der Geruch ist auch dementsprechend (Fischsauße ist schlimmer)aber es schmeckt ziemlich gut.

Nur Frage ich mich was koreanische Gochujangpaste in einen chinesischen Rezept macht? Eventuell gibt es in China etwas ähnliches, würde mich freuen wenn mich jemand aufklären kann.

Das Rezept war dahingehend eh etwas mysteriös, am Anfang wird eine Pepperoni entkernt und dann doch wieder "Chilli" in die Pfanne gegeben. ;)

Aber ich gebe Ihnen völlig Recht, man muss sich das Leben schon zu würzen wissen.
Die meisten Chillisorten lassen sich zuhause im Blumentopf anbauen, einfach aus Samen gekaufter Schoten nachgezüchtet. Und frische, sonnengereifte Chillis vom eigenen Fensterbrett sind was Feines!