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Sonntagsessen Hochzeitssuppe für alle

Ezogelin ist eine türkische Suppe mit Bulgur und Linsen, die ursprünglich einer schönen Braut gewidmet war. Zum Glück dürfen wir sie auch für schöne Bräutigame kochen. Von

Dieses Sonntagsessen ist eine Liebeserklärung. An die orientalische Küche, an durch Verzicht entstandene Kreativität und Johanna Lindls Lieblingsmenschen. Ursprünglich stammt die Betreiberin des Foodblogs Dinner 4 Friends aus Bayern, dem Land des Schweinebratens. "Meine Großeltern betrieben eine handwerkliche Metzgerei. Sie haben mir beigebracht, dass man alle Teile eines geschlachteten Tieres isst oder verwertet", erklärt die 35-Jährige, "schon als Kind war mir klar, dass Würstchen nicht vom Würstchenbaum fallen."

Doch manchmal fällt die Liebe eben woanders hin. 2013 lernte Lindl ihren Freund kennen, der deutsch-jordanisch-türkische Wurzeln hat und aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch isst. Für die Flexitarierin war das kein Problem, da viele orientalische Gerichte entweder von Haus aus vegetarisch sind oder sich problemlos abwandeln lassen. "Was den Ersatz für Schweinefleisch betrifft, bin ich inzwischen richtig kreativ geworden." Und ihrer Wahlheimat Wien werden sogar Vegetarier froh, schließlich ist die Stadt nicht nur für Schnitzel bekannt, sondern auch für ihre Mehlspeisen und Torten. Am besten schmecken sie Lindl in der Hofzuckerbäckerei Heiner.

Bekannt ist der Nahe Osten für seine vielfältigen Vorspeisen, an denen man sich im Prinzip schon satt essen könnte. Eine dieser sogenannten Meze ist Ezogelin, deren Zutaten –
Linsen, Bulgur, Dosentomaten, Brühe – immer im Kühlschrank der Bloggerin stehen. Aus dem Türkischen übersetzt bedeutet Ezogelin "die Suppe der Braut Ezo". Das Schöne: Man muss mit ihrer Zubereitung nicht bis zur Hochzeit warten.

Rezept für türkische Brautsuppe

Zutaten:

  • 1 Zwiebel
  • 1 Dose (400 g) stückige Tomaten
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 100 g rote Linsen
  • 75 g grober Bulgur
  • 1 l Gemüsebrühe
  • Salz
  • Pfeffer
  • Pul Biber

Für das Minzöl:

  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL frische oder getrocknete Minze
  • 1 TL Pul Biber

Zubereitung:

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Beides in einem großen Topf in Olivenöl glasig andünsten. Erst Tomatenmark zugeben, dann nach einer Minute Tomaten. Nach einer weiteren Minute kommen Brühe, Linsen und Bulgur hinzu. Alles gut verrühren. Bei niedriger Temperatur mit Deckel köcheln lassen, bis die Linsen und der Bulgur gar sind, das dauert etwa zwanzig Minuten. Gelegentlich umrühren. Ist die Suppe zu dick, etwas Brühe oder Wasser nachschütten. Mit Salz, Pfeffer und Pul biber abschmecken.


Für das Minzöl die Minze fein hacken. In einer beschichteten Pfanne mit Olivenöl erwärmen, dann Pul Biber zugeben. 


Die fertige Suppe auf Tellern anrichten und mit dem Minzöl beträufeln. Alternativ passt ein Kräuteröl aus Rosmarin, Thymian oder Kräutern der Provence.


Falafel mit Petersilien-Sesamkruste © Dinner4Friends

Ob die ersten Falafel in Ägypten, Palästina oder dem Libanon hergestellt wurden, ist nicht abschließend geklärt. Fest steht, dass die frittierten Kichererbsenbällchen auf keiner Meze-Platte fehlen dürfen. Lindls Version kommt mit Petersilie und Sesamkruste.


Spinatsalat mit gerösteten Auberginen und Granatapfelkernen © Dinner4Friends

Kühles für heiße Tage: ein Spinatsalat mit gerösteten Auberginen und Granatapfelkernen.


Gegrillter Halloumi mit Sumach und Minze © Dinner4Friends

Sumach wird in der Türkei ähnlich häufig verwendet wie hierzulande Salz und Pfeffer, aufgrund seiner verdauungsfördernden Wirkung bevorzugt zu fettreichen Gerichten. Lindl verfeinert damit zum Beispiel gegrillten Halloumi.


Muhammara – ein Paprikadip © Dinner4Friends

Anders als Humus oder das Auberginenpüree Baba Ganoush ist Muhammara hierzulande eher unbekannt. Ein Tipp für alle Nicht-Vegetarier: Der Paprikadip passt auch zu Grillfleisch.

Kommentare

8 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Ezogelin ist keine meze(Vorspeise)
sondern eine Suppe.

Ob Ezogelin eine schöne Braut ist,das ist nicht bekannt...

Bekannt wurde sie für ihr schweres(ungerechtes)Schicksal.
Und-es gab sie wirklich.1952 ist sie an Schwindsucht gestorben.

Dieses schwere Leben und die Armut liess sie zwangsmaessig
diese Suppe erfinden.Die übrigens sehr lecker ist.