© Denise Schuster

Sonntagsessen Erleuchtung in Orange

Kein Herbst ohne Hokkaido: Doch Kürbisse wollen nicht immer nur in die Suppe kommen, sondern auch mal als Marmelade auf dem Frühstückstisch mitspielen. Von

Man hat doch immer die eine große Leidenschaft. Denise Schuster liebt Möbel, Reisen und Schuhe – am meisten jedoch Essen. Naheliegend also, dass sie ihr Blog Foodlovin genannt hat, um dieser Zuneigung Ausdruck zu verleihen. Die 33-Jährige arbeitet als Foodstylistin und -fotografin. Es ist ihre Zweitkarriere. Nach einigen Jahren in einer Unternehmensberatung hat Schuster sich aus der freien Wirtschaft verabschiedet, berät nur noch zusätzlich Unternehmen in Kommunikationsstrategien. "Do what you love", sei für sie keine leere Floskel, sondern Lebensprogramm, sagt sie.

Auf die Frage, wen sie bewundert, antwortet die Düsseldorferin: "All jene Powerfrauen, die mit einer tollen Idee ein gut laufendes Business aufgebaut haben. Ganz egal, ob es sich um Bloggerinnen, Designerinnen oder Cafébesitzerinnen handelt."

So inspiriert widmet sie sich auch dem Symbolgemüse der dritten Jahreszeit: dem Kürbis. Über hundert verschiedene Sorten gibt es auf der Welt. Nicht alle davon sind essbar, zu den bekanntesten Speisekürbissen zählen Hokkaido, Butternut und Spaghettikürbis. Schon mal von Baby Boo, Blue Ballet, Floridor oder Ghost Rider gehört? Auch Langer von Nizza ist kein Adelstitel, sondern ein gebogenes Exemplar mit leicht süßlichem Geschmack. Man muss mit dem Genuss des Kürbisaromas auch nicht bis zur Mittagszeit warten. Diese Marmelade auf selbst gemachtem Nussbrot macht aus einem trüben Sonntagmorgen einen goldenen. Abgesehen davon schmeckt sie auch zu herzhaftem Käse wie Pecorino, als Topping von Buchweizenpfannkuchen oder im Porridge. Oder zu Fleischgerichten, zumindest ab dem frühen Mittag.

Rezept für Nussbrot mit Kürbismarmelade

Zutaten:

Für die Marmelade:

  • 1 Butternut-Kürbis

  • 1 Zitrone mit unbehandelter Schale
  • 200 ml Apfelsaft
  • 250 g Gelierzucker (1:2)
  • ½ TL Zimt
  • 1 Prise gemahlene Nelken
  • ½ Vanilleschote


Für das Brot:

  • 135 g Sonnenblumenkerne
  • 75 g Leinsamen
  • 75 g ganze Mandeln
  • 30 g Haselnüsse
  • 145 g Hirseflocken
  • 2 EL Chia-Samen
  • 4 EL gemahlene Flohsamenschalen
  • 1 TL feines Meersalz
  • 1 EL Ahornsirup
  • 45 ml geschmolzenes Kokosöl
  • 350 ml Wasser

Zubereitung:

Butternut-Kürbis halbieren, entkernen und schälen. Mit Hilfe einer Reibe grob raspeln. Den gehobelten Kürbis – es sollten 500 Gramm sein – in einen Kochtopf mit so viel Wasser geben, dass er bedeckt ist. Einmal aufkochen  und bei geringer Hitze köcheln lassen, bis das Fleisch weich ist. Eventuell  mehr Wasser dazugeben. Das Kürbisfleisch mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer zerdrücken. Es dürfen ruhig noch einige grobe Stücke übrigbleiben. 

Zitrone heiß waschen, Schale fein abreiben und zum Kürbis geben. Danach Zimt, gemahlene Nelken und Mark der halben Vanilleschote unterrühren. Apfelsaft und Gelierzucker dazugeben und auf hoher Stufe aufkochen lassen. Anschließend fünf bis acht Minuten unter ständigem Rühren sprudelnd weiter kochen lassen. Die noch heiße Kürbismarmelade in saubere Marmeladengläser füllen, fest verschließen und abkühlen lassen.

Für das Brot Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Mandeln, Haselnüsse, Hirseflocken, Chia-Samen, Flohsamenschalen und Meersalz in einer Schüssel vermischen.

Alle flüssigen Zutaten miteinander verrühren und in die Schüssel zu den trockenen Zutaten geben. Alles gut durchmischen, zu einem Teig verarbeiten und diesen in einer kleinen Backform verteilen. Gut eignet sich etwa eine 18 Zentimeter lange Kastenform. Mehrere Stunden gehen lassen.

Ofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Brot etwa 20 Minuten backen. Anschließend aus der Form stürzen und weitere 30 bis 45 Minuten backen, bis es hohl klingt, wenn man darauf klopft. Komplett auskühlen lassen, erst dann anschneiden.

Frischkäse mit etwas Orangensaft und Honig verrühren, auf eine Scheibe Brot streichen und die Kürbismarmelade obendrauf geben.

Carpaccio für Veganer: mit Butternut-Kürbis und Haselnusstofu © Denise Schuster

Klassischerweise besteht die italienische Vorspeise Carpaccio aus rohem Rindfleisch. Schusters Version mit Kürbiskernöl und Haselnusstofu macht auch Veganer froh.

Herbstlich herzhaft: Kürbiseintopf mit Hühnchen und Weintrauben © Denise Schuster

Weintrauben gehören mindestens so sehr zum beginnenden Herbst wie die Lieblingsgewächse der Düsseldorfer Food-Bloggerin. In Kombination ergeben sie einen herzhaft-wärmenden Hühncheneintopf.

Orientalisch angehaucht: gebackener Ofenkürbis vom Blech © Denise Schuster

Dass Schuster die orientalische Küche und ihre wärmenden Gewürze liebt, wussten wir bereits. Gerade im Herbst ist einem manchmal eher nach der eigenen Wohnung als einem Restaurantbesuch zumute. In solchen Momenten kann Soul Food wie dieser gebackene Ofenkürbis mit Hirse und Harissa-Dip Wunder wirken.

Kürbiskernöl drin, Kürbiskerne drauf: Eis mit Kürbis-Komplettprogramm © Denise Schuster

Vanilleeis mit Kürbiskernöl ist ein Klassiker der österreichischen Küche. Es geht aber auch anders. Dieses Eis leuchtet nicht orange, sondern pistaziengrün. Das richtige Kürbiskernöl dafür zu finden ist eine Herausforderung, für Köche mit Unternehmergeist aber sicherlich kein Problem.

Kommentare

17 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren