Sonntagsessen Pasta, basta!

Pizza, Pommes, Pappardelle: Was ist ein Wochenende schon ohne Kohlenhydrate? Unser Sonntagsessen ist nichts für Erbsenzähler. Aber das kann man ja Montag wieder machen! Von
© Lars Krämer/Jana Berger

Haben Sie schon mal vom Marshmallow-Test gehört? Der österreichische Psychologe Walter Mischel stellte Kinder vor die Wahl: Willst du jetzt sofort einen essen – oder willst du warten und als Belohnung dafür später einen zweiten bekommen? Mischel beobachtete seine Probanden als Erwachsene weiter und fand dabei heraus: Die Kinder, die sich für den vorläufigen Verzicht entschieden, verzeichneten später größere berufliche Erfolge als die Sofort-Esser, waren sozial kompetenter und konnten besser mit Frustration umgehen. Selbstdisziplin macht zuerst vielleicht nicht unbedingt glücklich, führt aber mittelfristig oft zu größerer Zufriedenheit. Das wissen auch Lars Krämer und Jana Berger, beide 28, die den Blog Teller abgeleckt betreiben: Statt Kalorien zu zählen, verzichten sie während der Woche weitgehend auf Kohlenhydrate. Entsprechend groß ist die Vorfreude aufs Wochenende, auf Pizza, Pasta, Pommes. 

Kennengelernt haben sich die beiden zu Schulzeiten, seit zehn Jahren sind sie ein Paar und teilen sich inzwischen eine Wohnung in Gelsenkirchen. Die Sprachstudentin Berger ist fürs Backen zuständig, ihr als Finanzdisponent arbeitender Freund fürs Kochen. Gemeinsames Vorbild am Herd ist Jamie Oliver, ebenfalls ein Verfechter von kohlenhydratreicher Kost, aber nicht unbedingt ein Verfechter großer Selbstdisziplin. Das verdirbt einem beim Essen nur den Appetit!

Der Marshmallow-Test von Krämer und Berger besteht darin, sich die ganze Woche über auf dieses Sonntagsessen zu freuen: ihre 35-Minuten-Pizza mit Zwiebeln, Salami und Speck. Wie der Name schon sagt, geht die Zubereitung ganz schnell, was nach so langem sehnsüchtigen Warten praktisch ist. Aber natürlich schmeckt die Pizza auch an jedem anderen Wochentag.

35-Minuten-Pizza mit Zwiebeln, Salami und Speck

Zutaten:

Für den Teig:

  • 400 g Mehl (jeweils 200 g Typ 405 und Typ 550)
  • etwa 300 ml lauwarmes Wasser
  • ½ Päckchen Trockenhefe
  • 1 Schuss Olivenöl
  • Salz

Für den Belag:

  • 8 Scheiben guter Speck
  • 8–10 Scheiben Salami
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Kugeln Mozzarella
  • 1 Dose Kirschtomaten
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zucker

Zubereitung:

Backofen auf 50 Grad Umluft vorheizen. Mehl, Salz, Hefe und Olivenöl mit etwa 245 Milliliter Wasser in eine Schüssel geben und verrühren. Mit der Hand zu einem geschmeidigen Teig kneten, das dauert etwa zwei Minuten. Ist der Teig zu trocken, mehr Wasser nehmen. Schüssel großzügig mit Mehl bestäuben, Teigkugel hineingeben und mit einem Tuch bedeckt für 15 Minuten in den vorgeheizten Backofen stellen, der jetzt ausgeschaltet wird. Wer geduldig ist, teilt den Teig vorher portionsweise ab und gibt jede Kugel in ein eigenes Gefäß.

In der Zwischenzeit Tomaten mit etwas Pfeffer, Salz und Zucker pürieren und beiseite stellen. Salami, Speck, Mozzarella und Zwiebeln in mundgerechte Stücke schneiden.

Teig aus dem Ofen holen und weitere zehn Minuten abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Backofen auf 250 Grad erhitzen. Anschließend den Teig portionsweise auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz ausrollen beziehungsweise mit den Händen in die gewünschte Form drücken. Dabei die Luft nach außen drücken, so wird der Rand luftig und der Boden kross.

Tomatensoße und Käse darauf verteilen. Anschließend mit Zwiebeln und Speck belegen und für fünf bis sieben Minuten im Ofen backen. Vor dem Servieren mit Salami belegen.

Noch besser wird die Pizza, wenn man sie statt im Ofen auf einem Pizzastein backt.

Natürlich wird auch das Baguette selbst gebacken. © Lars Krämer/Jana Berger

Noch ein Ruck-Zuck-Rezept ist dieses Baguettebrot mit grünen Chilis und getrockneten Tomaten.

Damit die Pappardelle nicht so blass aussehen, werden sie mitsamt Kräutern ausgewalzt. © Lars Krämer/Jana Berger

Auch ihre Pappardelle mit Kräutern, Tomaten und Kapern stellen die Blogger selbst her. Das würde Jamie Oliver gefallen!

Frittieren, in den Kühlschrank stellen, noch mal frittieren: So werden Pommes richtig knusprig. © Lars Krämer/Jana Berger

Neben Jamie Oliver begeistert sich das Paar auch für den britischen Sternekoch Heston Blumenthal. Von ihm haben sie gelernt, wie selbst gemachte Pommes nicht matschig, sondern herrlich kross werden.

Hochgestapelt und mit Schokosoße begossen: die Pancakes © Lars Krämer/Jana Berger

Kohlenhydrate und Zucker – besser geht es nicht. Findet auch die fürs Backen zuständige Jana Berger und serviert als Dessert Kirschpancakes mit Karamell und Kaffee-Schokosoße.

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