© Jana Nörenberg

Sonntagsessen Ein Kürbis kommt selten allein

Bloggerin Jana Nörenberg gibt ihren Senf gern dazu, ihr Sonntagsessen zeigt, dass man zwischen süß und salzig nicht wählen muss. Wichtig ist immer die richtige Kombi! Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Andere Frauen verschwenden ihr Geld für Olivenöl, Jana Nörenberg für Senf. "Feigen-Senf, Weintrauben-Senf, Balsamico-Senf", zählt sie auf. "Wenn es eine neue Sorte gibt, muss ich sie haben." Die Betreiberin des Blogs Nom Noms Food kann sich denken, wo der Ursprung dieser Sucht liegt: "Meine Oma mütterlicherseits stammt aus Sachsen. Bei meinen Besuchen gab es herrliche Suppen und Eintöpfe, frische Erbsenschoten aus dem Garten, die wir am Küchentisch zusammen gepult und gegessen haben, Obststreuselkuchen, Bienenstich und Russischen Zupfkuchen …" Besonders in Erinnerung sei ihr allerdings Omas Senfei geblieben.

Obwohl es in ihrer Heimatstadt prozentual viel weniger Senfeier als Fischbrötchen gibt, fühlt sie sich in Hamburg sehr wohl. Als Vegetarierin geht sie gerne zu Happenpappen, wegen deren Schweden-Burger-Bowl. Und sie schwärmt von Leche de Tigre, einem peruanischen Restaurant mit "farbenfrohen Tellern und wahrhaften Geschmacksexplosionen". Zu Hause aber schwört sie auf ihr Geheimrezept für alle Lebenslagen: "Ein gutes Senfei mit Kartoffelpüree oder Erbsen-Möhrchen-Gemüse, das wirkt Wunder."

Einfach, lecker, herzerwärmend – so ist auch ihr Sonntagsessen für kühlere Zeiten. Als Hauptgericht serviert sie Kürbisflammkuchen mit Ziegenkäse und Cranberrysoße. Besonders reizvoll findet sie die Aromenvielfalt dieses Gerichts, "die nussige Süße des Butternusskürbisses, den würzigen Ziegenkäse und das leicht Bittere der Cranberrys". Mit dieser Form von Geschmacksexplosion ist auch schon der Name des Blogs erklärt. In der englischen Umgangssprache spielt nom nom nom auf ein genüssliches Kaugeräusch an und bedeutet schlicht "lecker".

Kürbisflammkuchen mit Ziegenkäse und Cranberrysoße

Zutaten für 1 Blech:

Für den Flammkuchenteig:

  • 1 Würfel frische Hefe
  • ½ TL Zucker
  • 300 g Mehl
  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • 1 TL Salz
  • 5 EL Olivenöl

Für den Belag:

  • ¼ Butternusskürbis (nach Geschmack mehr)
  • 1 Rolle Ziegenkäse
  • 1 Packung Ziegenfrischkäse
  • 3 Zweige frischer Rosmarin
  • Salz und Pfeffer

Für die Soße:

  • 125 g frische Cranberrys
  • 2 EL Wasser
  • 2 EL Zucker
  • 1 EL alter, dickflüssiger Balsamico

Zubereitung:

Zuerst den Teig herstellen. Dazu Hefe zerbröseln und mit Zucker, einem Esslöffel Mehl und vier Esslöffeln lauwarmem Wasser verrühren. Zugedeckt 15 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit das restliche Mehl mit dem restlichen Salz mischen.

Anschließend mit dem Vorteig, dem restlichen Wasser und Öl zu einem glatten Teig verkneten. 45 Minuten lang zugedeckt gehen lassen. Nach Ablauf der Zeit erneut gut durchkneten und auf einer mit Mehl bestäubten Fläche sehr dünn ausrollen.

Den Ofen auf 240 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Butternusskürbis schälen, Stielansatz abschneiden. Mit einem scharfen Messer der Länge nach einmal durchschneiden, dann noch mal längs in Hälften schneiden und mit Hilfe eines Löffels die Kerne herausschaben. Anschließend mit Hilfe eines Sparschälers in dünne Scheiben hobeln.

Für die Soße Cranberrys zusammen mit Wasser und Zucker in einem Topf aufkochen und für acht Minuten köcheln lassen. Nach etwa fünf Minuten Balsamico einrühren.

Ziegenkäserolle in dünne Scheiben schneiden. Rosmarin waschen, Nadeln abzupfen und fein hacken. Flammkuchenteig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Mit Ziegenfrischkäse bestreichen, dann mit Kürbisstreifen und Ziegenkäserollescheiben belegen. Salzen, pfeffern und mit Rosmarinnadeln bestreuen.

Den Flammkuchen im unteren Drittel des Ofens etwa sechs bis sieben Minuten backen. Der Rand sollte knusprig sein. Mit Cranberrysoße beträufeln und sofort servieren.

Mit Knabbereinlage: In die Kartoffelsuppe kommen Curry-Sonnenblumenkerne. © Jana Nörenberg

Es muss nicht immer Linda sein: Eine Ode an Jana Nörenbergs zweitliebste Zutat, die Kartoffel, ist diese geröstete Gemüsesuppe mit Curry-Sonnenblumenkernen.

Den gibt es auch auf Norwegisch: Apfelkuchen, in diesem Fall sogar vegan © Jana Nörenberg

Das Kuchenbacken hat die Bloggerin von ihrer Oma gelernt. Statt sächsischen Streuselkuchen serviert sie uns einen typisch skandinavischen Apfelkuchen. Auf Norwegisch heißt er eplekake

Mit Meersalz und Honigbutter: Süßkartoffelbrötchen, die auch salzig sind © Jana Nörenberg

Süßkartoffel, die Zweite: Diese Süßkartoffelbrötchen mit Rosmarin, Meersalz und Honigbutter können sich nicht so richtig zwischen süß und salzig entscheiden. Müssen sie auch nicht.

Buchteln isst man so warm, wie sie aus dem Ofen kommen. © Jana Nörenberg

Wenn das mal kein Konkurrent ist für Nörenbergs Senfliebe: Ofenwarme Buchteln mit Vanillesoße sind eher Hauptgang als Dessert.

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