© Tanja Gehringer

Sonntagsessen Hauptsache Dessert

Schmelzende Cashewcreme, die letzten Beeren des Sommers und Couscous mit Schokolade: Unser Sonntagsessen ist ein fruchtiger Zuckerschock. Macht nicht nur Kinder froh! Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Diese Küche ist ein Kinderparadies. Es dampft und qualmt, es wird gekleckert. Manchmal riecht es nach verbrannter Milch, meistens jedoch nach warmem Teig. Probieren ist ausdrücklich erwünscht und bunte Zuckerstreusel sind zum Verzieren da. Im Hintergrund laufen Hörspiele von Bibi Blocksberg. Hat jemand vergessen, die Gartentür zu schließen, knabbert der Familienhund an der Tortendekoration. Was für manche nach unzumutbaren Zuständen klingt, bedeutet für Frau Zuckerstein pures Glück. Als Erzieherin ist Tanja Gehringer, wie sie mit echtem Namen heißt, geübt im Umgang mit kindlichem Ehrgeiz in der Küche. Ihre zwei Söhne dürfen nicht nur Kuchenwünsche äußern, sondern ihre eigenen Kreationen verwirklichen, auch wenn dabei "Kekse zerbröseln und Cupcakefrostings zerfließen". Herr Gehringer übernimmt die Rolle des Verkosters. "Wir sind eine kleine Chaosfamilie", gesteht die 31-Jährige, "aber wenn abends der fertige Kuchen auf dem Tisch steht, auch sehr, sehr glücklich". Dazu passt ihr Lebensmotto: "Am Ende wird alles gut, sonst ist es nicht das Ende." Von Hessen ist die Bloggerin ins bayerische Aschaffenburg gezogen, "der Liebe wegen". Gelegentlich fehlt ihr die Heimat mit deftigen Kartoffelgerichten und grüner Soße. Aufgewachsen ist sie zwischen vier Generationen auf einem Bauernhof. Kein Wunder, dass Essen für Gehringer in erster Linie Gemeinschaft bedeutet. "Seit ich Mutter bin, habe ich, glaube ich, kein einziges Mal für mich alleine gekocht. Egal, was für ein tolles Gericht auf den Tisch kommt, stehen für mich die Menschen im Vordergrund."

Ihrem Namen gemäß ist das Sonntagsessen von Frau Zuckerstein ein süßes. Jetzt im Herbst können auch Erwachsene eine Extraportion Zucker vertragen. Und von Kindern lernen, was man dieser Jahreszeit abgewinnen kann. Kinder lieben die malkastenbunten Blätter auf den Straßen, Kastanienmännchen und tiefe Pfützen. Erwachsene lieben Feigen. Wenn sie faul sind, stecken sie sich die schrumpligen Früchte auf einmal in den Mund. Andernfalls verzieren sie damit diese Dattelstückchen mit cremiger Cashewnusscreme.

Rezept für Dattelstückchen mit cremiger Cashewnusscreme

Zutaten:

Für den Boden:

  • 250 g frische Datteln
  • 100 g Mandeln ohne Schale
  • 1 EL Kokosnussmilch

 Für die Füllung:

  • 400 g Cashewnüsse
  • 180 ml Kokosnussmilch
  • 2 Zitronen
  • 4 EL Honig
  • 1 Vanilleschote
  • 10 Brombeeren
  • 4-5 Feigen

 Zubereitung:

Cashewkerne über Nacht in Wasser einweichen.

Am nächsten Tag ein Backblech mit etwa 28 mal 18 Zentimeter Durchmesser mit Backpapier auslegen, dabei am Rand etwas hochziehen.

Datteln entsteinen. Zusammen mit Mandeln und Kokosnussmilch mit Hilfe eines Mixers gut vermischen. Die Masse auf das vorbereitete Backblech geben und vorsichtig mit einem Löffel verteilen.

Für die Füllung die eingeweichten Cashewnüsse zusammen mit der restlichen Kokosnussmilch in einen Mixer geben. Zitronen auspressen und den Saft einrühren. Vanilleschote aufschneiden und ebenfalls dazugeben. Alles mixen, bis eine cremig-weiche Masse entsteht. Die Hälfte davon auf den Dattelboden streichen. In der Gefriertruhe kaltstellen.

Brombeeren waschen und unter die restliche Cashewcreme heben. Dann die Masse nochmals in den Mixer geben und gut verrühren. Anschließend auf den gekühlten Kuchen streichen und erneut für etwa vier Stunden in den Gefrierschrank stellen, bis er fest ist.

Kurz vor dem Verzehr antauen lassen, mit Feigenscheiben dekorieren und servieren.

Warmer, süßer Couscous, knackige Mandelstücke und ein Hauch von Schokolade, der auf der Zunge zerschmilzt. © Tanja Gehringer

Nach Meinung vieler Eltern ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages. Die Bloggerin findet: Hauptsache süß! Eine willkommene Abwechslung zu Müsli und Co. ist Couscous mit Rosinen und Schokostückchen.

Schmeckt wie (Spät-)Sommer aus dem Garten: der Kokos-Grießbrei mit Erdbeercoulis © Tanja Gehringer

Im Sommer hat Gehringers Sohn Erdbeeren im Garten gepflanzt. Ob sie nächstes Jahr Früchte tragen werden? Wenn ja, landen sie in diesem Kokosgrießbrei.

Für dieses kleine süße Joghurttörtchen werden die allerletzten Beeren zusammengesammelt, ein Abschiedsgruß an den Sommer! © Tanja Gehringer

Eigentlich ist die Beerensaison vorbei. Wer Glück hat und das mit seinem ökologischen Gewissen vereinbaren kann – Blaubeeren im Oktober! – ersteht die letzten Exemplare und backt daraus diese Joghurttörtchen. Wer nicht, verzichtet.

Diesem Dessert aus überreifen, gefrorenen Bananen, Mangos und Kakao gibt ein wenig Honig den letzten Kick. © Tanja Gehringer

Stichwort schlechtes Gewissen: Nicecream ist eine Art gesunde Eiscreme. Statt Milch oder Sahne erhält sie ihre Konsistenz durch gefrorene Bananen. Als Abschluss eines Tags in der Küche von Frau Zuckerstein passt sie perfekt.

Kommentare

5 Kommentare Kommentieren

Sehr schöne Bilder, macht auch Spass zu lesen und sich die lustige Chaosküche vorzustellen.

Aber dieses Rezept für Dattestücke mit Cashewnusscreme erfüllt den Tatbestand eines Anschlags auf die Gesundheit.

Mit einem Stück dieser „Bombe“ hat man den Kalorienbedarf eines Schwerarbeiters für eine Woche gestillt. Den Zuckerbedarf für einen Monat.

Aber wir wollen ja nicht päpstlicher als der Pabst sein. Und in Zeiten von „Clean Eating“ und als „vegane Ernährung“ versteckte Esstörungen ist es sehr erfrischend mal so eine „Bombenrezept“ zu lesen.