© Kathrin Koschitzki

Sonntagsessen Eiskalt, diese Torte

Ein Parfait ist nur halb gefroren, das passt auch im Winter zum Sonntagsessen. Und ein richtig toller Schokoladenkuchen braucht bloß eins: noch mehr Schokolade. Von

Für Kathrin Koschitzki spielt das Aussehen eines Gerichts eine große Rolle, was nicht überrascht, denn dass etwas gut aussieht, gehört zu ihrem Beruf. Nach der Schule begann die Münchnerin zunächst eine Kochausbildung in einem Drei-Sterne-Restaurant, doch die brach sie nach kurzer Zeit ab und wurde Fotografin. Jahre später folgte sie dennoch ihrem Herzenswunsch und ließ sich in Paris zur Pâtissière ausbilden. Bis heute ist ihr Lieblingskochbuch ein französisches Lehrbuch aus ihrer Ausbildungszeit, voll mit Zuckerflecken, Schokoflecken und deutschem, französischem und englischem Gekritzel.

Die 33-Jährige fühlt sich aber nicht nur in Frankreich wohl, sondern auch in Italien, wo sie als Kind oft Urlaub gemacht hat. "Mit einer italienischen Mamma einen ganzen Sommer lang verschiedene Nudelsorten formen: ein Traum", sagt sie. Inzwischen lebt Koschitzki wieder in München, was ja praktisch schon zu Italien gehört.

Angenommen, es wäre Sonntag und alle Läden haben zu, was gäbe es dann bei ihr zum Frühstück? "Butter, Zucker, ein paar Eier und altes Brot habe ich eigentlich immer zu Hause", erklärt die Fotografin. "Mit diesen Zutaten gelingt ein angemessenes Sonntagsessen wie Arme Ritter." Damit die Laune stabil bleibt, hört sie bei der Zubereitung Musik – das sei wichtig, denn schlechte Stimmung, sagt sie, schlage ihr sofort auf den Magen.

Ihren beiden Berufungen entsprechend lautet der Name von Koschitzkis Blog Phôtisserie. Allein dessen Fotos anzuschauen, versetzt einen bereits in festliche Stimmung. Küchengeräte brauchen für die Münchnerin übrigens nicht unterm Weihnachtsbaum zu liegen, denn ihre Favoriten hat sie bereits: "Meine Hände." Und ihren alten Küchenmixer, der mit seinem Display "wie ein DJ-Pult" aussehe.

Viele Menschen backen am ersten Advent bereits Weihnachtsplätzchen. Alternativ kann man schon mal das Dessert für den Heiligen Abend, eine Eisparfait-Torte mit Grand Marnier probebacken. Übrigens halten sich selbst Profis wie Koschitzki dabei natürlich genauestens an Mengenangaben.

Rezept für Eisparfait-Torte

Zutaten:

  • 16 Löffelbiskuits
  • 10 EL Grand Marnier
  • 6 Eier
  • 225 g Zucker
  • 5 EL Wasser
  • Abrieb von einer Bio-Orange
  • 400 ml Sahne
  • 150g Puderzucker

Zubereitung:

Löffelbiskuits grob zerbrechen und in eine Schüssel geben. Mit fünf Esslöffeln Grand Marnier beträufeln und beiseitestellen. 

Eier trennen. Eiweiß kalt stellen.

Zucker, fünf Esslöffel Wasser und Abrieb der Orangenschale in einen Topf geben und zum Kochen bringen. So lange köcheln lassen, bis die Masse zu schäumen beginnt und wie Sirup vom Löffel fließt. Vom Herd nehmen und leicht abkühlen lassen.

Eigelb mit dem Rührgerät schaumig schlagen, dann den flüssigen Zucker während des Rührens in einem dünnen Strahl zugeben. So lange rühren, bis eine helle, schaumige Masse entsteht. Die restlichen fünf Esslöffel Grand Marnier zugeben und verrühren.

Sahne steif schlagen. Unter die Eimasse heben. Die getränkten Löffelbiskuits ebenfalls unterheben. Nun die Parfaitmasse in eine runde Schüssel geben, mit Frischhaltefolie abdecken und in den Gefrierschrank geben. Über Nacht frieren lassen.

Eiweiß mit dem elektrischen Rührgerät etwa zehn Sekunden anschlagen, dann nach und nach den Puderzucker zugeben, bis ein fester Eischnee entsteht.

Eistorte aus dem Gefrierschrank nehmen, mit den Händen die Schüssel leicht anwärmen und auf eine Platte stürzen.

Mit Eischnee bestreichen und mithilfe eines Bunsenbrenners leicht abflammen. Sofort servieren.

Blättchen für Blättchen wird der Rand der Mandeltorte verziert. © Kathrin Koschitzki

Festliche Stimmung kommt auch mit dieser gebrannten Mandeltorte auf. Jedes Jahr wünscht Koschitzkis Vater sie sich zum Geburtstag. Passt auch zu Nicht-Geburtstagen und ist für die Vorweihnachtszeit eine schöne Ergänzung zu den gebrannten Mandeln vom Christkindlmarkt.

Herbe Schokolade drin, süße Schokolade drauf: Schokoladiger geht es kaum. © Kathrin Koschitzki

Über ihren Schokoschokoladenkuchen sagt die Bloggerin: "Der ist unglaublich! Nicht zu süß und Schokolade pur, ich mache keinen anderen Schokoladenkuchen mehr."

Die Schokolade in den Cookies kann man auch weglassen. Nougat geht genauso gut. Oder Karamellbonbons. © Kathrin Koschitzki

Gleiches gilt für die Chocolate Chip Cookies mit brauner Butter: "Ich habe schon so viele Rezepte ausprobiert, dieses ist genau das Richtige. Statt gehackter Schokolade kann man auch Nougat nehmen. Oder weiße Schokolade und Macadamia-Nüsse oder weiche Karamellbonbons."

Zimtschnecken sind was für Sonntage, an denen man viel Zeit hat. © Kathrin Koschitzki

Wenn man sonntags trotz guter Musik nicht in die Gänge kommt, backt man am besten Koschitzkis Lahme Schnecken. Hinter diesem Namen verbirgt sich das Rezept für Zimtschnecken. Viel Zeit nehmen die einzelnen Arbeitsschritte ein – und genau so viel Zeit soll man sich fürs Genießen lassen.

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