© Franzi Schädel

Sonntagsessen Die Liebe zu den Ringelrüben

Es soll ja Menschen geben, die sich vor Blumenkohl und Roten Beten gruseln. Unser veganes Sonntagsessen zeigt, wie man das Beste aus den Rätseln der Gemüsekiste macht. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Normalerweise fotografiert Franzi Schädel die Liebe. Als Hochzeitsfotografin kommt sie europaweit herum, privat zieht es sie nicht zu sehr in die große Welt. "Die üblichen Reiseziele sind für mich nicht so interessant, ich erkunde auch gern mal meine Region", sagt sie. Ihr Wohnort ist Bäk in der Nähe von Ratzeburg in Schleswig-Holstein – ein kleines Dorf, umgeben von Seen. Und von Wäldern voller Eichhörnchen und Rehe. Wer Franzi Schädel beim Schwärmen zuhört, bekommt Lust, es auch mal mit dem Leben auf dem Land zu versuchen, obwohl das Einfache natürlich auch kleine Einschränkungen mit sich bringt. "Bei uns im Dorf gibt es zwar nur eine Eisdiele, aber die ist wunderbar", erklärt die 32-Jährige. "Mein liebstes Gasthaus in der Nähe hat leider in diesem Jahr geschlossen. Ich bin noch auf der Suche nach einem veganerfreundlichen Restaurant, das mich so richtig begeistert." 

Tiere auf der Weide ja, Tiere auf dem Teller nein: Diesen Vorsatz hat Franzi Schädel am 1. Januar 2010 gefasst und seither durchgehalten. Die Rezepte dazu dokumentiert sie auf ihrem Blog Wo geht’s zum Gemüseregal?. Ihrem Mann schmeckt das nicht immer. "Ich koche oft mal für mich allein. Dieser Banause findet, dass Blumenkohl aussieht wie ein Gehirn und dass man an Brokkoli sterben kann." Aber man kann ja seine Meinung auch mal ändern. Franzi Schädels liebste Zutat überhaupt ist Rote Bete. "Früher habe ich die gehasst", verrät die Bloggerin. "Plötzlich war sie meine große Liebe."

Der Snack zu ihrem Sonntagsessens ist so simpel, wie sie es selbst gerne mag. Sie rät dazu, beim Schälen der Roten Beten Handschuhe zu tragen.

Rezept für Rote-Bete-Chips

Zutaten:

  • ca. 700 g frische Rote Bete
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 TL grobes Meersalz

Zubereitung:

Rote Beten gründlich schälen und in sehr dünne Scheiben schneiden. Je dünner die Scheiben sind, umso kürzer ist die Trockenzeit im Ofen. 

Scheiben in eine Schüssel geben und mit Olivenöl und Salz gründlich vermengen. Mindestens zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Roten Beten darauf verteilen.   

Je nach Dicke der Scheiben für etwa drei bis fünf Stunden bei 70 Grad Umluft im Ofen backen. Dabei die Ofentür einen Spalt offenlassen. Die Chips sind fertig, wenn sie deutlich kleiner und ein wenig fest geworden sind. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. 

Beten gibt es nicht nur in Rot. Mit Muster darf man sie auch Ringelrübe nennen. © Franzi Schädel

Grünkohl ist in Schleswig-Holstein gewissermaßen Nationalheiligtum, oft kombiniert mit Fleisch – Grünkohl mit Pinkel etwa. Anders in diesem fruchtigen Wintersalat.

Dreierlei Weiß: In dieses Chili kommen Blumenkohl, Pastinaken und Steckrüben. © Franzi Schädel

Wöchentlich eintreffende Biokisten können Fluch und Segen zugleich sein. Einerseits bringen sie Vielfalt in den Kühlschrank, andererseits steht manch einer ratlos davor, weil er mit den teilweise unbekannten Gemüsesorten nichts anzufangen weiß. Eine Verwertung der leckeren Sorte ist dieses weiße Chili mit Blumenkohl, Pastinaken und Steckrüben.

Süß und herzhaft: In dieser Bowl treffen Pilze und Kürbis auf Weintrauben und Feigen. © Franzi Schädel

Und noch mal Rote Bete. In dieser herbstlichen Bowl wird sie kombiniert mit Kräuterseitlingen, Weintrauben, grünem Hokkaido und den allerletzten Feigen. 

Fünf Zutaten, mehr braucht man nicht für dieses Dessert – versprochen. © Franzi Schädel

Zum Abschluss serviert die Bloggerin etwas ähnlich Unkompliziertes wie ihren Snack. Aus lediglich fünf Zutaten besteht dieses Schoko-Bananen-Dessert.

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